Schönramer Filz – Petting, Laufen

Broschüre:
Schönramer Filz © Georg Unterhauser/ANL
Schönramer Filz © Georg Unterhauser/ANL

Heidelandschaft und Moospolster

Auf einer Fläche von 590 Hektar erstreckt sich die größte Moorlandschaft Südostbayerns: Das Schönramer Filz. Das Hochmoor mit sechs Meter mächtiger Torfschicht durchzieht die Gemeinde Petting, nordöstlich von Schönram. Mosaikartig kommen im Schönramer Filz die verschiedensten Lebensräume vor. So gibt es neben den typischen feuchten Standorten auch trockenere Heideflächen und verbuschte Bereiche, die den unterschiedlichsten Tier- und Pflanzenarten eine Heimat bieten.

Das Filz gehört zum Natura 2000-Gebiet „Moore im Salzach-Hügelland“. Gleichzeitig sind das Naturschutzgebiet Schönramer Moor und das Naturwaldreservat Schönramer Filz Teile dieser Fläche. Die Entwicklung des Schönramer Filz begann bereits während der letzten Eiszeit. Nach dem Abschmelzen des Salzachgletschers blieb eine wassergefüllte Mulde zurück, die mit der Zeit verlandete. Über viele Jahrtausende entstand so Jahr für Jahr nur ein einziger Millimeter der Torfschicht.

1850 begann die systematische Kultivierung, die sich im maschinellen Torfabbau ab 1920 fortsetzte. Torffabriken, Arbeiterunterkünfte und eine Torfbahn wurden gebaut. Im Laufe der Jahre änderte sich die Nutzung der Torfstätte. Sie wurde zum Reichsarbeitsdienstlager, zum Krankenlager für Zwangsarbeiter und später zum Flüchtlingslager, bis 1970 schließlich die letzten Gebäude abgerissen wurden. Seit 1990 wird versucht, große Teile dieser einmaligen Moorlandschaft wieder in ein naturnahes, wachsendes Hochmoor zurück zu verwandeln. Der Wasserspeicher Moor kann sich regenerieren und – als wichtiger Beitrag zum Klimaschutz – die Torfzersetzung kann gestoppt werden.

Heute führt mitten durch den ehemaligen Standort der Moorerlebnisweg. Dieser bietet acht Stationen, die zum Teil interaktiv gestaltet sind, mit spannenden Informationen zur Entstehungsgeschichte, zur bäuerlichen und industriellen Torfnutzung sowie zum Naturschutz. Dabei werden die vielen Besonderheiten von Moor und Heide anschaulich erklärt. Unterwegs lädt das Moorspielhaus zum Beobachten und Aktivwerden ein, im Moorsee zeugen Baumstümpfe von dem früheren Moorwald. Der Erlebnis-Rundweg eröffnet Erwachsenen wie Kindern gleichermaßen einen interessanten Einblick in den außergewöhnlichen Lebensraum Moor. Ausgangspunkt bildet die Info-Spirale am Parkplatz, die teilweise barrierefreien Wege erstrecken sich auf einer Länge von 3,5 km.

Autor/in: Evelin Köstler / Birgit Siepmann