Wallfahrtskirche – Hallein, Dürrnberg

Broschüre:
Wallfahrtskirche Dürrnberg, Hallein © J. Neuhardt
Wallfahrtskirche Dürrnberg, Hallein © J. Neuhardt

Nachdem im späten 12. Jahrhundert der Salzbergbau am Dürrnberg wieder eine Rolle zu spielen begann, wurde dort ein Kirchlein errichtet, das 1347 in einer Urkunde erstmals erwähnt wurde. Es stand vermutlich auf dem „Hallerbühel“, wo heute noch ein Flurname „zur alten Kirche“ darauf hindeutet. Als jedoch die neuen Lehren der Reformation auch hier Fuß fassten, ließ Erzbischof Wolf Dietrich in den Jahren von 1594 bis 1612 den heute von Weitem sichtbaren Kirchenbau ausführen. Der Hofbaumeister Andrea Bertoleto zeichnete als Architekt verantwortlich. Von 1682 bis 1814 besorgten die Augustiner-Eremiten die Seelsorge.

Das Dürrnberger Gnadenbild am Hochaltar © J. Neuhardt
Das Dürrnberger Gnadenbild am Hochaltar © J. Neuhardt

Das heutige Kultbild stellt eine thronende Madonna mit dem Kind auf der Linken dar. Einer Tradition zufolge soll das ursprüngliche Gnadenbild jedoch jene stehende Madonnenfigur sein, die heute über der Sakristeitür ihren Platz hat. Der ausladende von Leopold Fux um 1750 geschaffen Hochaltar bildet eine würdige Umrahmung für das Gnadenbild.

Die frühesten Zeugnisse der Wallfahrt beginnen um 1600. Jahr für Jahr wurden die als Votivgaben gespendeten Wachsfiguren zum Lebzelter nach Hallein gegeben, der sie in bares Geld ablöste, was die größte Einnahmequelle der Kirche darstellte. Seit dem Jahre 1613 gab es Mirakelbücher. Das Einzugsgebiet der Wallfahrer erstreckte sich im Wesentlichen auf den Tennen- und Flachgau, daneben den Rupertiwinkel.

Sein bedeutendstes Fest erlebte der Wallfahrtssort 1817 anlässlich der Feier zur 200. Wiederkehr der Kirchweihe. Mehr als 70.000 Pilger wurden damals gezählt; eine eigene Weihemünze wurde geprägt. Noch heute erfreut sich die Gnadenmutter am Dürrnberg eines regen Wallfahrerbesuches. Einzelwallfahrer kommen das ganze Jahr hindurch hierher.

Organisierte Wallfahrten gibt es während der Sommermonate, vor allem aus Salzburg und den österreichischen Alpenländern. Der größte Zuzug ist an Mariae Himmelfahrt, dem Patroziniumstag am 15. August, und an den drei Goldenen Samstagen zu beobachten. Die Kirche ist nach schweren Bauschäden, die durch das abrutschende Gelände verursacht wurden, generalsaniert und 2006 wieder feierlich eröffnet worden.

Der nach italienischem Vorbild neben der Kirche als offener Campanile erbaute Turm trägt noch heute die wertvolle 1200 kg schwere Glocke aus dem Jahre 1504.

Autor/in: Prälat Johannes Neuhardt