Schloss Farmach – Saalfelden

Schloss Farmach © Bundesdenkmalamt

Ansitz des Herren aus der Alm

Rund einen Kilometer östlich des Stadtkerns von Saalfelden a. Steinernen Meer liegt der viergeschossige Ansitz mit den Arkaden und dem charakteristischen Runderker, der als Seniorenwohnhaus genützt wird.

Möglicherweise ist der 1272 erwähnte Dietmar de Varm im Gefolge der Walcher mit Farmach in Verbindung zu bringen. 1339 wird Jans von Farmach in einer Urkunde des Klosters St. Zeno in Reichenhall genannt.

Spätestens im 15. Jahrhundert gehörte der Ansitz einer der bedeutendsten Adelsfamilien Salzburgs, den Herren aus der Alm. Über die angeheirateten Törring kam der Ansitz an den ehemaligen Verwalter Hans Zehentner, der 1614 von Kaiser Matthias den Reichsadel mit dem Prädikat „von Farmach“ erhielt. 1737 erwarb die Familie Rehlingen auch Farmach und begann 1760 mit einem grundlegenden Umbau. Ab 1780 wurde es bäuerlich genutzt, bis 1822 das k. k. Ärar das Schloss kaufte, hier zuerst das Pfleggericht, dann das Bezirksgericht und das Steueramt unterbrachte. 1902 wurde das Objekt an die Gemeinden Saalfelden, Leogang und (Maria) Alm verkauft, um hier ein gemeinsames Spital und Altenheim einzurichten.

Nach dem Stadtbrand in Salzburg wurde 1818 der Marmorboden aus Schloss Farmach in das Mirabellschloss gebracht, wo er im Marmorsaal bei Trauungen zu bewundern ist.

Eigentümer: Stadt Saalfelden

Schlössl Emslieb – Stadt Salzburg

Schlössl Emslieb mit Stöckl © Bundesdenkmalamt

Schloss des Grafen von Hohenems

Jakob Hannibal Graf von Hohenems, Neffe des Fürsterzbischofs Marcus Sitticus von Hohenems (1612-1619), ließ das Schlössl 1618/19 bauen.

In der Folge kaufte es Fürsterzbischof Paris Graf Lodron und schenkte es seinem Rat Thomas Perger, der sich fortan „von Emslieb“ nannte.

1710 setzte ein immer rascher werdender Besitzerwechsel ein.

Bekannt wurde Emslieb in der Zwischenkriegszeit als Wohnsitz von Lionel Strongfort, dem „stärksten Mann aller Zeiten“ und durch dessen Ernährungsratschläge („Strongfort-Suppe“).

Heute dient das barocke Schlössl häufig für Festspielempfänge.

Privatbesitz

Schloss Emsburg – Stadt Salzburg

Schloss Emsburg © Land Salzburg Bildungsmedien

Wohnsitz des Stadthauptmannes

Das Schloss wurde 1618 von Johann Sigmund von Mabon, wohl mit Hilfe von Fürsterzbischof Marcus Sitticus, erbaut.

Der salzburgische Hauptmann, Leibgardeleutnant,  1619 Hauptmann des Fähndls Raschenberg (Teisendorf), schließlich Stadthauptmann, war seit 1616 mit Ursula Katharina Block aus Brabant verheiratet (ihre Schwester Anna hatte Perger von Emslieb geheiratet). 1625 wurde das Schloss zu einem adeligen Sitz erhoben und bekam eine Brauhausgerechtsame.

Fürsterzbischof Johann Ernst Thun stiftete den Besitz 1701 dem von ihm neu gegründeten militärischen Ruperti-Ritterorden. In der Folge wurden alle Türen und Fensterläden mit dem Ordenskreuz bemalt, weshalb das dazugehörige Wirtschaftsgebäude bis heute den Namen „Kreuzhof“ führt (Hellbrunner Allee 63).

Nach der Aufhebung des Ordens 1811 kam das Gebäude 1816 an das Kloster St. Peter. Hugo Graf Lamberg, Landeshauptmann von Salzburg (1872-1880), fügte Um- und Neubauten dazu.

Seit 1941 bzw. 1948 beherbergte die Emsburg die Halleiner Schulschwestern, die das Anwesen 2010 verkauften, aber noch bis 2012 bewohnen.

Privatbesitz

Ansitz Elsenheim – Stadt Salzburg

© Bundesdenkmalamt

Ansitz der Bürgermeister Elsenheimer

Der in der Mitte des 15. Jahrhunderts erbaute Ansitz führt bis heute den Namen der damaligen vier Salzburger Bürgermeister Elsenheimer.

Die adelige Familie Rehlingen erbte den Bau 1681, ließ ihn 1773 grundlegend erneuern und musste ihn 1828 aufgeben. Ihnen folgte 1862 Fürstin Sophie Arenberg, die auch den Ansitz Bürglstein besaß, den sie in das Schloss Arenberg umgestaltete.

Im 3. Stock von Elsenheim hatte im 19. Jahrhundert der bekannte Tiermaler Franz von Pausinger sein Atelier.

Das zum Anwesen gehörige Bräuhaus ist abgekommen, der als Maierei dienende Kreuzbauernhof wurde 1965 abgerissen, der weitläufige Park ist erhalten.

Privatbesitz

Ansitz Einödberg – Mittersill

Ansitz Einödberg © Zaisberger

Spätgotischer Ansitz

Etwas erhöht an der Sonnseite des Salzachtales am mittelalterlichen Saumpfad gelegen, ca. 4 km westlich von Mittersill, beim Dorf Rettenbach.

Im Kern ist der Wohnturm des 13. Jahrhunderts erhalten, der vermutlich seit 1150, sicher seit 1427 nachweisbar ist. Dann erfolgte der Umbau in einen spätgotischen Ansitz mit vier Aufsatztürmchen, wovon zwei beim Erweiterungsbau im Osten zu Ende des 16. Jahrhunderts entfernt wurden.

© Zaisberger
Ansitz Einödberg© Zaisberger

Adelige Besitzer waren u. a. die Hundt (1427-1630), Welser, Lasser (1734ff.), Waltenhofen bis 1791. Seither bäuerliche Nutzung.

Privatbesitz

Schloss Dorfheim – Saalfelden

© Bundesdenkmalamt

Am Westrand der jungen Stadt Saalfelden liegt an der Straße nach Leogang der Ansitz Dorfheim, der durch sein hohes Walmdach und die beiden Ecktürme auffällt.

Der typische salzburgische Ansitz mit ehemals vier Erkern an den Gebäudekanten (nur die zwei südlichen sind erhalten) dient heute als Bauernhof, Wohnhaus und beherbergt das Schlossstüberl. Ein schmaler Flügelanbau aus der Zeit um 1600 hat den Gesamteindruck verändert, aber nicht geschmälert.

© Bundesdenkmalamt
© Bundesdenkmalamt

Gegen Ende des 14. Jahrhunderts bezeichnen sich die Hundt – nach ihrem Wappen Bastarden der Grafen von Plain – mit dem Adelsprädikat „von Dorf“. Mitglieder der Familie dienten als Pfleger von Lofer, Lichtenberg, Mittersill und Taxenbach. 1660 musste das Anwesen an Maria Stadlmayr verkauft werden. Der Ansitz war 1682 unbewohnt, die Grundstücke verpachtet. 1719 bis 1860 blieb Dorfheim im Besitz der Erben-Familie Lürzer von Zehendtal. Nach dem verheerenden Brand von Saalfelden 1811 wurde das Landgericht bis 1815 nach Dorfheim verlegt. Die Brandkatastrophe 1901 zerstörte fast alle Einbauten. Zwei Holzdecken und Portale kamen ins Salzburger Museum C.A. (jetzt Salzburg Museum), Teile eines Kachelofens aus dem 17. Jahrhundert befinden sich im Heimatmuseum Waidhofen an der Ybbs. 1912 begannen die neuen Besitzer mit dem Wiederaufbau. Sie nutzen das Anwesen auch heute noch landwirtschaftlich.

Privatbesitz

 

Chiemseehof – Stadt Salzburg

Chiemseehof © Land Salzburg Bildungsmedien

Residenz des Bischofs von Chiemsee

1216 wurde das bestehende Haus dem Bischof des neu gegründeten Bistums Chiemsee als Wohnsitz in der Stadt Salzburg übergeben. 1300 erfolgte ein erster Ausbau, 1356 wurde die Hauskapelle geweiht. Umliegende Häuser wurden dazugekauft, so dass ein spätmittelalterlicher Bischofssitz entstand. Nach einem Brand waren Neubauten nötig, wie der Getreidekasten 1677, die Toreinfahrt 1694, das Kammerdienerstöckl zu Ende des 18. Jahrhunderts. Da der Bischof von Chiemsee an seinem eigentlichen Bischofssitz auf der Herreninsel im Chiemsee nur gegen Bezahlung wohnen durfte, musste der Chiemseehof in Salzburg allmählich zu einer Residenz ausgebaut werden. Auch wünschte der Salzburger Erzbischof, dass er seinen Weihbischof „stets griffbereit“ hatte. Im südseitigen Verbindungstrakt sind in einem Gang über den Arkaden die Wappen aller und die Portraits der meisten Chiemseer Bischöfe erhalten. Besonders hübsch ist das Kupferstichkabinett aus dem 18. Jahrhundert.

Die Aufhebung des Bistums 1805 überlebte der Chiemseehof vorerst, weil der letzte Bischof Sigmund Christoph Graf von Zeil und Trauchburg für den geflohenen Fürsterzbischof die geistlichen, 1809 auch die weltlichen Aufgaben übernahm. 1824-1835 war der Chiemseehof Residenz für den neuen Erzbischof Augustin Gruber. 1866 konnte ihn das Land Salzburg als Sitz des neuen Salzburger Landtages erwerben. Seither wurde das Torstöckl mit Kapelle abgerissen und der ganze Komplex für den Landtag, den Landeshauptmann und einige Abteilungen des Amtes der Salzburger Landesregierung mehrfach umgebaut.

Eigentümer: Land Salzburg, Sitz des Landeshauptmannes und des Landtages sowie einiger Ämter der Landesregierung.

Brennhof – Werfen

Brennhof © Zaisberger

Zweitresidenz des Erzbischofs ,,inner Gebirg“

Gegenüber dem ehemaligen Gerichtsgebäude erwarb Erzbischof Michael von Kuenburg 1560 das nach dem Gollinger und Werfener Bürger Wolfgang Brenner benannte Gebäude. Er wollte hier für sich eine zweite Residenz erbauen. Sein Nachfolger, Erzbischof Johann Jakob von Khuen-Belasi, beauftragte den Hofbaumeister Jörg Vischer mit dem Neubau (1561-1565), dessen Substanz in den Hauptteilen nahezu unverändert erhalten geblieben ist.

© Zaisberger
Brennhof © Zaisberger

Der Straßentrakt verfügt über elf Fensterachsen und ein prächtiges spätgotisches Portal. Der rechteckige Innenhof zeigt im Süden einen zweigeschossigen Laubengang mit Kreuzgewölben und 16 Arkaden. Der Westflügel liegt erhöht und beherbergte früher Getreidekasten und Schüttboden. Die Nordseite ist nicht glücklich verändert.

Der Brennhof diente als Amtssitz für Berg- und Forstämter. 1849-1854 beherbergte er die neue Bezirkshauptmannschaft (Bezirksamt) für den Pongau. 1856 wurde er an den Bräuer Erasmus Kirchberger verkauft, der ihn 1912 an Erzherzog Eugen weitergab. Von ihm erhielt ihn die Marktgemeinde Werfen 1925, die hier das Gemeindeamt einrichtete.

Eigentümer: Marktgemeinde Werfen

Hof Blumenstein – Stadt Salzburg

Hof Blumenstein © Bundesdenkmalamt

Sommersitz eines Salzburger Handelsherrn

In einem Teil des ausgedehnten Gartens von Schloss Fürberg ließ sich ein Salzburger Handelsmann 1635 einen kleinen Hof als Sommersitz erbauen.

Während des 18. Jahrhunderts war er in adeligem Besitz, darunter die Familie der Grafen Kuenburg. Sie sorgten für eine zeitgemäße Innenausstattung, woran ihr Allianzwappen auf einer Stuckdecke erinnert.

Das Torhaus mit Durchfahrt stammt von 1758, der Schlussstein zeigt allerdings die Jahreszahl 1635.

Im Erdgeschoss ist die Firma Jordis Salzburger Handdrucke untergebracht.

Privatbesitz

 

Schloss Blühnbach – Werfen, Tenneck

Schloss Blühnbach © Land Salzburg Bildungsmedien

Jagdschloss des Fürstenbischofs

Die erste urkundliche Nennung ist 1431 belegt. Das Blühnbachtal diente den Erzbischöfen als Jagdrevier, ursprünglich nur mit einem hölzernen – seit 1526 nachweisbaren – Jagdhaus als Zentrum. Die nötige Ausstattung für Besuche der Erzbischöfe wurde aus Hohenwerfen angeliefert. Bestimmte Bauern des Werfener Salzachtales waren zur Lieferung des „Sinheus“ verpflichtet, Heu für die Wildfütterung im Tal. 1603-1607 ließ Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau ein gemauertes Jagdschloss bauen. Nach dem Bau von Weitwörth verlor Blühnbach an Bedeutung und wurde im 18. Jahrhundert nur noch als Gestüt verwendet.

Fürsterzbischof Hieronymus Colloredo ließ im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts noch ein zweites Stockwerk aufsetzen. Nach der Angliederung Salzburgs an Österreich 1816 wurde das Schloss 1842 an eine „Adelige Jagdgesellschaft“ unter Führung von Fürst Pless verpachtet. 1910 mussten sie ihre Hochgebirgsjagd auf Wunsch des Erzherzog-Thronfolgers Franz Ferdinand gegen eine Jagd in Niederösterreich eintauschen. Dieser ließ das Schloss umbauen und völlig neu einrichten.

Seine Ermordung in Sarajevo 1914 wird mit der Erlegung eines weißen Gams 1913 in Blühnbach in Zusammenhang gebracht. Die präparierte Gämse wird im Haus der Natur in Salzburg gezeigt. 1916 veranlasste Kaiser Franz Joseph den Verkauf an die Familie Krupp von Bohlen-Halbach. Wälder und Jagd wurden 1973 an die Österreichischen Bundesforste, das Schloss 1989 an einen US-Amerikaner verkauft. Seither wurde das Schloss generalsaniert und neu ausgestattet. Das Jägerhaus im Nordosten wurde um 1780 erbaut. Die alte Kapelle ist bereits 1582 genannt, wurde aber zu Beginn des 20. Jahrhunderts neugotisch umgebaut und erweitert.

Privatbesitz

Schloss – Berchtesgaden

Schloss Berchtesgaden © Schlossverwaltung Berchtesgaden

Wohn- und Repräsentationsbau des Stiftes

Als geistliches Zentrum des 1102 gegründeten Augustiner-Chorherrenstiftes bildeten die Stiftsgebäude die Zelle der Propstei und des künftigen Landes Berchtesgaden. Als solche blieben sie bis zur Aufhebung des geistlichen Fürstentums 1803 als Wohn- und Repräsentationsbauten für das Stiftskapitel erhalten, ehe die Gebäude 1806 und 1809 als Kaserne beschlagnahmt wurden. Seit 1818 diente der größte Teil den Wittelsbachern als Sommersitz.

Schloss Berchtesgaden © Vollmer/ Berchtesgaden
Schloss Berchtesgaden © Vollmer/ Berchtesgaden

Die um 1200 fertig gestellten und an die Stiftskirche anstoßenden Konventsgebäude (u.a. mit Kreuzgang, Speisesaal, Beratungsraum und Schlafraum) wurden im Verlaufe des 15. Jahrhunderts erstmals durch Zubauten erweitert. Unter Propst Bernhard Leoprechtiger (1446 – 1473) entstand der so genannte „Hofbau“. Im 16. Jahrhundert erfolgten ab 1532 großzügige Um- und Neubauten, wobei für den davor liegenden Platz ein weitgehend einheitliches Bild erreicht werden konnte. Erheblich erweitert wurde die Anlage unter Fürstpropst Maximilian Heinrich (1640 – 1688). Während fast jeder Fürstpropst den Stiftsbauten seinen persönlichen Stempel aufdrückte, um ihnen den Anschein einer renaissance- bzw. barockzeitlichen Residenz zu verleihen, erhielt die Westfassade unter Propst Joseph Clemens ihr heutige Aussehen. Für eine wehrhafte Funktion war das „Schloss“ von Berchtesgaden nicht vorgesehen.

Schloss Arenberg – Stadt Salzburg

Schloss Arenberg © Bundesdenkmalamt

Burg auf dem Bürglstein

Die Frühgeschichte der „Burg auf dem Bürglstein“ ist nicht erforscht. Das Gelände war jedenfalls schon in römischer Zeit besiedelt bzw. diente als römischer Friedhof, der durch die Ausgrabungen des Gärtners Rosenegger zu Beginn des 19. Jahrhunderts bekannt wurde. Der Kern des heutigen Schlosses stammt aus dem 14. Jahrhundert.

© Bundesdenkmalamt
Schloss Arenberg © Bundesdenkmalamt

Die mittelalterliche Burg wurde im 18. Jahrhundert umgestaltet und schließlich 1861 von Fürstin Sophie von Arenberg, geb. Auersperg, durch Anfügung von je einem Seitenflügel zu einem weitläufigen Palais ausgebaut. Im großen Saal im Obergeschoss befindet sich eine Kassettendecke des 16. Jahrhunderts aus dem Schloss Tandalier bei Radstadt und die dazugehörigen Renaissance-Türen mit den Wappen des Christoph Graf von Schernberg und seiner Gattin Catarina geborene von Paumgarten zu Traunstein 1569.

1912 bis 1922 wohnte hier der Dichter und Schriftsteller Hermann Bahr mit seiner Gattin, der Kammerschauspielerin Anna Bahr-Mildenburg. 1931 übernahm die Stadt Salzburg das Palais, danach das Land.

Die Kapelle fiel den Bomben zum Opfer, das ehemalige Lusthaus wurde Ruine und ist abgetragen. Nach dem Brand 2009 wurde das Anwesen grundlegend erneuert. Das Schicksal des einst schönen Parks ist offen.

Eigentümer: Salzburg Stiftung der American Austrian Foundation

Wasserschloss – Anif

© Bundesdenkmalamt

Ehemaliger Sommersitz der Bischöfe von Chiemsee

Inmitten eines ausgedehnten Parks liegt das Wasserschloss in einem künstlich angelegten See.

Das erzbischöfliche Urbaramt „zu Anif“ ist seit dem 14., das Schloss seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar. Hofkanzler Dr. Niclas Ribeisen erhielt es 1530 für seine Lebenszeit. In der Zeit um 1570 soll es der reiche Gewerke Christoph Perner von Rettenwörth neu gebaut haben. 1689 kaufte es Fürsterzbischof Johann Ernst von Thun und leitete eine Generalsanierung ein. Zwischen 1693 und 1807/1811 nützten es die Bischöfe von Chiemsee als Sommersitz, gegen die Verpflichtung, vierteljährlich eine Messe für den jeweiligen Fürsterzbischof in der Schlosskapelle zu lesen.

© Bundesdenkmalamt
Schloss Anif   © Bundesdenkmalamt

Das heutige, neugotische Wasserschloss wurde 1838-1848 für Alois Graf Arco-Stepperg nach englischem Vorbild vom Architekten Heinrich Schönauer neu gestaltet. Um einen Innenhof sind drei Flügel des Schlosses und gegen Westen der Bootshafen angeordnet. Die offene Säulenhalle zum See schmückt die vom Münchner Bildhauer Ludwig v. Schwanthaler geschaffene, lebensgroße Figur einer Nymphe.

Im Erbwege ist das Schloss seit 1893 im Besitz der Familie der Grafen von Moy de Sons.

Im Schreibzimmer entband der hierher geflüchtete letzte bayerische König Ludwig III. seine Beamten und Offizieren am 12. Nov. 1918 vom Diensteid. Das romantische Schloss war mehrfach Kulisse für Filme, wie z.B. „Pater Braun“ mit Heinz Rühmann.

Privatbesitz

Alte Wacht (Stegenwacht) – Großarl

Alte Wacht © Tourismusverband Großarl

Eingang ins Großarltal

Die letzte hölzerne Mautstelle im Land Salzburg (vgl. gemauerte Straßentore in Neumarkt am Wallersee und Klause Seethal/Tamsweg) diente der Kontrolle und Verzollung von Handelswaren, vor allem Lebensmittel, die für die Versorgung der Bergknappen im Großarltal wichtig waren. Der Platz ist wohl einer der fünf „Stegen“-Orte, die schon im 8. Jahrhundert genannt sind.

Der Felsvorsprung am Taleingang musste auf einem Holzsteg umgangen werden. Erst 1566 wurde eine Straße aus dem Fels geschlagen, 1680/81 aus dem Fels gesprengt und seit 1988 mit einer großzügigen Talbrücke umfahren.

Seit 1682 existiert die „Alte Wacht“ in der heutigen Form, nach mehrfachen Beschädigungen durch Holztransporte jedoch etwas verändert, seit 1998 laufend restauriert. Militärisch besetzt war sie nur während der Pest 1655, der Protestantenvertreibung 1731/33 und in den Franzosenkriegen 1797-1809.

© Tourismusverband Großarl
Alte Wacht  © Tourismusverband Großarl

Eigentümer seit 1998: Nationalpark Hohe Tauern/Hüttschlag/Großarltal

 

 

 

Aiglhof (Lindhof) – Stadt Salzburg

Aiglhof © Land Salzburg Bildungsmedien

Ansitz einer Salzburger Adelsfamilie

Ursprünglich besaß den Ansitz die salzburgische Adelsfamilie „Aygl zu Lind“, die in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts den Landständen (Vertretung im Landtag) angehörte.

Das Benediktinerkloster St. Peter erwarb 1604 den Aigl- oder Lindhof und baute ihn erstmals 1628, dann nochmals 1795 und mehrfach in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts um.

Im ehemaligen Ziergarten wird heute eine Gärtnerei betrieben. Das rundbogige Gartentor verweist mit der Jahreszahl 1787 auf grundlegende Umbauten.

Die ehemalige Hauskapelle erhielt 1797 einen klassizistischen Altar nach dem Entwurf von Wolfgang Hagenauer und ein Altarbild von Martin Johann Schmidt, dem „Kremser Schmidt“.

Eigentümer: Erzabtei St. Peter

Schloss Aigen – Stadt Salzburg

Schloss Aigen in Salzburg © Bundesdenkmalamt

Herrensitz des Salzburger Domkapitels

Bei der ersten Erwähnung 1402 war der Herrensitz im Besitz des Salzburger Domkapitels. Die vierflügelige Anlage um einen trapezförmigen Hof erhält ihr charakteristisches Aussehen durch den fünfgeschossigen Turm an der Hoffassade. Über dem Hauptportal und dem Turmtor ist das Wappen der Familie Schwarzenberg zu sehen, die durch Fürsterzbischof Friedrich Fürst Schwarzenberg (1836-1850) Eigentümer von Aigen geworden ist. Durch Einheirat gingen Schloss und Park an die Grafen Revertera y Salandra über.

Der Park ist im ausgehenden 18. Jahrhundert nach den Vorstellungen des Domherren Anton Willibald von Wolfegg in einen englischen Garten mit Denkmälern, Nischen und Grotten nach Ideen der Freimaurer ausgestaltet worden. Hier war ein Treffpunkt für die Illuminatenloge „Apollo“.

Schloss Aigen in Salzburg © Bundesdenkmalamt
Schloss Aigen in Salzburg © Bundesdenkmalamt

Im 19. Jahrhundert war Aigen ein beliebter Kur- und Badeort.

Privatbesitz

Schloss Adelsheim – Berchtesgaden

Schloss Adelsheim in Berchtesgaden © H. Guggenberger

1614 vom Stiftsdekan Degenhard Neuchinger als Lust- und Sommerhaus errichtet, ging Adelsheim nach dessen Tod zuerst an das Stiftskapitel von Berchtesgaden und 1636 an den Stiftskanzler Dr. Fröhlich über. Nach mehreren Verkäufen – unter anderem an Holzwarenverleger – kam das Schloss 1796 in bayerischen Staatsbesitz und diente als Hauptsalzamt.

Eine Holzmodel im Schloss Adelsheim © H. Guggenberger
Eine Holzmodel im Schloss Adelsheim © H. Guggenberger

Schloss Adelsheim war der Sterbeort des letzten regierenden Fürstpropstes von Berchtesgaden, Konrad von Schroffenberg 1803. Das Haus ging in die Hände des Holzwarenverlegers Johann Wallner und anschließend unterschiedlicher bürgerlicher Familien über. Bis 1887 gehörte es zur Gemeinde Salzberg, heute ist darin das Heimatmuseum des Landkreises Berchtesgadener Land untergebracht.

Das Schlösschen Adelsheim in seinem heutigen Bauzustand stammt aus der Zeit der Erbauung 1614. Während das Hauptgebäude drei Stockwerke aufweist, sind in dem angeschlossenen Seitengebäude zwei Obergeschosse untergebracht. Die Bedachung ist mit Gauben und Schopfwalmen geschaffen.

5 Schutz der Moore

Der großflächige Torfabbau (Gartentorf) mit seiner nachhaltigen Zerstörung der Hochmoore sorgte in Bayern letztlich für das Aus einer industriellen Nutzung. Die Wende kam Ende der 1980er Jahre durch Beschluss des Bayerischen Landtags, großflächigen Torfabbau auf staatseigenen Gebieten nicht mehr zuzulassen und damit das Bayerische Naturschutzgesetz (1973) mit Ergänzungen 1982 (Schutz der Feuchtflächen) umzusetzen. Unabhängig davon hatten der Bund Naturschutz in Bayern und der Landesbund für Vogelschutz von Privateigentümern Hoch- und Niedermoorflächen angekauft.

In Salzburg und Oberösterreich reagierte man auf die zunehmenden Verluste an intakten Mooren infolge von Torfabbau, intensivierter Landbewirtschaftung und Siedlungstätigkeit durch die Ausweisung von Naturschutzgebieten bzw. vergleichbaren ökologischen Schutzgebieten. Mit der Novelle des Salzburger Naturschutzgesetzes 1993 erhielten Moor-Lebensräume zudem einen generellen rechtlichen Schutz.

Wenn auch für jedes Moor unterschiedlich, so ist es doch gemeinsames Ziel, geschädigte Moore zu renaturieren. Die Wege dazu sind bei brachliegenden Torffeldern das Wiedervernässen durch Anstauen von Niederschlagwasser mit Dämmen. Bei kleineren Moorgebieten geht es vorrangig um das Schließen von Entwässerungsgräben und Kanälen. Derartige Maßnahmen sind inzwischen in zahlreichen Moorgebieten abgeschlossen oder weitgehend durchgeführt.

Wüchsige Hochmoore werden die für den voralpinen und alpinen Bereich vorhergesagten Folgen des Klimawandels für ihre Umgebung abmildern können. Das ist allerdings von ihrer Größe und von ihrem Zustand abhängig. Sie sind in der Lage, plötzliche, aber auch andauernde Niederschlagsmengen zu speichern und danach einen Teil davon langsam wieder abzugeben. Ihre an extreme Temperaturen gewöhnten Pflanzen dürften andererseits auch mit längeren Trockenperioden zurecht kommen. Vor allem die Hochmoore werden so die Mühen und Kosten zu ihrem Schutz – nach jahrzehntelangen bedrohlichen Eingriffen durch den Menschen – „danken“.

4 Nutzung der Moore

Moore hat der Mensch schon vor Jahrtausenden als Lagerstätten von Brennmaterial entdeckt und behutsam genutzt. So berichtete Plinius, der von 47 – 57 nach Christus Germanien bereiste, zum Torfabbau folgendes: „Den mit der Hände Arbeit gewonnenen Torf trocknen sie mehr durch den Wind als durch die Sonne und wärmen mit dieser Erdart ihre Speisen und ihren vom Nordwind steifen Leib.“ Solche Gebiete wurden teilweise auch als Siedlungsplätze ausgewählt, wie der Federsee bei Bad Buchau, oder als Naturplätze geschätzt, um kultische Handlungen vollziehen zu können. Beispiele dafür sind die Funde von Weihe- und Opfergaben im Ainringer Moos und im Bürmooser Moor („Grundloser See“) sowie der Bohlenweg in der Rottauer Filzen.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in Bayern sowie in den österreichischen Bundesländern Salzburg und Oberösterreich Torf als häufig vorhandenes und preiswertes Brennmaterial erkannt. Deshalb kam ein rasanter Abbau von Torfgebieten mit allen möglichen Maschinen in Gang, wofür das Ainringer Moos, das Bürmooser Moor oder das Weidmoos interessante Beispiele sind.

Nach dem ersten Weltkrieg war die Not an Brennmaterial nur durch Torfabbau zu lindern. Deshalb entstanden nach dem Erlass des Bayerischen Torfwirtschaftsgesetzes im Februar 1920 vor allem auf staatseigenen Flächen große Torfwerke, wie bei der Kendlmühlfilzen das Torfwerk Rottau, im Ainringer Moos das Torfwerk Niederstrass und für das Zehme- und Weidmoos das Torfwerk Bürmoos.

Daneben dürfen nicht die zahlreichen Handtorfstiche der bäuerlichen Betriebe vergessen werden, in denen Brenntorf und Torf zur Stalleinstreu gewonnen wurde. Erhebliche großflächige Eingriffe in den Hochmoorgebieten verursachte schließlich der Bedarf an Gartentorf zu Beginn der 70er Jahre. Dafür wurden riesige Torffelder zentimeterweise abgefräst.

Ohne weitläufige Entwässerungsmaßnahmen war an eine industrielle Nutzung von Hochmooren nicht zu denken. Diese wurden so geplant und ausgeführt, dass die abzutorfenden Gebiete ohne Einsatz von Pumpen entwässert werden konnten. Mit einem natürlichen Gefälle auf einer Länge von zumeist 0,8 – 1,5 Kilometer zum nächsten Vorfluter war das bei einer Abbautiefe von bis zu 4,0 Meter zu erreichen. War das nicht mehr möglich, wurden einfach neue Torffelder erschlossen. Im westlichen Teil der Kendlmühlfilzen entstanden so seit 1920 zum Beispiel 11 Torffelder.

Das war die eine unbedingt erforderliche Maßnahme. Die andere war die des Abtransports von abgebautem Torf. Dieser konnte nur durch den Einsatz von Schmalspurbahnen bewerkstelligt werden. Solche Bahnen, häufig Feldbahnen genannt, waren seit Mitte des 19. Jahrhunderts die motorisierten „Zugpferde“ des ortsgebundenen Schwerlastverkehrs, sei es in der Landwirtschaft, bei Ziegeleien oder eben beim Torfabbau. Bei der Abfuhr von Torf aus den tiefgründigen Mooren waren sie überhaupt das einzig brauchbare Transportmittel. Deshalb entstanden im Lauf von Jahrzehnten 10 bis 30 Kilometer lange Feldbahnstrecken mit Spurweiten von 600 oder 880 Millimeter. Auf Holzschwellen aufgenagelt oder geschraubt, waren Schmalspurgleise sichere Transportwege für Bockerlbahnen, die an Verlade- und Abpackstationen endeten. Solche erhalten gebliebenen sogenannten Torfbahnhöfe sind damit einmalige Zeugnisse der Nutzungsgeschichte in Hochmooren.

 

3 Die wichtigsten Unterschiede – Pflanzen und Tiere

Hochmoore

Wasserhaushalt: Keine Verbindung zu den meist nährstoffreichen Grundwasserströmen, nur vom nährstoffarmen Regenwasser gespeist

Beispiele typischer Tiere: Birkhahn (in den EuRegio-Voralpenmooren seit langem ausgestorben!), Kreuzotter, Hochmoor- Mosaikjungfer, Hochmoorgelbling

Vegetation: Eher niederwüchsige Pflanzen, die das extrem nasse, nährstoffarme und sauere Milieu im Hochmoor aushalten, z.B. wasserspeichernde Torfmoose und zwergwüchsige Blütenpflanzen; insgesamt artenarm

Beispiele typischer Pflanzen: Sonnentau, Moosbeere, Scheidiges Wollgras, Rosmarinheide

 

Niedermoore

Wasserhaushalt: Verbindung zu den meist nährstoffreichen Grundwasserströmen sowie zu Bächen und Flüssen

Beispiele typischer Tiere: Kiebitz, Ringelnatter, Ameisenbläuling

Vegetation: Meist höherwüchsige Pflanzen mit Kontakt zu mineralischem Wasser und nährstoffreichen Torfschichten, wie z.B. Sauergräser, Schilf und Binsen, insgesamt deutlich artenreicher als das Hochmoor

Beispiele typischer Pflanzen: Breitblättriges Wollgras, Mehlprimel, Breitblättriges Knabenkraut, Lungenenzian, Schwertlilie