Auf der Fraueninsel im Chiemsee sind bis heute die Traditionen eines zwölfhundert Jahre alten, adeligen Frauenklosters eindrucksvoll bewahrt geblieben. Die älteste noch bestehende benediktinische Frauenabtei Altbayerns wurde 782 vom letzten Agilolfingerherzog Tassilo III. und dessen Gattin Liutpirc gegründet. Aus der Gründungszeit sind noch die Torhalle mit den Engelsfiguren in der Michaelskapelle und einige Ausstattungsstücke der ersten Klosterkirche erhalten. Besonderes Ansehen genoss Irmengard, die Tochter des ostfränkischen Königs Ludwig des Deutschen, die von ca. 858/60 bis zu ihrem Tod 866 dem Kloster als Äbtissin vorstand. Ihr besonderer Einsatz für soziale, kirchenpolitische und künstlerische Belange führte schon unmittelbar nach ihrem Tod zu ihrer Verehrung und 1929 zur feierlichen Seligsprechung. Ihr Wirken, das in allen späteren Beschreibungen als Blütezeit der Fraueninsel bezeichnet wird, führte in Verbindung mit der Stellung Frauenwörths als eine unmittelbar dem König unterstellte Reichsabtei zu dem Jahrhunderte lang üblichen Titel: „Königliches Stift und adeliges Kloster Frauenwörth im Chiemsee“.
Durch Brände und Plünderungen wie zur Zeit der Ungarnstürme im 10. Jahrhundert schien der Bestand des Klosters wiederholt gefährdet. Im 11. Jahrhundert fiel Frauenwörth nach dem Verlust der Reichsunmittelbarkeit dem Erzbistum Salzburg zu. Die Absicht Erzbischof Eberhards II., das Kloster aufzuheben und seine Güter zur Ausstattung des Bistums Chiemsee zu verwenden, scheiterte am Widerstand des Papstes. Politisch kam Frauenwörth im 13. Jahrhundert zwar wieder unter die Hoheit der bayerischen Herzöge, kirchlich verblieb es aber bei Salzburg. Die Wirren des Dreißigjährigen Krieges überstand das Kloster unter der Leitung von Äbtissin Maria Magdalena Haidenbucher (1609-1650) trotz aller Angriffe auf einzelne Besitzungen und hoher Kriegssteuern ohne größere Schäden. Auch große Brandkatastrophen meisterte das Kloster in der Folgezeit erfolgreich, bis es schließlich im Zuge der Säkularisation 1803 offiziell aufgehoben wurde.
Der größere Teil des Konvents blieb auch nach der Säkularisation unter schwierigsten Verhältnissen im Kloster, doch schien ein Erlöschen absehbar. Wegen der Insellage galten auch die Gebäude als nicht verwertbar. König Ludwig I. genehmigte jedoch 1836 auf Bitten der drei letzten noch lebenden Klosterfrauen die Wiedererrichtung. Danach erlebte das Kloster rasch eine neue Blüte. Neben der Pflege christlichen Klosterlebens in Einklang mit der Bevölkerung widmeten sich die Nonnen besonders der schulischen Erziehung von Mädchen. Alle Schulsparten und ein Internat genossen überregional einen hervorragenden Ruf und waren bis zur Einstellung 1995 gut frequentiert.
2. Die zweigeschossige Torhalle aus der Gründungszeit des Klosters um 782 gilt als das älteste vollständig erhaltene Bauwerk Süddeutschlands. Ein gleichzeitiger Zyklus von Engelsfiguren in der Michaelskapelle, mehrfach übertüncht und daher erhalten geblieben, wertet den Bau noch zusätzlich auf. In der Torhalle ist ein Museum eingerichtet, das Kopien romanischer Fresken zeigt, die über dem Kirchenschiff entdeckt wurden. Während die Klostergebäude des frühen Mittelalters nördlich der Stiftskirche lagen, wurde nach einem Brand im 10. Jahrhundert ein neues Kloster im Süden der Kirche errichtet. Der Kern der derzeitigen Anlage bestand bereits im 11. Jahrhundert einschließlich des frei neben der Kirche stehenden Glockenturms. Er wurde als Wehranlage errichtet, 1626 barockisiert und prägt mit seiner mächtigen Zwiebelhaube bis heute das Bild der Insel.
Kunstgeschichtlich von besonderer Bedeutung ist die Klosterkirche St. Maria, die im 11. Jahrhundert über den karolingischen Grundmauern des Vorgängerbaus errichtet wurde. Die dreischiffige Basilika ist in ihrer äußeren Erscheinung noch von der romanischen Bauperiode geprägt, im Inneren dominiert jedoch architektonisch die Epoche der Spätgotik. Das Langhaus der Basilika ist mit einem Rippengewölbe versehen. Im 18. Jahrhundert wurden die Irmengardkapelle hinter dem Hochaltar im Osten und die Maria-Mitleid-Kapelle im Norden ausgemalt. Die Ausstattung der Kirche prägt der Barock mit elf Altären, Orgel und Kanzel gehören bereits dem Rokokostil an. Im Hochaltar von 1694 befindet sich ein aus der Münchner Frauenkirche stammendes Altarbild das Christus als Auferstandenen zeigt, der seiner Mutter erscheint. Auch alle übrigen Altäre in den Seitenschiffen entstanden gegen Ende des 17. Jahrhunderts.
In der Irmengardkapelle findet man die Grabstätte der als „zweite Stifterin des Klosters“ verehrten seligen Irmengard. Die Wände sind übersät mit Dankestafeln, ein Fürbittenbuch liegt aufgeschlagen für Einträge bereit. Die große Verehrung, die der seligen Irmengard auch heute noch von den Gläubigen zuteil wird, zeigt sich hier deutlich.
3. Das Kloster mit seinen Wohnbereichen und Wirtschaftsgebäuden, seinem Friedhof und seinen Gärten bildet eine idyllische und eindrucksvolle Anlage. Auch nach der Einstellung der schulischen Tätigkeit 1995 blieben die geistlichen Frauen dem Lehrbetrieb treu. Die Angebote zur Fortbildung in Form von Kursen und Seminaren sowie die Möglichkeit der inneren Einkehr und Meditation wenden sich heute vor allem an Erwachsene. Mit derzeit 34 Frauen, die ein Klosterleben nach der Regel des hl. Benedikt führen, bildet der Konvent von Frauenchiemsee wie schon seit vielen Jahrhunderten ein geistliches und kulturelles Zentrum des Chiemgaus.
Am 8. September 1875 errichtete der hl. Arnold Janssen sein erstes Missionshaus in Steyl an der Maas in Holland. Schrittweise baute er diese Gründung zum Missionsorden „Societas Verbi Divini“ („Gemeinschaft des göttlichen Wortes“, Ordensabkürzung SVD) aus. Das Werk wuchs sehr schnell und schon 1878 schickte Arnold Janssen erste Missionare, darunter den hl. Josef Freinademetz aus Südtirol, nach China. Das Missionshaus St. Rupert in Bischofshofen war die letzte Gründung, die 1904 Arnold Janssen noch persönlich durchführen konnte.
Die Kloster-Anlage mit Patres-Haus, Internat, Betrieben und Werkstätten für die Brüder entstand in den Jahren 1906 -1912. Die heutige neobarocke Kirche wurde zum 25-Jahr-Jubiläum der Klostergründung in den Jahren 1926-1929 nach Plänen des Architekten Fischer aus Werfen errichtet und am 16. Juni 1929 geweiht. Der Innenraum der großzügig angelegten Kirche ist der St. Anna-Basilika in Altötting nachempfunden und der Kirchturm hat sein bauliches Vorbild in der Stiftskirche St. Peter in Salzburg.
Während der Nazidiktatur wurde das Internat aufgelöst und das Missionshaus enteignet. Von März bis September 1945 diente das Missionshaus als Militärlazarett. Davon zeugt noch heute ein Lazarettfriedhof mit ca. 100 Gräbern. Schon im Oktober 1945 wurde der Internatsbetrieb wieder aufgenommen. Ab dem Jahre 1970 wurden auch externe Schüler zugelassen. Im Jahre 1988 wurde das Internat geschlossen und Mädchen in die Schule aufgenommen. Die elf Patres und Brüder, die heute in St. Rupert leben, führen ein angesehenes katholisches Privat-Gymnasium mit ca. 400 Schülerinnen und Schülern mit einer zeitgemäßen Schulpastoral.
Um 711/12 stießen zwei Brüder aus einer in Oberalm (Albina) ansässigen romanischen Adelsfamilie beim Jagen und Goldwaschen im heutigen Bischofshofen auf einen Kult zu Ehren des hl. Maximilian, der an diesem Ort seit der Spätantike überdauert hatte. Sie benachrichtigten den hl. Rupert, der dort in engem Zusammenwirken mit dem Bayernherzog Theodo sowie der Adelssippe aus Oberalm ein Kloster errichten ließ. Diese „Maximilianszelle“, der erste Stützpunkt für die Salzburger Slawenmission, wurde um 720 von „grausamen Slawen“ zerstört. Nach dem Wiederaufbau überließ der Bayernherzog Odilo (736-748) das Kloster den Angehörigen der Albina-Sippe, worauf es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen diesen und Bischof Virgil von Salzburg kam. Nach einer erneuten Zerstörung 820 im Zusammenhang mit dem großen Slawenaufstand des Fürsten Liudewit wurde die Kirche ein Jahr später neu geweiht.
Um 900 erfolgte ein Neubau von Kloster und Kirche, den Erzbischof Theotmar (873-907) konsekrierte. In den Zeiten der Ungarneinfälle bis 955 erhielt der ganze Komplex eine starke Umfassungsmauer, die bald darauf durch den Bau des Kastenturms verstärkt wurde. Damals vollzog sich wohl ebenso wie in Herrenchiemsee der Übergang von einem irofränkisch geprägten Mönchskloster zu einem Kollegiatstift unter der unmittelbaren Leitung des Erzbischofs.
Zwischen 1139 und 1143 wandelte Erzbischof Konrad I. im Zuge seiner großen Klosterreform die Maximilianszelle in ein Augustiner Chorherrenstift um, dessen wichtigste Aufgabe die Seelsorge in den benachbarten Gebieten bildete. Für die Bevölkerung des Ortes wurde eine eigene, der hl. Maria geweihte Pfarrkirche errichtet. Als Erzbischof Eberhard II. 1216 das „Eigenbistum“ Chiemsee errichtete, übergab er diesem als Ausstattungsgüter die beiden Augustiner Chorherrenstifte (Bischofs-) Hofen und Zell am See, im folgenden Jahr beschränkte er die Zahl der dort tätigen Geistlichen auf jeweils fünf. Damit war das Ende des Stifts, das keinen eigenen Konvent mehr besaß, vorgezeichnet.
Die einer polnischen Adelsfamilie entstammende Gräfin Maria Theresia Ledochowska (1863-1922) zog sich vor 1890 in das Asyl der Barmherzigen Schwestern in Salzburg-Riedenburg zurück, um sich ganz dem Kampf gegen die Unterdrückung der Schwarzen in Afrika zu widmen. Sie gründete die nach dem spanischen Jesuiten Petrus Claver benannte „St. Petrus-Claver-Sodalität“ und veröffentlichte in der Zeitschrift „Echo aus Afrika“ Berichte aus den afrikanischen Missionsstationen. Zur Herstellung ihrer Zeitschrift und weiterer Publikationen erwarb sie 1897 die verfallene Papierfabrik in Lengfelden bei Bergheim und richtete darin das Missionshaus „Maria Sorg“ ein. In der hauseigenen Druckerei wurden Missionsblätter, Kalender, Broschüren und Flugschriften in großer Zahl gedruckt, aber auch Religionsbücher, Katechismen, biblische Geschichten, Heiligenleben und Gebetbücher in afrikanischen Sprachen hergestellt und versandt.
Bald entstanden weitere Häuser in Wien, München, Triest und Rom, dann auch Niederlassungen in Spanien, England und den Vereinigten Staaten. Gräfin Ledochowska, die zwar selbst nie nach Afrika kam, aber dort als „Mutter der Schwarzen“ gerühmt wurde, verbrachte ihre letzten Lebensjahre in Italien und starb 1922 in Rom. Von Papst Paul VI. wurde sie 1975 selig gesprochen. Das von ihr gegründete Missionswerk erlebte nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Errichtung neuer Niederlassungen in allen Teilen der Welt einen großartigen Aufschwung. Weltweit umfasst es derzeit 38 Häuser mit 226 Schwestern, das Generalhaus befindet sich in Rom.
Im Missionshaus Maria Sorg sind derzeit 13 Schwestern aus Indien, Afrika, Polen und Österreich tätig. Sie widmen sich vor allem der Redaktion der Zeitschriften „Echo aus Afrika“ und „Afrika für Christus“. Die Druckerei wurde schon vor Jahrzehnten eingestellt, da die Redaktionsarbeit per EDV erfolgt und Zeitschriften und Bücher wegen der hohen Portokosten nicht mehr in Europa sondern in Afrika und Indien gedruckt werden.
Der Ort Berg bei Schnaitsee nördlich des Chiemsees wird bereits 924 erstmals urkundlich erwähnt. Er gewann an Bedeutung, als dort 1156 der Pfarrhof für die Pfarrei Schnaitsee eingerichtet wurde. Erst in moderner Zeit, im Jahre 1934, wurde der Sitz der Pfarrei wegen der relativ weiten Entfernung nach Schnaitsee verlegt. Die Stiftung Ecksberg bei Mühldorf erwarb dann den Pfarrhof. Nonnen vom Dritten Orden vom heiligen Franziskus betreuten hier Behinderte.
Im Rahmen des „Euthanasie-Erlasses“ des nationalsozialistischen Regimes mussten mehrere hundert geistig oder körperlich Behinderte aus Ecksberg in Fußmärschen nach Berg gebracht werden, von wo aus sie dann zur Ermordung weitertransportiert wurden. 1943 wurde Berg eine Unterkunft für Schüler im Rahmen der „Kinderlandverschickung“, schließlich wieder ein Heim für behinderte Kinder und nach 1945 Unterkunft und Betreuungsstation für Flüchtlinge und Heimatvertriebene.
Zeitweise diente Berg auch als Unterkunft für erholungsbedürftige Klosterschwestern. Erst 1991 verließen die letzten beiden Schwestern das Nikolausheim in Berg. 1999 mietete der Caritasverband München die von Grund auf sanierten und renovierten Gebäude der ehemaligen Behindertenanstalt an. Bis heute befindet sich noch eine sozialtherapeutische Einrichtung für Suchtkranke des Caritaszentrums Traunstein, das Rehazentrum St. Nikolaus, in Berg und setzt damit die Tradition der Klosterschwestern fort.
Die Ansicht des Ortes dominiert die Kirche St. Nikolaus, ein gotischer Bau mit einem Turmunterbau aus romanischer Zeit. Kunstgeschichtlich bedeutsam sind die Glasgemälde der Kirchenfenster, die um 1500 geschaffen wurden.
Mangelnde Glaubensunterweisung sowie der wachsende protestantische Glaube in der Fürstpropstei Berchtesgaden führten 1695 zur Entstehung eines Franziskanerhospizes im ehemaligen Angerkloster, das zuvor von den Augustiner-Chorfrauen (s. auch Berchtesgaden – Augustiner-Chorfrauenstift am Anger) bewohnt worden war. Zur Errichtung eines Franziskanerklosters – auf 12 Patres ausgerichtet – kam es 1715. Im Vordergrund der Arbeit stand von Beginn an die seelsorgliche Tätigkeit, die sich auch auf die karitative Einrichtung von Bruderschaften und Liebesbünden konzentrierte. So etwa führte man 1710 eine Ölbergandacht in der Pfarrkirche ein. Auch ein Kreuzweg in der Klosterkirche ging 1730 auf die Initiative der Franziskaner zurück. Obwohl das Franziskanerkloster Berchtesgaden in den Jahren 1770, 1834 und 1941 ernsthafte Existenzkrisen zu überwinden hatte, besteht der Konvent als „Franziskanische Gemeinschaft“ bis heute.
Während man den um 1490 errichteten und 1683 nach Plänen Lorenzo Sciascas erneuerten Turm der Angerkirche beließ, wurden die Konventsbauten der Augustiner-Chorfrauen seit 1716 abgetragen und durch neue ersetzt.
Kurz nach der Gründung des Augustiner-Chorherrenstifts Berchtesgaden (1102) entstand in dem nach den Nonnen benannten „Nonntal“ – im Sinne der damals üblichen Doppelklöster – auch eine Niederlassung für Frauen. Adelige Abstammung scheint für den Eintritt in das Berchtesgadener Chorfrauenstift ein wichtiges Kriterium gewesen zu sein. Als Regularkanonissen von einer Priorin geleitet, bestand ihre Hauptaufgabe im Gebet und in der Handarbeit.
Im 14. Jahrhundert erfolgte die Verlegung der Niederlassung auf den benachbarten so genannten Anger, wo in den Jahren zwischen 1488 und 1519 eine Klosterkirche „Zu Unserer Lieben Frau“ entstand. Kurze Zeit später scheint der Konvent erloschen zu sein, ohne dass die genauen Umstände bekannt sind.
Graf Berengar von Sulzbach gründete gemäß dem Vermächtnis seiner Mutter Irmgard, die dafür ein großes Waldgebiet zur Verfügung gestellt hatte, das Stift Berchtesgaden. Der Gründungskonvent – vier Augustiner-Chorherren sowie vier Laienbrüder – stammte aus dem Reformkloster Rottenbuch. Papst Paschalis II. stellte im Jahr 1102 das junge Stift unter päpstlichen Schutz. Dem unmittelbaren Zugriff des Salzburger Erzbischofs entzogen, erhielt Berchtesgaden 1156 und 1194 kaiserliche Schutzprivilegien von Friedrich I. „Barbarossa“ und Heinrich VI. Diese statteten das Stift mit dem Forst-, Jagd- und Fischrecht, dem Bergregal sowie der Gerichtsbarkeit über die Eigenleute aus und schufen damit die Rahmenbedingungen für eine eigenständige Landesherrschaft, die zu Beginn des 14. Jahrhunderts voll ausgeprägt war. Bis zur Säkularisation 1803 blieb Berchtesgaden in weltlichen Dingen nur dem Kaiser unterstellt. Seit 1491 wurden die Pröpste als „Reichsfürsten“ tituliert und besaßen seit 1559 Sitz und Stimme auf der geistlichen Fürstenbank des Reichstags.
Neben dem umfangreichen Grundbesitz, der bis in den Wiener Raum reichte, und der Landeshoheit gewann die Fürstpropstei seit dem Ende des 12. Jahrhunderts Bedeutung als Salzproduzent. Während eine Saline zuerst im Markt Schellenberg bestand, verlagerte sich mit der Entstehung eines neuen Salzbergwerkes (1517) und später einer dazugehörigen Saline der wirtschaftliche Schwerpunkt nach Berchtesgaden, in den Bereich der Stiftsbauten und der Administration.
Das Stift Berchtesgaden, dessen seelsorglicher Aufgabenbereich sich weitgehend auf die innerhalb des Stiftslandes gelegenen Pfarreien und Vikariate beschränkte, sah sich als politische Macht stets in der schwierigen Rolle, seine Unabhängigkeit zwischen den beiden größeren Nachbarn, Bayern und Salzburg, die sich das kleine Land mit seinen reichen Salz- und Holzvorkommen einverleiben wollten, zu bewahren. Obwohl durch Grenzbefestigungen und eine schützende natürliche Lage in einem Kranz hoher Berge gesichert, führte dies mehrfach zu kriegerischen Auseinandersetzungen und Eroberungen, so etwa 1190, 1382 oder aber 1611. Tatsächlich aber konnte Berchtesgaden – abgesehen von einer kurzen Zeit der Inkorporation in das Erzstift Salzburg 1394-1404/09 – seine Unabhängigkeit bis zur Aufhebung der Fürstpropstei 1803 behaupten, wenngleich seit dem ausgehenden 16. Jahrhundert eine starke administrative und wirtschaftliche Anbindung an Bayern stattfand.
Die Rodungs-, Bildungs-, wirtschaftliche und kulturelle Tätigkeit der Augustiner-Chorherren bildete die Grundlage eines selbstbewussten geistlichen Fürstentums. Seit dem Spätmittelalter galt Berchtesgaden als adeliges Chorherrenstift. Neben einer ansehnlichen Geldsumme mussten die Konventsmitglieder auch einen adeligen Herkunftsnachweis erbringen. Zahlreiche Lustschlösser in der Umgebung des Marktes zeugen vom Repräsentationsbedürfnis und Standesbewusstsein der adeligen Chorherren, die sich ab dem 17. Jahrhundert nur mehr vereinzelt der Seelsorge zuwandten.
2. Die Konventsbauten wie auch die dreischiffige Stiftskirche mit dem Kreuzgang stammen aus dem 12./13. Jahrhundert, wurden allerdings in der Folgezeit stilistisch immer wieder überformt. Um 1470/80 wandelte man das Langhaus in eine gotische Hallenkirche um. Erst 1865 erfolgte die Ausgestaltung zu einer doppeltürmigen Anlage. Die Reichsunmittelbarkeit Berchtesgadens bewirkte eine außergewöhnlich reiche Ausstattung seiner Gotteshäuser mit Malerei, Plastik und Kunsthandwerk. Bemerkenswert sind die großteils erstklassigen Grabdenkmäler der Pröpste und Chorherren aus Untersberger Rotmarmor und Adneter Scheck, ebenso das kunstvolle Chorgestühl aus dem 15. Jahrhundert. Besondere Beachtung verdient der romanische Kreuzgang aus der Zeit um 1200 mit den reich verzierten Kapitellen seiner Säulen. Nach der Aufhebung des Stifts nutzte das bayerische Königshaus Wittelsbach die Konventsbauten, die sich noch heute in seinem Besitz befinden, als Sommerresidenz. Ein Teil davon wurde zum Museum umfunktioniert und kann besichtigt werden.
Die Stadt Bad Reichenhall übertrug 1928 die „Karlsrealschule“ sowie das Knabenpensionat den Maristen-Schulbrüdern aus Furth bei Landshut. Rasch stieg die Schülerzahl auf über 200, von denen über 60 das Internat besuchten. Obwohl die Schulleitung auch in den Jahren des Nationalsozialismus vorläufig geduldet wurde, mussten sich die Maristen im Zuge der vom Staatsministerium verfügten Verdrängung katholischer Orden aus dem Schuldienst 1938 aus Bad Reichenhall zurückziehen. Von 1933 bis 1938 wirkte an der Schule der später im Konzentrationslager Dachau ums Leben gekommene Fr. Johannes Goebel.
Auf Anregung von Kardinal Michael Faulhaber übertrug die Pfarrei St. Nikolaus ihre Filialkirche St. Ägidius 1934 dem Orden der Karmeliten. Für die Kirche fertigte der Schreiner und Laienbruder Fr. Alois Ehrlich zwei Beichtstühle sowie einen Seitenaltar an. Drei Patres und zwei Brüder übernahmen fortan die Pflege von St. Ägidius sowie die dort gehaltenen Gottesdienste und Andachten. Ein wesentliches Merkmal ihrer Tätigkeit war außerdem die Kurseelsorge.
Eine zur Kur in Bad Reichenhall weilende Familie aus Bonn schenkte dem Orden 1938 eine Kopie des Gnadenbildes „Maria Stock“, das seit dem Jahre 1717 in Skoky / Mariastock (Tschechien) verehrt wurde. In den 1950er Jahren gelang es dem Prior des Bad Reichenhaller Karmelitenklosters, P. Thaddäus Ballsieper, eine in kurzer Blüte befindliche Wallfahrt zu dieser in der Ägydikirche aufgestellten Gnadenbild-Kopie zu fördern. Als Verfasser theologischer und marianischer Schriften trat Ballsieper wiederholt in Erscheinung.
Der Konvent wechselte innerhalb der Stadt mehrmals seine Residenz (Wittelsbacherplatz 4; Unterer Lindenplatz 2) und bewohnte ab 1964 das Haus in der Dreifaltigkeitsgasse 10. Mit Ende des Jahres 2009 wurde die klösterliche Niederlassung der Karmeliten in Bad Reichenhall geschlossen.
Im November 1924 erwarben die Dillinger Franziskanerinnen die bis dahin in Privatbesitz befindliche „Villa Innocentia“ und bauten diese zu einem Ferienheim um. Es stand anfänglich den Schwestern des Ordens, später auch Privatpersonen für Ferien- und Kuraufenthalte zur Verfügung. Die Filiale des Mutterhauses in Dillingen bestand zuletzt aus sechs Schwestern, deren Hauptaufgabe die Betreuung der Gäste und die Pflege des Heimes war. 2010 verließen die Schwestern Bad Reichenhall; das Haus ging in private Hände über.
Auf Bitten der Stadtgemeinde Bad Reichenhall errichtete 1852 der Schulorden der Englischen Fräulein eine Mädchenschule, die zusammen mit einem Pensionat in den ehemaligen Konventsbauten des Augustiner-Chorherrenstifts St. Zeno untergebracht war. Zu diesem Zeitpunkt bestand bereits das im selben Jahr gegründete Ordenshaus „St. Maria Reichenhall“. Das Mutterhaus des Filialinstituts St. Zeno befand sich in Nymphenburg.
Da sich der Orden der Erziehung und Bildung von Mädchen höherer Stände verschrieben hatte, galt St. Zeno als „Höhere Töchterschule“, weshalb der überwiegende Teil der Zöglinge dem Großbürgertum entstammte. Die Herkunftsländer erstreckten sich über ganz Europa und sogar nach Übersee, wobei das Gebiet der Österreichisch-Ungarischen Monarchie den Spitzenplatz einnahm. Der Anteil der aus Wien stammenden Schülerinnen betrug zwischenzeitlich bis zu 40 Prozent. Schulsprache war das Französische. Umfangreiche Umbau- und Sanierungsarbeiten begleiteten die Aufbaujahre, während die Zahl der Schülerinnen schnell anwuchs – wohl auch bedingt durch die Standortnähe zu dem in Mode befindlichen Kurbad Reichenhall. Um 1900 bestand das Institut bereits aus 60 Klosterfrauen, denen 1.400 Zöglinge internationaler Herkunft anvertraut waren. Da das Kloster seine Räume auch an Kurgäste vermietete, finden sich dort prominente Namen wie etwa die Jugendschriftstellerin Isabella Braun oder aber die österreichische Dichterin und Autorin Marie von Ebner-Eschenbach, die über viele Jahre hier zur Kur weilte und dies auch literarisch verarbeitet hat. 1911 wurde die prestigeträchtige „Höhere Töchterschule“ durch die sechsklassige „Höhere Mädchenschule“ ersetzt, womit eine klare Reglementierung verbunden war. Obwohl mit dem Ende des Ersten Weltkriegs eine Abkehr von der Internationalität und Exklusivität einherging, galt die Maria-Ward-Schule zu St. Zeno noch Jahrzehnte als überregional bekannte Bildungseinrichtung.
Das seit der Gründung des Instituts bestehende Internat wurde 1990 geschlossen und in den Räumen des Klosters ein Tagesheim eingerichtet. 1996 übernahm die Erzdiözese München-Freising die Trägerschaft der heutigen Mädchenrealschule. Seit 2005 besteht das ehemalige Institut als „Congregatio Jesu“ – weibliches Pendant zum Jesuitenorden – aus 5 Mitgliedern, die ehrenamtlich für die Altenbetreuung, die Arbeit in der Pfarrei sowie die Pflege des Kreuzganges von St. Zeno sorgen.
Die Ordensgemeinschaft der Barmherzigen Brüder in Montabaur erwarb 1920 das Haus „Maria Theresia“ in Bad Reichenhall und baute dieses in ein Sanatorium um. Die unmittelbare Nachkriegszeit bedurfte spezieller Einrichtungen zur Rehabilitation von Kriegsversehrten. Ein achtköpfiger Konvent sorgte sich um die Krankenpflege, die ab 1927 auch auf weitere benachbarte Häuser ausgedehnt wurde. Heute gilt das Sanatorium als Rehabilitations- u. Fachklinik für die Erkrankung der Atmungsorgane sowie weitere Erkrankungen und verfügt über 145 Betten. Als zuletzt einzige Bad Reichenhaller Ordensniederlassung mit dem Schwerpunkt der Krankenpflege bestand der Konvent aus drei Brüdern, ehe 2011 die Klinik verkauft wurde und die Brüder nach Montabaur zurückkehrten.
Im Jahre 1867 übernahmen drei Franziskanerschwestern aus Pirmasens auf Bitten der Stadtgemeinde die Krankenpflege in der städtischen „Krankenanstalt“. Neun Jahre später engagierte sich der Orden, der sein Mutterhaus mittlerweile nach Mallersdorf übertragen hatte, auch im traditionsreichen „Sankt-Johannis-Spital“ und beendete diese Arbeit erst mit der Schließung des Spitals im Jahre 1963.
Trotz aller Neu-, Um- und Vergrößerungsbauten des Städtischen Krankenhauses in anderthalb Jahrhunderten blieben die Mallersdorfer Schwestern ihrem Auftrag – der Krankenpflege und dem gemeinsamen Gebet – treu. Dazu gehörte vorübergehend auch die ambulante Krankenpflege. Ab 1961 leiteten sie die neu errichtete Schwesternschule zur Ausbildung von Krankenschwestern und Krankenpflegern.
Im Laufe der Jahrzehnte hatten die Schwestern auch die Betreuung des „Vinzentiusheimes“, des „Marienheimes“ sowie der „Kinderbewahranstalt“ in Bad Reichenhall inne. Im September 2000 verließen die letzten neun Mallersdorfer Schwestern die Stadt.
Ein erstes dem hl. Veroneser Bischof Zeno (362 – 372) geweihtes Gotteshaus in der Nähe der bedeutenden Saline Reichenhall geht auf die Initiative des Salzburger Erzbischofs Arn (785 – 821) zurück. Die Wahl des Heiligen dürfte auf die permanente Gefährdung des Reichenhaller Tales durch die Saalach zurückzuführen sein, da der hl. Zeno vor allem bei Wassergefahr angerufen wird. Auf Drängen des Erzbischofs Konrad I. von Salzburg, der für die Ausstattung mit Grundbesitz sorgte, begannen kurz nach dessen Rückkehr aus dem Exil in Sachsen 1121 die Vorbereitungen zur Gründung eines Stifts der Augustiner-Chorherren an der alten Zenokirche. Die Aufbauarbeit vor Ort leistete der Priester Lanzo. Diese Anstrengungen gelangten mit der offiziellen Gründung 1136 zum Abschluss.Nach der Fertigstellung der Konventsbauten schritt man an die Vergrößerung der Stiftskirche, die in Größe und Ausstattung dem Repräsentationsbedürfnis des reichen Bürgertums der Stadt Reichenhall entsprach und um 1228 als dreischiffige Basilika mit Querhaus vollendet werden konnte. Umbaumaßnahmen, die noch heute das Bild des gotischen Gotteshauses prägen, erfolgten in den Jahren nach einer Brandkatastrophe 1512.
Die Hauptaufgabe der Augustiner-Chorherren von St. Zeno bestand in der Seelsorgetätigkeit für einen weit über die Stadtgrenzen hinaus gehenden Sprengel, der sich um die Mitte des 14. Jahrhunderts vom Wagingersee im Norden bis ins Tiroler Pillerseetal im Süden und vom Untersberg im Osten bis an den Wilden Kaiser im Westen erstreckte. Im Verlaufe des 15. und 16. Jahrhunderts entwickelten sich dort zahlreiche Kirchen, später auch eigene Vikariate und Pfarreien, die jedoch bis zum Jahre 1803 – bis zur Aufhebung von St. Zeno – dem Stift einverleibt blieben. Dieser Schwerpunkt auf der seelsorglichen Tätigkeit ließ den Konvent zeitweise auf mehr als 30 Regularkanoniker ansteigen.
Seinen größten Reichtum erzielte das Augustiner-Chorherrenstift bis in das 16. Jahrhundert mit der Eigenproduktion von Salz, die einen großen Waldbesitz für die Brennholzversorgung voraussetzte. Daneben verfügte St. Zeno über zahlreiche Grundholden, in Inzell und in der Umgebung der Stiftskirche sogar über die Niedere Gerichtsbarkeit (Hofmarksrecht).
Als kulturelles Zentrum bemühte sich das Stift besonders um die Musikpflege, ebenso um die Förderung schriftstellerischer Tätigkeit. Der aus Kössen stammende Chorherr Benedikt Peuger erlangte als Theologe der Aufklärung allgemeine Bekanntheit.
2. Die bedeutendsten Kunstschätze St. Zenos stammen aus dem 12./13. Jahrhundert, der Zeit der Romanik, wie das im Kreuzgang befindliche „Barbarossa-Relief“, wohl den Stauferkaiser Friedlich I. zeigend, oder aber das Westportal aus weißem und rotem Untersberger Marmor sowie die flankierenden Löwen. Bemerkenswert sind außerdem die so genannten Katechismustafeln (1521) im Eingangsbereich sowie das Chorgestühl, die Kanzel und der Taufstein (um 1520) im Kircheninnern.
Auf dem Territorium der späteren Fürstpropstei Berchtesgaden entstand zu Ende des 12. Jahrhunderts eine Passbefestigung in Form eine Turmes sowie eines vorgelagerten mächtigen Erdwalls, der heute durch die Bundesstraße durchschnitten ist. Als Standort für den Hallthurm diente die engste Stelle zwischen Lattengebirge und Untersberg.
Der 1194 erstmals urkundlich erwähnte Turm, wohl mit angeschlossenem Torhaus, bildete den Ausgang des Stiftslandes (so genannter „Hinterer Ausgang“) in Richtung Reichenhall („Hall“), daher die Bezeichnung „Hallturm. Während der Salzburger Inkorporation Berchtesgadens (1394 – 1409) wurde der Hallthurm zur regelrechten Talsperre ausgebaut, indem eine rund 800 Meter lange, aus den Steinen der geschleiften Burg Hagenfels errichtete Mauer bis an die unzugänglichen Felswände von Lattengebirge und Untersberg heranreichte. Mit einer Höhe von durchschnittlich 4 Metern sowie einer Breite von etwa 1,50 Meter besaß die über ein Gewirr von Felssturzblöcken geführte Mauer einen durchlaufenden Wehrgang an der Innenseite. An der Außenseite war ein bis zu 8 Meter tiefer Graben vorgelagert. Rund 40 Höhenmeter über dem Torhaus befand sich das in die Anlage integrierte „Althaus“, das möglicherweise aus einem Turm mit befestigtem Vorplatz bestand.
Die Talsperre diente auch als Cordon sanitaire gegen die Einschleppung von Seuchen und Epidemien. Zur Zeit der Bauernkriege, der Türkengefahr und der Pest stand die Wachtmannschaft in erhöhter Alarmbereitschaft. 1809 wurde die Befestigung letztmalig militärisch gesichert. Anlässlich der Bahngleisverlegung brach man 1876 das Torhaus ab, nachdem bereits der Turm gekürzt worden war.
Haunsperg verdankt seine Entstehung der Lage am Austritt des Almbaches aus dem Wiestal. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte beim Verkauf 1365 von Ekhart Prennär (s. Brennhof in Werfen) an den „Hällinger zu Takking“ in Hallein. 1388 erwarb schließlich Michael von Haunsperg das Freie Eigen-Gut.
Die Herren von Haunsperg – wohl die Burggrafen der freien Haunsperger (s. St. Pankraz/Schlössl) – besaßen außerdem den Ansitz in der Prenzingerau (Obertrum), Goldenstein (Elsbethen) und Vachenlueg bei Steinhögl (heute Oberbayern). Die Familie wurde 1670 in den Grafenstand erhoben, starb aber 1691 im Mannesstamm und 1724 in der weiblichen Linie aus. Im Erbwege folgten die Pranckh, die 1728 verkauften. In der bayerischen Zeit wurde 1815 der mit zwei Türmen, Arkaden und einer Schlosskapelle sowie ausgedehntem Grundbesitz ausgestattete Ansitz an Peter Paul Maffei, ein Mitglied der Besitzerfamilie von Kalsperg, versteigert. Da zu viele Erben Ansprüche stellten, musste der Besitz 1899 an Adolf Mautner Ritter von Markhof und seine Erben verkauft werden.
Der im Kern noch mittelalterliche Bau wurde um 1600 in die heutige Ansitzform gebracht und anschließend barockisiert. Mit den notwendigen Modernisierungen, die den Schlosscharakter voll bewahren, wird der Ansitz als Schlosshotel geführt.
Die freien Herren von Haunsperg sind seit der Mitte des 12. Jahrhunderts nachweisbar. Außer der Burg auf dem Haunsberg – dem „Schlössl“ – gehörten ihnen noch die Burg in St. Georgen an der Salzach und andere Türme. Nach ihrem Ende führten ihre Ministerialen den Namen weiter, die dann in Goldenstein (Elsbethen), am Winklhof und im Ansitz Haunsperg (beide Oberalm) nachweisbar sind.
1612 war die Burg bereits Ruine, 1615 und 1646 nochmals zur Verteidigung ausgerüstet, dann endgültig dem Verfall preisgegeben. 1790 wurden Säulen für den Bau des Fasangartens in Weitwörth abtransportiert. Die bestehende Kirche wurde 1706 als Nachfolgerin der Burgkapelle neu gebaut.
Das Lustschloss Hellbrunn wurde nach dem Vorbild einer römischen „Villa suburbana“ geplant. Die Entwürfe stammen vielleicht von Santino Solari, gebaut wurde zwischen 1613 und 1619. Die Gartenanlagen gestaltete Franz Anton Danreiter um 1730 neu.
Östlich des Hellbrunner Berges entstand im Anschluss an den Ziergarten im 18. Jahrhundert ein englischer Park. Die Allee ist auf Schloss Goldenstein jenseits der Salzach ausgerichtet. Der Tiergarten ist seit Beginn des 17. Jahrhunderts nachweisbar. An der Südseite des Berges ist das Steintheater situiert, in dem angeblich die erste Opernaufführung nördlich der Alpen stattgefunden hat. An der Rückseite des Schlosses befinden sich die Wasserspiele, die mit Grotten aus der antiken Mythologie (Orpheus, Venus, Neptun) ebenso unterhalten wie mit dem Wasser speienden Fürstentisch oder dem mechanischen Theater (1749-1752). Vor dem Schlossgebäude führt die mit Stallungen begleitete Auffahrt in den eleganten Ehrenhof. Das Innere des Sommersitzes, der auch der Jagd diente, und über prächtig ausgestaltete Fürstenzimmern verfügt, ist mit Führungen zu besichtigen.
Mit dem Übergang Salzburgs an Österreich 1816 gehörten Schloss und Park dem Kaiserhaus, konnten aber 1922 von der Stadt Salzburg erworben werden.
Das Monatsschlössl (auch „Schloss Waldems“ genannt) hat diesen Namen erhalten, weil es innerhalb eines Monats im Jahr 1615 erbaut worden ist. Vermutlich stammen die Pläne vom Hof- und Dombaumeister Santino Solari.
Ob der Vorschlag, an dieser hübschen Stelle eine Villa zu erbauen, von einem Erzherzog Tirol, von einem Bayernherzog stammt, oder ob das Haus für Frau von Mabon erbaut worden ist, diese Frage hat zu Legendenbildung geführt.
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