Maria Eck – Siegsdorf

Wallfahrtskirche Maria Eck © C. Soika

Kloster der Franziskaner-Minoriten und Wallfahrt

Der beliebte Wallfahrtsort Maria Eck liegt auf einem 882 m hohen Bergrücken der Chiemgauer Voralpen. Von 1618 an erwarb das Benediktinerkloster Seeon hier Sommerweiden und errichtete 1626 auf einem Hügel eine Marienkapelle. Auf die Bauzeit der Kapelle gehen die Ursprünge der Wallfahrt zurück: Der Legende nach war dem Kapellenbau eine mystische Erscheinung dreier Lichter vorangegangen.

Der Wallfahrtsort erfuhr durch die Hochblüte der Marienverehrung im 17. Jahrhundert einen beträchtlichen Aufschwung. Angesichts der steigenden Wallfahrerzahlen wurde die Kapelle im 17. Jahrhundert mehrmals erweitert und zur heutigen Wallfahrtskirche Mariae Geburt umgestaltet.

Das Gnadenbild als Zentrum der Verehrung © C. Soika
Das Gnadenbild als Zentrum der Verehrung © C. Soika

Die Einrichtung dieses um 1640 von dem Baumeister Wolf König aus Traunstein erbauten Gotteshauses entstammt größtenteils dem Rokoko. Besondere Erwähnung verdient der Hochaltar aus dem Jahre 1691. Das Gnadenbild ist eine Kopie des Muttergottesbildes aus der Kirche Santa Maria Maggiore in Rom. Im Umfeld der Kapelle wurden Ökonomiegebäude, ein Klostergasthof und 1713 ein Klostergebäude für die Wallfahrtspriester erbaut. Für die dauernde Hochschätzung der Wallfahrt zeugt ein von Papst Pius VI. 1791 verliehener vollkommener Ablass, den alle Gläubigen von Maria Eck nach Empfang der Sakramente und dem Beten von fünf Vater Unser gewinnen konnten. Dies war zugleich die päpstliche Anerkennung der Wallfahrt Maria Eck als Friedenswallfahrt.

Zahlreiche Votivtafeln erinnern an wundersame Heilungen. Die tiefe Volksfrömmigkeit bewirkte ein Anhalten der Wallfahrt über die Säkularisation 1803 hinaus, in der das Gnadenbild kurzzeitig aus der Kirche entfernt wurde, die gesamte Anlage 1810 in Privatbesitz kam, das Kirchengebäude umgenutzt und teilweise zerstört werden sollte. 1813 wurde die Kirche wieder geöffnet. Mit der Einrichtung eines Klosters der Franziskaner-Minoriten begann 1891 eine neue Blütezeit.

Das Klostergebäude in Maria Eck © C. Soika
Das Klostergebäude in Maria Eck © C. Soika

Maria Eck ist heute noch einer der lebendigsten Wallfahrtsorte Bayerns, wobei vor allem die jährlich stattfindenden Trachten-, Krieger- und Behindertenwallfahrten überregionale Beachtung finden.

Maria Bühel – Oberndorf

Wallfahrtskirche Maria Bühel in Oberndorf b. Salzburg © H. Roth

Auf der Hochterrasse des rechten Sal- zachufers, dem so genannten Amselbichl, ließ der Laufener Stiftsdekan Georg Paris Ciurletti 1661 eine Kopie des Gnadenbildes von St. Jakob in Straubing in einer hölzernen, später steinernen Bildsäule aufstellen. Veranlasst durch die zunehmende Verehrung des Bildes erfolgte ab 1663 ein erster Kapellenbau, 1707 eine Erweiterung und von 1718 bis 1722 die Errichtung der Wallfahrtskirche in ihrer heutigen Gestalt.

Das Gnadenbild im Hochaltar von 1722 © H. Roth
Das Gnadenbild im Hochaltar von 1722 © H. Roth

Das dreijochige Langhaus mündet in einen querovalen Raum, dem sich der quadratische Chorraum anschließt. Der 1722 nach einem Entwurf von Antonio Beduzzi geschaffene Hochaltar zeigt das von Strahlen umgebene Gnadenbild. Die Altaraufbauten in den Konchen von Thaddäus Baldauf enthalten  die 1721 geschaffenen Gemälde von Johann Michael Rottmayr, links der hl. Franziskus, rechts der hl. Florian. Die den hll. Leonhard und Kajetan geweihten Altäre im Langhaus stammen von 1764, die von S. Holzner gemalten Bilder von 1849.

Von der ehemals regional bedeutsamen Wallfahrt künden noch mehrere Votivbilder, darunter eine Darstellung des Brandes von Oberndorf im Jahre 1757.

Wallfahrtskirche – Maria Alm

Wallfahrtskirche Maria Alm © A. Wintersteller

Neben Maria Kirchental gilt Maria Alm als der bedeutendste Wallfahrtsort des Pinzgaus. Die dreischiffige Wallfahrtskirche aus der Spätgotik, später von Christoph Anton Mayr barock ausgemalt und mit breit ausladenden Altären versehen, nahm in spätmittelalterlicher Zeit das Bildnis einer gemalten Madonna auf, die lange an einem Baumstamm hängend zum Schutz gegen wilde Tiere verehrt wurde.

Geschnitzte Madonna am Hochaltar, 1636 © A. Wintersteller
Geschnitzte Madonna am Hochaltar, 1636 © A. Wintersteller

Im Jahre 1636 ließ man eine geschnitzte Madonna anfertigen, die heute noch auf dem Hochaltar thront. Eine stattliche Zahl an Votivtafeln zeugt von dem weiten Einzugsgebiet der Wallfahrt. Noch immer brennen die großen Wachskerzen vor dem Gnadenbild der Muttergottes. Vor allem von Mai bis Oktober kommen zahlreiche Gruppen aus Bayern, Ober- und Niederösterreich sowie aus der Steiermark. Besonders am 8. September und zu den drei Goldenen Samstagen finden sich aus der Pfarrei und der Umgebung viele Wallfahrer ein.

Auch als Hochzeitskirche ist Maria Alm sehr beliebt. Durch den Einsatz einiger Gläubigen wurde in den 1980er Jahren die nahegelegene „Bruder-Klaus-Friedenskirche“ gebaut, die im Mai 1988 als ökumenische Einrichtung eingeweiht wurde. Zudem entstanden in den letzten Jahren mit Unterstützung der Pfarrei und Gemeinde ein „Labyrinth“ und ein interreligiöser Gebetsraum in diesem Haus der Begegnung.

Maria Hilf – Bischofswiesen, Loipl

Wallfahrtskirche in Loipl © J. Lang

Um die seelsorglichen Verhältnisse auf der 800 Meter hoch gelegenen Ebene von Loipl zu verbessern, schritt das Stiftskapitel der Fürstpropstei Berchtesgaden 1799 zur Errichtung eines bescheidenen Gotteshauses, das ein Jahr später – kurz vor Aufhebung des Stifts – fertig gestellt wurde. Das schlichte Kirchlein mit Langhaus erfuhr 1824 eine Erweiterung in Form einer Vorhalle mit mittig darüber gesetztem Türmchen, was dem äußeren Erscheinungsbild bis heute sein typisches Gepräge gibt.

Gnadenbildkopie "Maria Hilf" © J. Lang
Gnadenbildkopie „Maria Hilf“ © J. Lang

Zum Zentrum der Verehrung wurde in den darauf folgenden Jahrzehnten eine Kopie des Maria-Hilf-Bildes von Passau bzw. Innsbruck. In kleine Bildnischen gesetzt, wartet der überschaubare Bau mit weiteren Gnadenbildkopien auf, so etwa der Altöttinger Madonna sowie dem Gnadenbild von Maria Kunterweg. Daneben befindet sich an der Wandmitte ein Ostensorium mit einem Partikel des aus Berchtesgaden stammenden Kaspar Stangassinger, der 1988 selig gesprochen wurde.

Obwohl „Maria Hilf“ in Loipl auch von einigen wenigen Kreuztrachten außerhalb der ehemaligen Fürstpropstei Berchtesgaden besucht wurde, blieb sie doch eine hauptsächlich der Gnotschaft Loipl vorbehaltene Wallfahrt, deren noch vorhandene Votivtafeln gleichzeitig den Stolz der hiesigen Bauernlehen auf ihr Kirchlein unterstreichen.

Kapelle von Lauterbach – Dorfbeuern

© P. Haidenthaler

Seit etwa 1130 gehört die um 788 erstmals erwähnte Kapelle von Lauterbach zur Abtei Michaelbeuern. Es entwickelte sich eine bescheidene aber beständige Wallfahrt zu diesem den Vierzehn Nothelfern geweihten Kirchlein. Der Schwerpunkt der Verehrung gilt allerdings dem hl. Ägidius, der bei Dürre, Sturm, Feuersbrunst und sonstigem Unglück angerufen wird.

Die jetzige Kirche wurde unter dem Abt Anton Moser (1765 – 1783) durch F.A. Mayr aus Trostberg erbaut. Haupt- und Seitenaltäre sind Werke von Johann Krapf aus Trostberg (1769), die Altarblätter verdanken wir dem Salzburger Maler Nikolaus Streicher. Das prächtige Deckengemälde der zentralen Kleinkuppel schuf Josef Söll, ebenfalls aus Trostberg: Der bedrängte König David erfährt Hilfe durch Krieger aus dem Heer des Königs Saul. Wie David in seiner Not überraschend Hilfe bekommt, so widerfährt sie den Christen durch die Vierzehn Nothelfer, die auf dem Hochaltarbild zu sehen sind.

Die Vierzehn Nothelfer im Hochaltarbild © P. Haidenthaler
Die Vierzehn Nothelfer im Hochaltarbild © P. Haidenthaler

Die Kirchenglocke – einst Orientierung für die in den Nebeln des Oichtentales Verirrten – wird heute nur mehr für die Wallfahrer geläutet. Insbesondere sollte früher durch das Läuten des Glöckleins Verlorenes wieder gefunden werden; vielleicht rührt daher die im 18. Jahrhundert hier hinzugekommene Verehrung des hl. Antonius.

St. Leonhard – Teisendorf, Holzhausen

Wallfahrtskirche St. Leonhard in Holzhausen © H. Roth

Die nördlich von Teisendorf auf einem Höhenrücken gelegene Kirche war ursprünglich dem „Heiligen Kreuz“ geweiht, nur der einzige Seitenaltar galt dem hl. Leonhard. Erst Ende des 17. Jahrhunderts hat sich zu diesem allseits verehrten Viehpatron eine lokale Wallfahrt entwickelt, verbunden mit einem Osterritt, der 1682 erstmals erwähnt wird. Kultfigur ist die um 1510 entstandene Holzplastik des sitzenden Heiligen, die sich nun im Schrein des Hochaltars befindet.

Die spätgotische Figur des Viehpatrons St. Leonhard © H. Roth
Die spätgotische Figur des Viehpatrons St. Leonhard © H. Roth

Zur Verhütung von Viehseuchen und Unglück im Stall wurde St. Leonhard angerufen, woran noch einige Votivtafeln erinnern. Die Kirche verfügt über drei Barockaltäre, deren zwei Seitenaltäre kunsthistorisch bemerkenswerte Gemälde von Jakob Zanusi (um 1715) aufweisen, die auf das ursprüngliche Hl.-Kreuz-Patrozinium Bezug nehmen. Der im Zuge der Aufklärung 1786 verbotene Osterritt erfuhr erst 1920 eine Neubelebung und führte 1950 zur Gründung der „Holzhauser Leonhardivereinigung“, die nun alljährlich am Pfingstmontag diesen Ritt unter großer Beteiligung der Bevölkerung ausrichtet.

Marienkirche – Großgmain

Marienkirche in Großgmain © J. Lang

Als Marienkirche in einer Papsturkunde des Jahres 1144 erstmals erwähnt, stand das Gotteshaus von 1136 bis 1803 unter der seelsorglichen Betreuung der Augustiner-Chorherren von St. Zeno. Auf Grund ihrer Bedeutung wurde die Kirche bereits im 14. Jahrhundert in den Rang einer Pfarrkirche erhoben. Die Beschaffung einer um 1390 geschaffenen Gusssteinmadonna für das Gotteshaus könnte auf die fromme Handlung eines Plainer Pflegers aus dem Geschlecht derer von Nußdorf zurückgehen.

Gnadenbild "Unsere Liebe Frau auf der Gmain", Ende 14. Jh. © J. Lang
Gnadenbild „Unsere Liebe Frau auf der Gmain“, Ende 14. Jh. © J. Lang

Als ein die Wallfahrt auslösendes Ereignis ist möglicherweise eine Brandkatastrophe im Jahre 1453 anzusehen, wobei ein die Stadt Reichenhall bedrohender Waldbrand nach Anrufung Mariens abgewendet worden war. Im Sockel der nunmehr als Gnadenbild verehrten Statue befindet sich jene Jahreszahl 1453. Der Zustrom von Wallfahrern muss in den darauf folgenden Jahrzehnten derart zugenommen haben, dass man – wohl nach Plänen von Christian Intzinger – vor 1497 zu einem Neubau in Form einer dreischiffigen Hallenkirche schritt. Die Innenausstattung, wozu ein kostbarer Flügelaltar eines unbekannten Meisters von 1499 zählt, fand um 1500 ihren Abschluss. Auch in den späteren zwei Jahrzehnten erfolgten zahlreiche Um- und Neubauten, die auf eine blühende Wallfahrt hindeuten.

Votivbild mit Gnadenbild und Altar © J. Lang
Votivbild mit Gnadenbild und Altar © J. Lang

Als Besonderheit aus dieser Zeit hat sich eine großformatige Mirakeltafel (1513) notariell beglaubigter Wunder erhalten. Das Gotteshaus beherbergt noch zwei weitere Tafeln aus der Zeit um 1550 bzw. 1620. Während ursprünglich das Opfern von Wachsvotiven üblich war, setzte sich wohl noch im 15. Jahrhundert die Opferung lebendiger Hühner durch, die von den Wallfahrern dreimal um den Hochaltar getragen werden mussten, bevor man sie in einen hölzernen Gitterschrank, die „Hennasteig’n“, sperrte.

Andachtsbild mit Gnadenbild und Kirche © J. Lang
Andachtsbild mit Gnadenbild und Kirche © J. Lang

Das Gnadenbild befand sich zuerst wohl in einem rückwärtigen Choraltar, bevor es 1739 in den Hochaltar gelangte. Von dem einstmals reichen Schmuck an Votivtafeln haben nur wenige die Säkularisation überdauert. Von den vielen Gläubigen, die regelmäßig nach Großgmain kommen, ist besonders jene Kreuztracht aus Hallein erwähnenswert, die auf Grund eines Gelöbnisses sich seit dem Jahre 1595 jährlich in dem Marienheiligtum einfindet.

Schlosskapelle Gessenberg – Waging am See

Schlosskapelle Gessenberg © C. Soika

Auf dem Ausläufer eines Höhenrückens westlich von Waging steht der 1147 erstmals erwähnte Adelssitz, der Ende des 15. Jahrhunderts an die Auer von Winkel überging. Neben dem dreigeschossigen und mit vier Ecktürmen versehenen Schlossbau befindet sich die 1664 von Hans Jakob von Auer erbaute Schlosskapelle als Nachbildung der achteckigen Altöttinger Gnadenkapelle.

Neben der Wallfahrtskapelle das Schloss des Stifters © C. Soika
Neben der Wallfahrtskapelle das Schloss des Stifters © C. Soika

Zur Verehrung wurde eine Kopie des Altöttinger Gnadenbildes auf gestellt, die von den Gläubigen der Umgebung aufgesucht wurde. Den Höhepunkt der Wallfahrt bildete der „Gessenberger Frauentag“ am 15. August. Ein Visitationsbericht von 1788 beanstandete, dass die Kapelle mit Votivtafeln, wächsernen Votivgaben, Blumenbüschen, Kruzifixen und Marienbilder überladen sei und veranlasste deren Entfernung. Aber noch im 19. Jahrhundert wurde der „Frauentag“ unter großem Zulauf des Volkes feierlich begangen. Damals befand sich über dem Eingangsportal noch eine Außenkanzel für die Predigt.

St. Leonhard – Grödig

Wallfahrtskirche St. Leonhard in Grödig © K. Birnbacher

Vermutlich haben die Augustiner-Chorherren von Berchtesgaden im 12./13. Jh. in Grödig-Gartenau eine Leonhardi-Kirche errichtet, die 1407 eine Filiale von Marktschellenberg wurde. Einst kirchlich zur Fürstpropstei Berchtesgaden gehörig, wurde das Gotteshaus ab 1816 mit der Pfarrei Grödig verbunden und 1915 der Abtei St. Peter inkorporiert.

Es handelt sich um einen einschiffigen, spätgotischen Bau mit West-Turm von 1643/44. Während das von Johann Friedrich Pereth geschaffene Hochaltarblatt mit dem hl. Leonhard als Fürbitter vor Maria mit Kind noch von 1692 stammt, wurde der Marmoraltar von Josef Haslauer 1850 erneuert. Ebenfalls aus dem Jahre 1692 stammen die barocken Statuen der hll. Georg und Martin. Die Altarblätter am linken (Beweinung Christi) und am rechten Seitenaltar (Heilige Familie) werden Johann Wolf Hofler zugeschrieben.

Hochaltar mit Bild "Fürbitte des hl. Leonhard" © K. Birnbacher
Hochaltar mit Bild „Fürbitte des hl. Leonhard“ © K. Birnbacher

Die Kanzel im Stil des Berchtesgadeners Christoph Datz mit Figuralschmuck der vier lateinischen Kirchenväter und dem hl. Bonaventura stammt von Andreas Stangassinger und Bartholomäus Pertiller (1695). Um den Gedenktag des hl. Leonhard (5. November) findet alljährlich ein Leonhardiritt statt. Eine besondere Rolle nimmt auch der Adventmarkt ein.

Frauenbrunn – Traunreut, Traunwalchen

Frauenbrünndl-Kapelle in Traunwalchen © C. Soika

Ein heute noch vielbesuchter Wallfahrtsort ist das sogenannte „Frauenbrünndl“ in Traunwalchen, das aus einer Quelle, die an einem Hügel hinter dem Dorf entspringt, und einer im Jahr 1606 errichteten Kapelle mit vielen Votivtafeln besteht.

Die Frauenbrünndl-Kapelle ist ein achteckiger Holzbau mit einer großen Zwiebelkuppel, der in der Mitte des 18. Jahrhunderts barockisiert wurde. Neben den vielen Votivtafeln in der Kapelle mit den Darstellungen von wundersamen Heilungen und Rettungen durch die Muttergottes findet sich hier auch ein bemerkenswerter Kupferstich: Er zeigt das Wallfahrtsheiligtum in früherer Zeit mit der Brunnenkapelle und Badehütten, wo Wallfahrer der Segnungen des als heilkräftig erachteten Quellwassers teilhaftig werden konnten.

Madonna im Altar über der Quelle © C. Soika
Madonna im Altar über der Quelle © C. Soika

Bemerkenswert ist, dass sich dieser bekannte Wallfahrtsort erst als Nachfolger einer zuvor bereits bestehenden Wallfahrt – nämlich in die Traunwalchener Marienkirche selbst – entwickelt hat. Diese frühere Wallfahrt, die vermutlich in die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts zurückreicht, führte zur Gottesmutter Maria, die man bei Unglücksfällen, Leiden und Krankheiten um Hilfe bat. In einem heute noch erhaltenen „Mirakelbuch“ sind 942 „Wunderheilungen“ festgehalten, die zum größten Teil in die Jahre von 1507 bis 1519 fallen. Diese Wallfahrt trat allerdings zunehmend in den Hintergrund, als das Quellheiligtum Frauenbrünndl, ausgebaut und gefördert vom Grafen Ladislaus von Törring, an Bedeutung gewann. Zwar kam es wegen der Wallfahrtskonkurrenz zu heftigem Streit mit dem Propst von Baumburg, der die traditionelle Traunwalchener Marienwallfahrt betreute. Jedoch konnten sich die Grafen von Törring in dem jahrzehntelangen Streit schließlich mit „ihrer“ Wallfahrt behaupten.

St. Peter und Paul/“Filzmooser Kindl“ – Filzmoos

Wallfahrtskirche St. Peter und Paul in Filzmoos © K. Birnbacher

Am Fuß des Dachsteins gelegen, wurde Filzmoos 1273 erstmals urkundlich erwähnt. Seit dem 16. Jahrhundert besteht dorthin eine Wallfahrt. Die gotische Pfarrkirche St. Peter und Paul, die 1453 erstmals genannt wurde, besitzt einen Westturm von 1546. Im Jahre 1474 wurde das Gotteshaus durch den Chiemseer Bischof Bernhard von Kraiburg geweiht, 1515 erfolgte die Weihe des Friedhofs. 1679 wurde Filzmoos zum Vikariat erhoben und 1858 zur Pfarrei.

Filzmooser Kindl © K. Birnbacher
Filzmooser Kindl © K. Birnbacher

Seit der Neugestaltung der Kirche in den Jahren von 1959 bis 1961 hängt das aus dem ausgehenden 15. Jahrhunderts stammende Gnadenbild des „Filzmooser Kindl“ in einem modernen Glasschrein mit Strahlenkranz. Jakob Adlhart hat 1960 sowohl diesen als auch die Skulpturen der Maria Immaculata und des hl. Joseph geschaffen. Im Chorraum befinden sich auch die Konsolfiguren der hll. Petrus und Paulus von 1703, die ursprünglich am Hochaltar aufgestellt waren.

Das dreijochige Langhaus weist heute eine flache Balkendecke auf, was aber – wie die Pfeilerstümpfe beweisen – nicht die ursprüngliche Bauabsicht war. Das Ornamentband unterhalb der Balkendecke ist aus dem späten 16. Jahrhundert. Bemerkenswert sind die zweigeschossige Pfeilerempore sowie die obere Empore von 1888. Noch heute finden zahlreiche Fußwallfahrten nach Filzmoos statt.

Kirche auf dem „freien Feld“ – Ainring, Feldkirchen

Wallfahrtskirche in Feldkirchen © H. Roth

Die Wallfahrt zur Kirche auf dem „freien Feld“ muss bereits im 14. Jahrhundert beträchtlich gewesen sein, und sie zählt somit zu den ältesten marianischen Gnadenstätten des Salzburger Raumes. Wegen des „grossen Zulaufs des Volkhs“ kam es 1420 zu einem Neubau der Kirche.

Zwischen 1516 und 1521 entstand als Ausdruck vertiefter Volksfrömmigkeit – aber auch der Finanzkraft der Wallfahrtsstätte – der gegenwärtige stattliche Kirchenbau als letzte Blüte spätgotischen Bauschaffens im Umkreis von Salzburg. Feldkirchen wurde zur Hauswallfahrt der Residenzstadt und zu einer der bevorzugten Gnadenstätten der hohen Geistlichkeit sowie des Bürgertums und erst im 18. Jahrhundert durch Maria Plain und Maria Kirchental abgelöst.

Das spätgotische Gnadenbild in barocker Fassung © H. Roth
Das spätgotische Gnadenbild in barocker Fassung © H. Roth

Das Gnadenbild im barocken Hochaltar, eine sitzende Madonna mit Kind, entstand um 1520. Aus dieser Zeit hat sich noch die Reliefgruppe „Tod Mariens“ erhalten, während die übrige Ausstattung aus dem 18. Jahrhundert stammt. Einen Zyklus der nach 1615 angefertigten Mirakelbilder verwahrt das  Heimatmuseum Bad Reichenhall

Hl. Florian – Ebenau

Wallfahrtskirche, Ebenau © J. Neuhardt

Im 17. Jahrhundert ersuchten die Messingarbeiter von Ebenau um Errichtung einer Seelsorgestelle. Diese wurde 1699 bis 1702 geschaffen und dem hl. Florian – Patron gegen Feuersgefahr – anvertraut, auch eine Reliquie des Heiligen wurde beschafft.

Der hl. Florian auf dem Altarblatt © J. Neuhardt
Der hl. Florian auf dem Altarblatt  © J. Neuhardt

Ein halbes Jahrhundert später entstand eine Wallfahrt dorthin, nachdem 1752 einflussreiche Salzburger Bürger eine Stiftung für das Ebenauer Gotteshaus getätigt hatten. Der damit verbundene Bittgang zur Kirche des hl. Florian findet regelmäßig in den Tagen um St. Florian (4. Mai) statt. Besonders für die Bäckerzunft spielte der Schutzheilige zur Verhütung von Feuersgefahr eine wichtige Rolle.

Dieser Salzburger Bittgang wurde sowohl während der Zeit der Aufklärung 1787 – 1822 als auch während des Nationalsozialismus verboten. Beide Male erlitt die Stadt Salzburg (durch den Stadtbrand von 1818 sowie die allierte Bombardierung 1944/45) großes Leid. Man hat daher unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg den Brauch des Bittganges wieder aufgenommen. Auch 14 weitere Gemeinden unternahmen einst Bittgänge nach Ebenau; bis heute erhalten haben sich nur jene aus St. Gilgen und Faistenau.

Wallfahrtskirche – Hallein, Dürrnberg

Wallfahrtskirche Dürrnberg, Hallein © J. Neuhardt

Nachdem im späten 12. Jahrhundert der Salzbergbau am Dürrnberg wieder eine Rolle zu spielen begann, wurde dort ein Kirchlein errichtet, das 1347 in einer Urkunde erstmals erwähnt wurde. Es stand vermutlich auf dem „Hallerbühel“, wo heute noch ein Flurname „zur alten Kirche“ darauf hindeutet. Als jedoch die neuen Lehren der Reformation auch hier Fuß fassten, ließ Erzbischof Wolf Dietrich in den Jahren von 1594 bis 1612 den heute von Weitem sichtbaren Kirchenbau ausführen. Der Hofbaumeister Andrea Bertoleto zeichnete als Architekt verantwortlich. Von 1682 bis 1814 besorgten die Augustiner-Eremiten die Seelsorge.

Das Dürrnberger Gnadenbild am Hochaltar © J. Neuhardt
Das Dürrnberger Gnadenbild am Hochaltar © J. Neuhardt

Das heutige Kultbild stellt eine thronende Madonna mit dem Kind auf der Linken dar. Einer Tradition zufolge soll das ursprüngliche Gnadenbild jedoch jene stehende Madonnenfigur sein, die heute über der Sakristeitür ihren Platz hat. Der ausladende von Leopold Fux um 1750 geschaffen Hochaltar bildet eine würdige Umrahmung für das Gnadenbild.

Die frühesten Zeugnisse der Wallfahrt beginnen um 1600. Jahr für Jahr wurden die als Votivgaben gespendeten Wachsfiguren zum Lebzelter nach Hallein gegeben, der sie in bares Geld ablöste, was die größte Einnahmequelle der Kirche darstellte. Seit dem Jahre 1613 gab es Mirakelbücher. Das Einzugsgebiet der Wallfahrer erstreckte sich im Wesentlichen auf den Tennen- und Flachgau, daneben den Rupertiwinkel.

Sein bedeutendstes Fest erlebte der Wallfahrtssort 1817 anlässlich der Feier zur 200. Wiederkehr der Kirchweihe. Mehr als 70.000 Pilger wurden damals gezählt; eine eigene Weihemünze wurde geprägt. Noch heute erfreut sich die Gnadenmutter am Dürrnberg eines regen Wallfahrerbesuches. Einzelwallfahrer kommen das ganze Jahr hindurch hierher.

Organisierte Wallfahrten gibt es während der Sommermonate, vor allem aus Salzburg und den österreichischen Alpenländern. Der größte Zuzug ist an Mariae Himmelfahrt, dem Patroziniumstag am 15. August, und an den drei Goldenen Samstagen zu beobachten. Die Kirche ist nach schweren Bauschäden, die durch das abrutschende Gelände verursacht wurden, generalsaniert und 2006 wieder feierlich eröffnet worden.

Der nach italienischem Vorbild neben der Kirche als offener Campanile erbaute Turm trägt noch heute die wertvolle 1200 kg schwere Glocke aus dem Jahre 1504.

Burg und Wallfahrtskirche Mariae Himmelfahrt – Taching am See, Tengling

Wallfahrtskirche Mariae Himmelfahrt, Tengling © H. Roth

Westlich von Tengling erhebt sich auf einer steilen Anhöhe am Rande des Geländes der ehemaligen Stammburg der Grafen von Tengling, die Wallfahrtskirche Mariae Himmelfahrt. 1213 wurde erstmals das Patrozinium dieser Kirche genannt, die 1532 neu erbaut wurde.

Für die Kirche schuf der Laufener Maler Gordian Guckh einen spätgotischen Flügelaltar mit einer sitzenden Madonna im Schrein, die zum Kultbild einer lokalen Wallfahrt wurde. Als 1871 statt des inzwischen barocken ein neugotischer Hochaltar geschaffen wurde, verzichtete man auf die Aufstellung des verehrten Gnadenbildes und veräußerte es um 1900 an einen Kunsthändler.

Votivtafeln als bildliche Zeugnisse von Gebetserhörungen © H. Roth
Votivtafeln als bildliche Zeugnisse von Gebetserhörungen © H. Roth

An die ehemalige Wallfahrtstradition erinnern noch 25 Votivtafeln aus der Zeit von 1712 bis 1956, die nach einer umfassenden Restaurierung im Jahre 2006 nun an der Nordwand des Kirchenschiffs angebracht sind. Bemerkenswert ist eine Wandmalerei aus dem 17. Jahrhundert mit der Darstellung einer die Pestpfeile abwehrenden Schutzmantelmadonna.

St. Maria – Seeon-Seebruck, Bräuhausen

Kirche St. Maria in Bräuhausen © C. Soika

Auf einer Halbinsel zwischen dem Dorf Seeon und Kloster Seeon liegt die spätgotische Kirche St. Maria. Der 1532 unter dem Seeoner Abt Georg von Neuhauser errichtete einschiffige massive Bau hatte zwei Vorgängerbauten, einen frühen Holzbau und einen 1338 errichteten Steinbau. Die Inneneinrichtung im einheitlichen Barockstil entstand 1706 unter Abt Columban II. Freitlperger. Ein Gemälde von 1875 an der Nordwand fällt durch seinen lokalen Bezug auf: Die Heilige Familie fährt, von Engeln begleitet, in einem Schiff auf dem Seeoner See.

Wandmalerei: Die heilige Familie überquert den Seeoner See © C. Soika
Wandmalerei: Die heilige Familie überquert den Seeoner See © C. Soika

Seit dem 15. Jahrhundert ist eine aufblühende Marienwallfahrt belegt. Das Madonnenbild in der Mittelnische des Hochaltares unter einer Darstellung der Dreifaltigkeit stammt aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Es ist von den Assistenzfiguren, dem hl. Josef mit dem Jesuskind und der hl. Anna mit Maria, flankiert. Von den ehemals vielen Votivbildern ist seit einem Diebstahl im Jahr 1976 nur mehr ein kleiner Rest vorhanden.

Hilgerkapelle – Berchtesgaden

Hilgerkapelle © Prälat Walter Brugger

Die Wallfahrtskapelle hat ihren Namen vom so genannten Hilgerlehen, auf dessen Grund und Boden sie erbaut wurde. Von schwerer Krankheit genesen, ließ Ursula Regina Seefeldner, die Gattin des Berchtesgadener Bürgermeisters und Verlegers, eine Kopie des wundertätigen Gnadenbildes von Maria Dorfen (Lkr. Erding) anfertigen und erbaute dafür in den Jahren 1723/24 eine Kapelle.

"Maria Dorfen" Altar von 1778 mit dem Gnadenbild von 1722 © Prälat Walter Brugger
„Maria Dorfen“ Altar von 1778 mit dem Gnadenbild von 1722 © Prälat Walter Brugger

Der Berchtesgadener Hofzimmermeister Peter Wenig lieferte den Plan, der Marktschellenberger Maurermeister Heinrich Reßl führte den Bau aus, der Wiener Jakob Gallo stuckierte den Innenraum und lieferte den Altar und der Burghausener Innozenz Anton Warathi malte höchstwahrscheinlich die Fresken. Die rasch aufblühende Wallfahrt zum Gnadenbild „Maria Dorfen“ erforderte 1727 noch den Anbau einer Sakristei mitsamt Turm, der die Zerstörung des Stuckaltares von Gallo zur Folge hatte.

1778 fertigte der Berchtesgadener Hoftischler Christop Datz den heutigen Altar. Es gleicht einem Wunder, dass die Hilgerkapelle den Abrissplänen nach der Säkularisation nicht zum Opfer gefallen ist. Das Patrozinium wird am Fest zu „Unserer Lieben Frau in Jerusalem“ (21. November) gefeiert.

Franziskanerkirche „Unsere Liebe Frau am Anger“ – Berchtesgaden

Berchtesgadener Franziskanerkirche © Prälat Walter Brugger

Die älteste Marienwallfahrt auf dem Boden der ehemaligen Fürstpropstei Berchtesgaden bezieht sich auf dieso genannte „Ährenmadonna“ in der heutigen Franziskanerkirche. Als Kopie des in Mailand befindlichen Originals zwischen 1440 und 1450 entstanden, verband sich zunächst seine Verehrung mit dem Kloster der Augustiner-Chorfrauen, das um 1400 aus dem nahen Nonntal hierher verlegt worden war.

Nach dem Bau der doppelschiffigen spätgotischen Klosterkirche (1480 – 1488) hatte das Gnadenbild an der fünften Säule seinen Platz, bis man dafür in den Jahren 1668/69 an der Ostseite der Kirche eine eigene Gnadenkapelle errichtete. Der Bau, die Stuckierung und die Errichtung des Marmoraltares lagen in den Händen des Meisters Peter Johann Spaz aus Linz.

Das Gnadenbild der Franziskanerkirche © Prälat Walter Brugger
Das Gnadenbild der Franziskanerkirche  © Prälat Walter Brugger

Die Stuckfelder, ursprünglich mit Fresken, dann mit aufgenagelten Ölbildern gefüllt, sind bis heute leider leer geblieben. Das Gnadenbild der „Ährenmadonna“ steht für das Symbol des ungesäten Ackers, aus dem das Brot des Lebens durch die Jungfrau Maria der Welt geschenkt wird. Das Patrozinium wird am 25. März gefeiert.

 

 

 

 

 

 

Kapelle zu „Unserer Lieben Frau am Mösel“ – Lamprechtshausen, Arnsdorf

Wallfahrtskirche in Arnsdorf © P. Haidenthaler

Über das Gnadenbild der bereits um 788 erwähnten Kapelle zu „Unserer Lieben Frau am Mösel“ weiß die Legende zu erzählen, dass es in schweren Kriegswirren in einem Wald bei Arnsdorf versteckt und später wieder an die ursprüngliche Stelle gebracht worden sei. Erzbischof Eberhard II. übergab 1241 die Pfarrei Lamprechtshausen und damit auch Arnsdorf der Benediktinerabtei Michaelbeuern, die fortan hier die Seelsorge ausübte.

Das spätgotische Gnadenbild © P. Haidenthaler
Das spätgotische Gnadenbild © P. Haidenthaler

Wegen des großen Zustroms an Wallfahrern wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts eine neue Kirche erbaut, die 1520 mit vier Altären und einem neuen spätgotischen Gnadenbild geweiht wurde. 1646 bis 1672 wurden beidseitig an das Kirchenschiff Kapellen angebaut, die man mit barocken Altären ausstattete. Ein Einsturz des Steingewölbes erzwang 1753 die Erneuerung der barocken Inneneinrichtung. Auch der Hochaltar wurde 1758 unter Verwendung der vom Vorgängeraltar erhaltenen Schwanthaler-Figuren erneuert. Mittelpunkt ist das alte Gnadenbild der Gottesmutter mit dem Kind. An die großen Wallfahrten der Barockzeit mit vielen Gebetserhörungen der Gnadenmutter von Arnsdorf erinnern Votivtafeln. Viele Menschen, auch internationales Publikum, versammeln sich alljährlich an Heiligabend zu einer Gedenkfeier hier am Entstehungsort des Weihnachtsliedes „Stille Nacht, heilige Nacht“.

St. Leonhard – Übersee, Almau

Kirche in Almau, östlich von Übersee © C. Soika

Bereits 925 wurde erstmals eine Kirche in Almau urkundlich erwähnt. Sie erscheint uns heute als ein im Kern gotischer Bau, der im 18. Jahrhundert barockisiert wurde, mit bemerkenswerten Fresken im Innenraum. Nun eine Filialkirche der Pfarrei Grassau, war St. Leonhard in Almau früher eine der reichsten Kirchen der Gegend, was auf ihr großes Ansehen, verbunden einer Wallfahrt und Prozessionen zum Pferde- und Bauernheiligen St. Leonhard, zurückzuführen ist. Dies bedingt auch ihre Lage in einer bäuerlich geprägten Landschaft unmittelbar neben Weideflächen, auf denen sich stets Pferde und Kühe aufhielten. Vieh zählte zum wertvollsten Besitz der Bevölkerung der umliegenden Dörfer.

Votivbild für St. Leonhard, den Schutzpatron des Viehs © C. Soika
Votivbild für St. Leonhard, den Schutzpatron des Viehs © C. Soika

Als Schutzpatron des Viehs hält der hl. Leonhard eine Kette in Händen, in Anlehnung an das Vieh, das zuweilen angebunden ist; einst aber galt er auch als Patron der Gefangenen. Die vielen Votivtafeln, die noch vor wenigen Jahrzehnten die Innenwände der Kirche bedeckten, sind heute nicht mehr vorhanden.

St. Leonhard in Almau war lange Zeit auch Ziel eines seit 1860 belegten Leonhardirittes. In der Nachkriegszeit konnte dieser Ritt am Namenstag des Heiligen in Ermangelung von Pferden nicht mehr durchgeführt werden, obwohl dort schon 1797 von einem „Pferdesegen“ die Rede ist, der auf eine sehr alte Tradition an diesem Ort hindeutet.