Burg Lichtenberg – Saalfelden

Burg Lichtenberg © Bundesdenkmalamt

von den Bauern zerstört und wieder aufgebaut

Von einem Felsvorsprung des Steinernen Meeres blickt die Burg auf das Saalfeldener Becken.

Die Burg wird 1259 erstmals urkundlich erwähnt. Sie war Lehen der Herzoge von Bayern an die Grafen von Plain gewesen. Nach ihrem Aussterben 1260 folgten ihnen die Kalhamer. Während des Krieges gegen sie übergab Erzbischof Friedrich II. die Burg seinen Brüdern Albero und Otto von Walchen. In deren Besitzstreitigkeiten ist die Burg 1281 genannt. Die folgenden Erzbischöfe beanspruchten ab 1287 die Lehenshoheit und setzten es auch durch, dass sie auf Lichtenberg einen beamteten Pfleger installieren konnten, der seit etwa 1300 für das Pfleggericht Saalfelden-Lichtenberg verantwortlich war.

Im Bauernaufstand von 1462, der von den Bewohnern der Hofmark Goldegg ausgelöst worden war, wurde die Burg eingeschlossen, im Bauernkrieg 1526 zerstört, anschließend von der Gerichtsgemeinde aber wieder aufgebaut. Trotzdem wurde die Burg allmählich dem Verfall preisgegeben. Alle geplanten Sanierungsvorhaben scheiterten. Im 18. Jahrhundert wurde sie nur noch vom Jäger, nach dem Übergang an Österreich nur noch vom Revierförster bewohnt. 1872 versteigerte das k. k. Ärar Lichtenberg an den Wiener Rechtsanwalt Dr. Adolf Weiß Ritter von Teßbach, dessen Familie die Burg noch immer gehört. Seither wurde die Burg mehrfach saniert und ist bestens instand gehalten. Da sie bewohnt wird, kann sie nicht besichtigt werden. Es empfiehlt sich aber der Ausflug zur St. Georgs Kapelle am Palfen, der Eremitage oberhalb der Burg.

Privatbesitz

Schloss Lerchen – Radstadt

Schloss Lerchen © örtlicher Tourismusverband

heute Heimatmuseum und Seniorenheim

Lerchen wird in der 2. Hälfte des 13. Jhdts. genannt, 1525/26 geplündert und niedergebrannt, um 1530 wiederaufgebaut. 1633 beherbergte es für neun Monate die vor der Pest in der Stadt Salzburg geflüchteten Benediktinnen vom Nonnberg. Im gleichen Jahr verkauften nach hundert Jahren die Wülpenhofer an Joseph Christoph Ziurletti (Loretokirche !). Zwischen 1695 und 1779 häufiger Besitzerwechsel. Da der Ansitz für den Waldmeister (Förster) umgebaut wurde, ist das erzbischöfliche Wappen der Zeit (Hieronymus Colloredo)   auf dem Erker erhalten.

1905 wurde ein Spital- und Versorgungshaus eingerichtet, zuerst vom St. Katharina-Spital, seit 1939 von der Stadtgemeinde Radstadt.

Im heutigen Heimatmuseum (seit 1985) ist der gotische Kern noch erkennbar. Im Anbau von 1971/72 ist ein Seniorenheim untergebracht.

Eigentümer: Stadt Radtstadt

Ruinen Alten- und Lichtentann – Henndorf am Wallersee

Reste der bedeutenden Burganlagen © Bundesdenkmalamt

Reste bedeutender Burganlagen

Von der mächtigen Wasserburg Altentann ist inmitten des Golfplatzes „Altentann“ kein aufgehendes Mauerwerk mehr vorhanden. Die Ruine Lichtentann erreicht man am Nordwestrand des Henndorfer Waldes nach etwa 15 Gehminuten auf dem markierten Weg in Richtung Heimkehrerkreuz.

Um 788 schenkte Adalunc ein Gut „im Ort Tan im Salzburggau“ dem Kloster Mondsee. Die Herren von Tann und ihre Seitenlinien – Steinkirchen, Kalhamer, die Toerring und die edelfreien Haunsperger – waren so mächtig, dass sie zwei Burgen im späteren Pfleggericht Alt- und Lichtentann (Neumarkt am Wallersee) bauen konnten. Der „Tanner Krieg“ in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts, mit dem sich der einflussreiche salzburgische Adel gegen den Übergang der Lehenshoheit vom Bayernherzog auf den Salzburger Erzbischof und den Verlust seiner Vogteirechte (Gerichtshoheit) wehrte, endete erst mit dem Aussterben der Tanner 1396. Die Kalhamer verließen Salzburg schon 1333, die Kuchler gingen um 1400 außer Landes.

Von 1418 bis zur Grundentlastung gehörte die 1680 durch einen Brand weitgeweitgehend zerstörte Burg Altentann den Erbpflegern von Alt- und Lichtentann, der Familie der Grafen Überacker. Lichtentann wird 1282 erstmals erwähnt. Die großartige, in den Dimensionen der Plainburg ähnliche Burg kam 1362 an den Erzbischof, der sie verfallen ließ. 1607 wurden die Pfleggerichte Alt- und Lichtentann vereinigt. 1916 kaufte die Familie Mayr-Melnhof den Henndorfer Wald und die Burgruine, deren noch aufgehende Mauerwerkteile (Burgtor) in der Mitte der 1980er Jahre saniert worden sind.

Eigentümer:
Altentann: Golf- und Country Club Gut Altentann
Lichtentann: Privatbesitz

Lodron/Primogenitur/Palais – Stadt Salzburg

Lodron - Primogenitur - Palais © H. Guggenberger

Palast der Familie Lodron

Fürsterzbischof Paris Graf Lodron (1619-1653) ließ diesen Palast für seine Familie errichten.

Lodron - Primogenitur - Palais um 1960 © Bundesdenkmalamt
Lodron – Primogenitur – Palais um 1960 © Bundesdenkmalamt

Aus den angehäuften Gütern wurde ein Familienfonds eingerichtet, den jeweils der älteste Sohn erben sollte, der „Primogenitus“.

Von dem 1631 fertig gestellten Bau steht nur noch die – ebenfalls veränderte – Fassade zur Dreifaltigkeitsgasse. Der dahinter befindliche weitläufige Palast wurde für den Neubau der Universität Mozarteum 1972 komplett abgerissen und wurde ab 2003 neuerlich modernisiert.

Eigentümer: BIG/Universität Mozarteum

Lodron/Sekundogenitur/Palais – Stadt Salzburg

Lodron - Sekundogenitur - Palais © H. Guggenberger

Reste des zweiten Lodron’schen Palastes

Der Palast des 17. Jahrhunderts, der der zweiten Linie der Familie Lodron als Wohnsitz und Gutsverwaltung übergeben worden war, fiel dem Stadtbrand von 1818 weitgehend zum Opfer.

Wappen am Lodron - Sekundogenitur - Palais © H. Guggenberger
Wappen am Lodron – Sekundogenitur – Palais © H. Guggenberger

Die Reste sind in das ehemalige Hotel Krebs (Umbau 1908 durch Architekt Paul Geppert), heute Teil des Austrotels, integriert worden. Über dem Rundbogenportal des 17. Jahrhunderts ist das Wappen Lodron erhalten. Weitläufiger Innenhof.

Privatbesitz

Burg – Marquartstein

© Soika

wehrhafte Wittelsbachische Amtsburg

Die Burg Marquartstein hat eine fast tausendjährige Geschichte. Sie entstand um 1075 durch die Ritter von Hohenstein, die auf der Burg Hohenstein im benachbarten Egerndach ihren Sitz hatten. Graf  Marquart II. von Hohenstein gilt als Gründer der Burg. Nachfolger der Hohensteiner wurde der Pfalzgraf Rapoto II. von Ortenburg-Kraiburg. Im Jahre 1259 ging die Burg durch Kauf an Herzog Heinrich XIII. von Niederbayern über, der sie zum Sitz eines Pflegers und Kastners bestimmte. Bis zum Jahre 1803 behielt die wehrhafte Anlage, die allen Kriegen und Zerstörungsversuchen trotzte, ihre Eigenschaft als wittelsbachische Amtsburg. Dann verlegte der bayerische Staat das Forstamt dort hinein. Heute ist die Burg Privatbesitz und die Erhaltung scheint gewährleistet zu sein.

Die einstige Pflegerburg Marquartstein erhebt sich über einem Felskegel am rechten Ufer der Tiroler Ache. Das mittelalterliche Erscheinungsbild ist noch im wesentlichen erhalten geblieben, trotz der durchgreifenden Sanierung 1857 und obwohl die Besitzer im Laufe der Jahrhunderte jeweils ihre eigenen Umbauvorstellungen verwirklichten. Über dem Eingang an der einstigen Zugbrücke prangen die Wappen der Freiherrn v. Tautphoeus und der Familie Montgomery mit der Jahreszahl 1857, die daran erinnern, dass Freiherr Cajetan v. Tautpoeus, königlich-bayerischer Kämmerer und Ministerialrat, im genannten Jahr diese Burg durch Ankauf vor dem Verfall bewahrt und zusammen mit seiner Gattin Jemina, geborene Montgomery, einer erfolgreichen Schriftstellerin, wiederhergestellt hat.

Michael Wening hat uns das Aussehen und den Umfang der Burganlage Marquartstein in einem Kupferstich aus dem Jahre 1701 überliefert.

Privatbesitz

Schloss Marzoll – Bad Reichenhall

Schloss Marzoll © J. Lang

Renaissanceschloss nach italienischem Vorbild

Unweit eines römischen Gutshofes und einer zu Ende des 8. Jahrhunderts urkundlich erwähnten Kirche erhob sich seit dem Hochmittelalter ein landwirtschaftlich genutzter, jedoch wehrhafter Hof, auf dem das gleichnamige Geschlecht der Marzoller saß. Ab 1218 ging der Hof an die Wittelsbacher über, die ihn an Adelige verlehnten. Vermutlich in den frühen 1460er Jahren erwarb ihn der dem Reichenhaller Salzpatriziat entstammende Ludwig Fröschl vom Herzog zu Lehen.

Unter Degenhard II. Fröschl entstand in den Jahren von ca. 1526 bis ca. 1536 eine kastellartig anmutende Schlossanlage in der Form eines kubischen Baukörpers, dessen massiv wirkende Ecktürme an Befestigungsbauten der italienischen Renaissance erinnern.

Die vier Türme waren ursprünglich mit spitz zulaufenden „welschen Hauben“ bekrönt. Vor dem Hintergrund der zu Ende gehenden Bauernkriege sowie unter dem Eindruck der drohenden Türkengefahr erhielt das Schloss einen umlaufenden hölzernen Wehrgang und zahlreiche Schießscharten. Als Baumeister für Marzoll kommt möglicherweise Degenhards Bruder Ludwig Fröschl in Frage, seines Zeichens Dombaumeister in Passau.

Nach dem Konkurs Joseph Fröschls ging das Schloss ab 1574 in verschiedene Adelshände über. Am längsten hielten sich hier die Familien Lasser zu Lasseregg bzw. Laßberg (1605 – 1835). Während dieser Zeit erfolgten Um- und Zubauten, ebenso die barocke Innenausstattung und die Stuckierung einiger Deckenspiegel im zweiten Obergeschoss durch Benedikt Zöpf. 1837 ließ Albert von Malsen die „welschen Hauben“ entfernen und durch steinerne Zinnen im englischen Tudorstil ersetzen, wodurch sich das äußere Erscheinungsbild des Schlosses Marzoll bis zum heutigen Tage maßgeblich verändert hat.

Eigentümer: Stadt Bad Reichenhall

Schloss – Mattsee

Schloss Mattsee © Bundesdenkmalamt

Besiedlungsspuren aus der Jungsteinzeit

Die weitgehend rekonstruierte Burganlage liegt auf einer Halbinsel, die östlich des Kollegiatstiftes in den Mattsee hineinragt.

Auf dem Schlossberg, der in prähistorischer Zeit eine Insel gewesen ist, wurden Funde von der Jungsteinzeit bis zur römischen Besiedlung ergraben. Nach einer Legende wurde das Kloster Mattsee vom Bayernherzog Tassilo III. um 777 gegründet. Die mittelalterliche Befestigung des Schlossberges erfolgte um 1100. Um 1200 waren die Herren von Mattsee identisch mit den Haunspergern bzw. den Tannern, um 1400 gab es eine neue Familie der Mattseer, die jedoch nur noch erzbischöfliche Beamte waren.

Die Burg Mattsee wurde von 1357 an von den Bischöfen von Passau an den Salzburger Erzbischof zuerst verpfändet, 1398 endgültig verkauft. Die Gerichtsrechte, die Bayern auf Wiederkauf ab 1414 an Salzburg verpfändete, führten zu ständigen Streitigkeiten zwischen den beiden Ländern, die nach der Erwerbung des Innviertels durch Österreich 1779 mit neuen Partnern fortgesetzt wurden und erst mit der Annexion Salzburgs durch Österreich 1816 endeten.

1684 wurde unterhalb der Burg neben der Hoftaverne die Gerichtsschreiberei neu gebaut. 1799 war das neue Gerichtsdienerhaus fertig. 1811 versteigerte Bayern Burg und Inventar an Private, die die Gebäude als Steinbruch verwendeten und das Material verkauften. Seit 1949 ist das Areal im Besitz der Marktgemeinde Mattsee, die nun die so gut als möglich wiederhergestellte Burg für kulturelle Aktivitäten nutzt.

Eigentümer: Marktgemeinde Mattsee, Schlosscafé Mattsee

 

Burg – Mauterndorf

Burg Mauterndorf © Salzburger Burgen & Schlösser

Mautstation des Salzburger Domkapitels

Burg Mauterndorf liegt oberhalb der Katschbergstraße (B99), der wichtigen Fernstraße von Aquileja/Venedig nach Nürnberg und Passau/Böhmen (Goldener Steig).

Die Burg konnte mit päpstlicher (!) Genehmigung nach 1253 vom Salzburger Domkapitel erbaut werden, um die Mauteinhebung zu sichern, deren Einnahmen seit 1143 dem Domkapitel zufielen. 1546-1559 wurde die Burg ausgebaut, zum Schutz der Bevölkerung, die mitzahlen musste.

Burg Mauterndorf © Salzburger Burgen & Schlösser
Burg Mauterndorf © Salzburger Burgen & Schlösser

Nach der Säkularisation der geistlichen Besitzungen 1803 wurde die Burg Ruine. Nach verschiedenen Besitzern erwarb sie 1894 der königl. preußische Stabsarzt Dr. Herman Epenstein. In rund 50 Jahren wird die Burg von der 1919 (!) geadelten Familie von Epenstein zu Mauternburg instand gesetzt. 1942-1945 im Besitz des Deutschen Reiches für den (Paten-)Sohn Epensteins Hermann Göring. 1965 kaufte sie die Republik Österreich und übergab 1968 an das Land Salzburg. Bestens restauriert ist die Burg heute ein Höhepunkt der Salzburger Burgenlandschaft.

Eigentümer: Land Salzburg

Schloss Mirabell – Stadt Salzburg

Schloss Mirabell © Land Salzburg Bildungsmedien

Sommerresidenz Wolf Dietrichs

Die Sommerresidenz wurde 1606 zuerst als standesgemäßer Wohnsitz für die Lebensgefährtin von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau, Salome Alt, als Schloss „Altenau“ gebaut. Sie wurde mit ihren Kindern vom Kaiser mit dem Prädikat „von Altenau“ in den Adelsstand erhoben.

Nach Wolf Dietrichs Sturz wurde das Schloss umgebaut und in „Mirabell“ umbenannt. 1710-1727 plante Johann Lucas von Hildebrandt einen fast vollständigen Neubau, von dem seit dem Stadtbrand von 1818 nur noch die Engelsstiege mit dem Skulpturenschmuck von Georg Raphael Donner den ehemaligen Prunk erkennen lässt, denn sogar der Boden im Marmorsaal stammt aus Farmach (s. d.).

Die Wiederherstellung des Schlosses wurde nach Plänen von Peter Nobile vorgenommen, der u. a. den wuchtigen Mittelturm abtragen ließ. 1866 schenkte Kaiser Franz Joseph den schon seit 1811 öffentlich zugänglichen Garten, die Befestigungsanlagen (Kurpark mit Rosenhügel), die Zwergenbastei und das Vogelhaus der Stadt Salzburg.

1870 kaufte die Stadt das Schloss und verwendete es zuerst als Mietwohnhaus und seit 1937 als „Neues Rathaus“.

Eigentümer: Stadt Salzburg
Sitz des Bürgermeisters und einiger Ämter des Magistrats

Schloss – Mittersill

Schloss Mittersill © örtlicher Tourismusverband

Sicherung des Saumweges über den Pass Thurn

1180 urkundlich genannt, als das Reichslehen „Grafschaft Pinzgau“ an die Grafen von Frontenhausen- Lechsgemünd vergeben war, die sich auch Grafen von Mittersill nannten. Deren Erben Albert und Meinhard von Görz-Tirol (als Kinder in Geiselhaft auf Hohenwerfen) mussten 1260 verzichten.

Im Diensteid des Gebhard von Felben von 1292 wird erstmals ein „Salzburger Recht“ erwähnt, die Grundlage für die Entstehung des „Landes Salzburg“.

Im Großen Bauernkrieg 1525/26 wurde die Burg schwer beschädigt. Den Wiederaufbau leitete der kaiserliche Baumeister Jörg Spacio.

Hier begann im 16. Jhdt. der allererste Hexenprozess im Erzstift Salzburg. In den folgenden 100 Jahren brannte es mehrmals: Der Pinzgauer Bauernaufstand gegen Fürsterzbischof Wolf Dietrich 1605, der 30-jährige Krieg 1618-1648, der Zillertaler Bauernaufstand 1645 führten zu erhöhten Besatzungen auf der Burg. Dann gab es 150 Friedensjahre bis zu den Franzosenkriegen 1797-1809.

Das Pfleggericht bzw. dann Bezirksgericht blieb bis 1880 auf der Burg. 1882 kaufte sie Gräfin Marie Larisch (Hofdame der Kaiserin Elisabeth) und ließ die mittelalterliche Bausubstanz radikal verändern. 1919 erwarb der Münchner Maler Hugo von Grundherr das Schloss und gestaltete es im Inneren romantisch um. 1935 kaufte es der Internat. Sport- und Shooting-Club unter Baron Hugo von Pantz (für die Societé Immobiliére/Vaduz). 1938 brannte durch Blitzschlag ein Teil der Bauten ab.

Im „Gästehaus“ sind nach 1945 zu Gast: König Faruk von Ägypten, Aristoteles Onassis, Henry Ford, Rita Hayworth, Gina Lollobrigida, Clark Gable, Curd Jürgens, Gunther Sachs.

Trotz Umbauten bietet das Schloss aus der Ferne das Bild einer mittelalterlichen Höhenburg mit hohen Mauern, Wehrgang und Rundtürmen des 16. Jhdts.

Seit 2010 Schlosshotel.

Montforterhof – Stadt Salzburg

Montforterhof © H. Guggenberger

vorgeschichtlicher Brandopferplatz

Der elegante Bau mit Mansardendach nordwestlich von Hellbrunn entstand um 1700 aus älteren Häusern, deren Kern aus dem 16. Jahrhundert noch erkennbar ist. Das Schlössl liegt am Fuß des Golser Hügels, auf dem ein älterer Bau zu vermuten ist.

Ein vorgeschichtlicher Brandopferplatz wurde ergraben. 1699 bzw. 1709 kaufte Maria Anna Gräfin von Montfort die Anwesen und schuf das herrschaftliche Haus mit dem dazugehörigen dreischiffigen, siebenjochigen, über Pfeilern gewölbten Stall.

Nebengebäude am Montforterhof © H. Guggenberger
Nebengebäude am Montforterhof © H. Guggenberger

Den Montforterhof erwarb 1792 Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo für Jagdaufenthalte und ließ ihn mit einer neuen Fassade versehen.

In den letzten 20 Jahren des 20. Jahrhunderts wurde das Anwesen modernisiert, 2003 neuerlich verkauft.

Privatbesitz

Schloss Moosham – Unternberg

Schloss Moosham © örtlicher Tourismusverband

Fürstenzimmer und Hexenprozesse

An der wichtigen Straßengabelung zweigten schon in der Antike zwei Römerstraßen von der Katschbergstraße ab. Die römische Siedlung „Immurium“ unterhalb der Burg hat ihre Parallele in der Straßenstation „Ani“ nördlich der Tauern bei Altenmarkt. Die Klöster Millstatt und Admont tauschten am Ende des 12. Jhdts. diese ihre Stützpunkte für den Tauernübergang aus.

1212 ist Otto von Moosheim genannt. Die Burg ist 1256 belegt. Um 1300 setzten Kämpfe der Erzbischöfe mit dem noch nach Kärnten ausgerichteten Adel wie den Saurau (identisch mit den Chalochspergern/ Kalspergern/Goldeggern) ein. 1281 musste die „alte Burg“ dem Erzstift übergeben werden. Sie wurde bis 1790 Sitz des Pfleggerichtes für den gesamten Lungau. 1858 wurde die Burg „privatisiert“. Seit 1892 gehört sie der Familie der Grafen Wilczek.

Aus zwei Burgen entstand bis 1522 die heutige Anlage. 1439 war schon ein Bereitschaftsdienst für die reitenden (Post-)Boten zwischen Salzburg und Friesach (salzburgischer Besitz in Kärnten und Sitz des Vizedoms für den Lungau) eingerichtet.

Sehenswert sind die Fürstenzimmer für Besuche der Erzbischöfe, der hölzerne Wehrgang, die Gemäldesammlung und die Gedenkstätten für die Hexenprozesse in der 2. H. des 17. Jhdts. rund um den „Zauberer-Jackl“.

Eigentümer: Familie Grafen Wilczek

Schloss Neudegg – Stadt Salzburg

Schloss Neudegg © H. Guggenberger

spätgotischer Ansitz barockisiert

Der ursprünglich spätgotische Ansitz der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts durchgehend barockisiert.

Die vier Aufsatztürmchen an den Dachecken sind verschwunden. Die an der Südseite freistehende Schlosskapelle aus der Zeit um 1660 und das gegenüberliegende Nebenstöckl umschließen den Hofraum. Deshalb fällt es nicht auf, dass der Park durch den Neubau des ORF-Landesstudios Salzburg verkleinert wurde.

Von den Besitzern sind Niklas Venediger in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts zu erwähnen, weiters der Gewerke Jakob Strasser 1556, der Handelsmann Christoph Freisauff „von Neudegg“ 1648, 1775 Hofkanzler Franz Anton Kürsinger, schließlich der bedeutende Wissenschaftler Karl Ehrenbert von Moll und seit 1935 die Grafen Meran.

Privatbesitz

Schloss Neuhaus – Stadt Salzburg, Gnigl

Schloss Neuhaus © H. Guggenberger

Amtssitz des Pfleggerichtes

Das häufige Vorkommen des Burgnamens „Neuhaus“ lässt eine sichere Zuordnung von Nennungen zu einem bestimmten Objekt kaum zu. Es wird angenommen, dass die Burg Neuhaus über Gnigl zu Beginn  des 13. Jahrhunderts genannt und seit Anfang des 14. Jahrhunderts in erzbischöflichem Besitz ist.

1424 wurde sie jedenfalls unter Erzbischof Eberhard III. von Neuhaus (!) erweitert und verstärkt. 1508 wurde der Amtssitz des Pfleggerichts Radeck von der dortigen Burg nach Neuhaus verlegt. Nach einem durch Blitzschlag ausgelösten Brand 1695 verlegte man das Gericht 1697 in die Gnigl (Grazer Bundesstraße 6). Neuhaus wurde verpachtet und 1811 an Franz Graf Lodron versteigert. 1851 erwarb Oswald Graf Thun die Burg und renovierte sie im neugotischen Stil.

Nach einem Bombenschaden im Zweiten Weltkrieg wurde das äußere Erscheinungsbild ab 1963 nach alten Vorlagen weitgehend wiederhergestellt.

Der seit 2010 neue Besitzer hat die Anlage durch Zubauten nahezu verdoppelt und sogar den Zugang zum Burgberg gesperrt.

Privatbesitz

Schloss Niedernfels – Marquartstein

Schloss Niedernfels © C. Soika

ehemaliges Hofmarkschloss aus 998

Dieses ehemalige Hofmarkschloss ist bereits 998 n. Chr. erstmals urkundlich erwähnt. Der Adelige Wernher von Vels gibt hier für seine Tochter Mathilde wegen des Gutes ein halbes Talent Geldes an das Kloster St. Peter in Salzburg.

Die Inschrift in dem über dem Eingangstor angebrachten Wappenschild weist auf einen Augustin von Aham aus Niederbayern hin, der mit einer Anna von Preysing verheiratet war. Sie ließen das Schloss im Jahr 1568 neu errichten.

Der stattliche, lang gestreckte Baukörper ist in dieser Form als rechteckiger, viergeschossiger Renaissancebau mit Schopfwalmdach und zwei Ecktürmen sowie einem großen Park bis heute erhalten geblieben. Der Anbau an der Westseite entstand 1808.

Wie Johann Josef Wagner (1796 – 1871) in seinem klassischen Chiemgauer Geschichtswerk „Geschichte des Landgerichts Traunstein“ erwähnt, „schließt sich vor dem Schloße, gegen die Ebene herab, das Dörfchen Niedernfels mit 7 Häusern an“.

Die Anlage beherbergt heute eine Schule und ein Internat. Die jüngst renovierten Gebäude wirken optisch sehr eindrucksvoll durch ihre malerische Lage am Fuße der Chiemgauer Voralpen.

Schloss Oberbrunn – Pittenhart

Schloss Oberbrunn © C. Soika

Edelsitz salzburgischer Ministerialiengeschlechter

Im Jahre 924 als „Prunn“ in der Tauschurkunde des Salzburger Erzbischofs Odalrich urkundlich genannt, war der Edelsitz in seiner Frühzeit Eigentum salzburgischer Ministerialiengeschlechter. Darunter waren auch die Herren von Eschenau. Nachdem das Gebäude ab 1531 Hofmarksitz war, den zuletzt die Grafen la Rosée innehatten, diente es unter wechselnden Besitzern als Kinderheim, Erholungsheim, Sitz einer fernöstlichen Glaubensgemeinschaft und Schule.

Das Schloss ist ein schlichter Rechteckbau mit drei Geschossen, in einer großzügigen Grünanlage gelegen. Wegen seiner Hanglage besitzt das lang gestreckte Gebäude nach Süden neben den zwei Gebäudegeschossen noch ein Untergeschoss.

Sehenswert ist die 400 Jahre alte Schlosskapelle, deren wertvoller Rokokoaltar heute im Trostberger Heimatmuseum untergebracht ist. Den Holzaltar hat offensichtlich ein künstlerisch hoch begabter Schnitzer bearbeitet, was nicht nur an der integrierten Madonna und den Heiligenfiguren, sondern auch an der Gestaltung der Rocaillenornamente erkennbar ist.

Privatbesitz

Schloss Oberhausen – Bayerisch Gmain

Schloss Oberhausen © J. Lang

Altersruhesitz mit Edelmannsfreiheit

Die Ursprünge eines stattlichen Hofes, der sich unter der Grundherrschaft des Salzburger Erzbischofs befand, gehen wohl auf das Spätmittelalter zurück. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts gelangte Oberhausen in den Besitz von Reichenhaller Patrizierfamilien. 1560 kaufte der Reichenhaller Salzmeier Wolfgang Yppenberger das Anwesen, sieben Jahre später erwarb es der Kanzler der Fürstpropstei Berchtesgaden, Dr. Rochus Freymann. Er ließ das alte Gebäude abreißen und in der Grundrissform eines Hufeisens als Alterssitz von Grund auf neu errichten. Insgesamt vier Geschosse boten reichlich Gelegenheit für alle wichtigen Funktionen des Wohnens, Wirtschaftens, Speicherns sowie nicht zuletzt der Repräsentation.

Ursprünglich war das Schloss mit einer großzügigen Ringmauer umgeben, die jedoch im 18. Jahrhundert nur noch in Teilen erhalten war und mittlerweile ganz verschwunden ist. 1580 erlangte Freymann für Oberhausen die so genannte Edelmannsfreiheit, die ihn innerhalb des Anwesens – bis zur Dachtraufe – in Sachen der niederen Gerichtsbarkeit aus dem Kompetenzbereich des Reichenhaller Richters befreite.

Ab 1647 bezogen sich die Niedergerichtsrechte auch auf die zu Oberhausen gehörenden Bauerngüter mit ihren Bewohnern („Offene Hofmark“). Zunächst im Besitz verschiedener adeliger Beamter – hauptsächlich Salzmeier – aus Reichenhall befand sich das Anwesen von 1649 bis 1717 im Eigentum der Salzburger Familie von Feyrtag, anschließend eines Verwandten, Anton von Zöpf, sowie Joseph Freiherr von Armannsperg. Nach dem Verkauf 1780 ging es in rascher Folge durch zahlreiche adelige Hände. Da nach militärischen Einquartierungen an eine Instandsetzung im Sinne der alten Noblesse nicht mehr zu denken war, teilte man das Schloss 1812 in verschiedene Herbergen auf.

Paschinger-Schlössl – Stadt Salzburg

Paschinger-Schlössl © Bundesdenkmalamt

Wohnsitz des Schriftsteller Stefan Zweig

Der Bau aus der Mitte des 17. Jahrhunderts ist im Kern erhalten und wurde unmittelbar an die damals (1630) neue Stadtmauer auf dem Kapuzinerberg angebaut. Das Haus wurde mehrfach verändert, da es häufig die Besitzer wechselte. Namen gebend war Anton Paschinger 1793-1823.

Bekannt wurde das Schlössl, weil es seit 1919 dem Schriftsteller Stefan Zweig gehörte, der von hier aus 1934 emigrierte.

Privatbesitz

Schloss Pertenstein – Traunreut

Schloss Pertenstein © C. Soika

renoviert vom Heimatbund Schloss Pertenstein

Zwischen den Ortsteilen Traunwalchen und Matzing liegt am westlichen Ufer der Traun in idyllischer  Lage das Schloss Pertenstein. Es wurde um 1290 von Engelbert von Taching erbaut und angeblich nach seiner Frau, „Perchta von Stein“, benannt. Nach dem Aussterben der Familie der Tachinger übernahm ein naher Verwandter, Wilhelm von Törring, das Schloss, und schließlich geriet es in den Besitz der Linie Törring-Jettenbach. Ende der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts war das Schloss allerdings vom Verfall bedroht, wurde aber dann durch eine Initiative des „Heimatbundes Schloss Pertenstein“ in einer beispielhaften Restaurierungsaktion vor dem endgültigen Verfall bewahrt.

Das Schloss ist ein unregelmäßiger Dreiflügelbau, der Nordtrakt ist im Kern gotisch, 1601 erfolgten ein Ausbau der Anlage und die Errichtung des Westturms. 1740 – 1760 gab es weitere Ausbauten. Der architektonisch wertvollste Gebäudeteil ist das im Erdgeschoss des nördlichen Flügels eingebaute gotische Gewölbe mit vier freistehenden achteckigen Steinpfeilern. In gut erhaltenem Zustand präsentiert sich die sehenswerte Schlosskapelle, geweiht im Jahr 1604. Nach der Restaurierung, bei der unter anderem auch der schief hängende Turm gerade gerichtet, alte Arkaden freigelegt, der Schlosshof von allerlei Unrat befreit und Gewölbe wieder aufgerichtet werden mussten, macht das Schloss wieder einen stattlichen Eindruck. Räume des Schlosses können auch für Feiern und Festakte gebucht werden.