Museum „Erze, Gold & Minerale“ – Hüttau (Kupferzeche Larzenbach)

Innenraum Hüttau © Museum und Kupferzeche Hüttau

still gelegte Kupferzeche

Vermutlich begann der Bergbau auf Kupfer im frühen 14. Jahrhundert, die erste Nennung ist jedoch erst 1549 belegt. Das Kupfererz ist das Mineral Kupferkies (Chalkopyrit) und nebenbei sind auch Fahlerze (Gemenge aus mehreren Elementen mit Kupfersulfid) angefallen, die für die Verhüttung erschwerend waren. Die Vererzung ist an mehrere steil bis senkrecht stehende Spaltenfüllungen gebunden, die zumeist Zentimeter bis Dezimeter breit sind. Zusätzlich erschwerend sind zahlreiche Störungen, die den Kupfererzgang in einzelne kleine Schollen zerlegen. Bemerkenswert ist eine – allerdings nur mikroskopisch – nachweisbare Goldführung von etwa 4 g/t Erz.

Der Bergbau war immer wieder wegen mangelnder Rentabilität unterbrochen und 1869 endgültig geschlossen worden. In den Jahren 1989 – 1997 wurde der verstürzte Bergbau von 6 Idealisten unter der Leitung des Gewerken Rainer Mrazek ausgeräumt und als Schaubergwerk zugänglich gemacht.

Der Besucher betritt auf Straßenniveau den Bergbau im mittelalterlichen Georgstollen, über Treppen steigt er in den Georg-Oberlauf, weiter zum Mitterlauf und zuletzt erreicht er den Barbarastollen, über den der Besucher das Bergwerk verlässt. Neben den zahlreichen farbenprächtigen Verwitterungsmineralien des Kupferkies sieht man auch eine 3 m hohe Erzwand.

Museum Außenansicht © Museum und Kupferzeche Hüttau
Museum Außenansicht © Museum und Kupferzeche Hüttau

Im Ortszentrum gegenüber der gotischen Pfarrkirche steht das prächtige, renovierte Gewerkenhaus von 1598, in dem eine sehenswerte Mineraliensammlung mit Schwerpunkt Erzminerale und Bergbau in Salzburg besichtigt werden kann.

1 Mönchtum, Orden, Klöster und Stifte

St. Peter in Salzburg, das älteste Kloster im deutschen Sprachraum, im Jahre 1657. Gouache von P. Thiemo Sing

Geistliche Gemeinschaften in Vergangenheit und Gegenwart

Das Ideal des christlichen Gemeinschaftslebens, das vom Vorbild der Apostel geprägt war, fand seine Verwirklichung in verschiedenen Formen. Den Mönchsgemeinschaften, deren Zusammenleben nach strengen Ordensregeln erfolgt, stehen die Kanoniker (Chorherren) und Domherren als Weltgeistliche gegenüber, die in Kollegiatstiften oder Domkapiteln ein eher ungebundenes Gemeinschaftsleben pflegen. Eine Mittelstellung nehmen seit dem 11./12. Jahrhundert die Regularkanoniker ein, die ähnlich den Mönchen nach einer straffen Regel leben, sich aber vorwiegend der Seelsorge widmen.

Die Bezeichnungen Kloster und Stift werden heute meist ohne Unterschied verwendet. Speziell in Österreich ist es üblich, Mönchsklöster auch als „Ordensstifte“ zu bezeichnen. Kirchenrechtlich bestehen aber zwischen Kloster und Stift deutliche Unterschiede. Als Kloster, abgeleitet vom lateinischen Wort claustrum (abgeschlossen), wird der gemeinsame Aufenthaltsort von Mönchen bezeichnet, die dort ein Leben nach den Geboten der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams führen. Das Wort wird sowohl für den klösterlichen Gebäudekomplex und die Klosterkirche als auch für die klösterliche Gemeinschaft, den Konvent, verwendet. Klöster werden von einem meist auf Lebenszeit gewählten Abt (von griech. abbas=Vater) geleitet (Abteien) oder unterstehen einem Prior (Priorate), bei den Franziskanern einem Guardian.

Der hl. Benedikt unterweist die Petersfrauen und die Mönche in der Regel. Darstellung im Register des Abtes Otto II. Chalhochsperger von St. Peter (1375 - 1414)
Der hl. Benedikt unterweist die Petersfrauen und die Mönche in der Regel. Darstellung im Register des Abtes Otto II. Chalhochsperger von St. Peter (1375 – 1414)

Das Leben der Mönche konzentrierte sich innerhalb der oft weiträumigen Klosteranlagen auf den engeren Bereich der Klausur, der Kirche, Kreuzgang, Speisesaal (Refektorium), Schlafsaal (Dormitorium) und Kapitelsaal umfasste. Die reich ausgestatteten Klöster des Früh- und Hochmittelalters unterhielten neben landwirtschaftlichen Betrieben zur Selbstversorgung auch Schulen, Skriptorien (Schreib- und Malschulen), Bibliotheken und künstlerische Werkstätten, dazu auch Heilkräutergärten und Klosterapotheken. Die katholischen Orden der Neuzeit (Regularkleriker) haben einen neuen Typ der Ordenshäuser geschaffen, der vor allem in den Kollegien der Jesuiten sichtbar wird.

Als Stift wird die mit Grundbesitz ausgestattete Gemeinschaft eines Domkapitels, eines Kollegiat- oder Kanonissenkapitels ebenso bezeichnet wie die von der Gemeinschaft benutzten Gebäude. Die Mitglieder heißen Kanoniker, Chorherren oder Stiftsherren, bei Frauengemeinschaften Kanonissen oder Stiftsdamen. Aufgaben der Kollegiatstifte sind vor allem der gemeinsame Chordienst an der Stiftskirche und die Seelsorge in den inkorporierten (dem Stift einverleibten) Pfarreien bzw. Pfarren. Das ursprünglich einheitliche Stiftungsvermögen wurde seit dem 9./10. Jahrhundert meist in getrennte Pfründen für die einzelnen Stiftsherren oder Stiftsdamen aufgeteilt. Um die Gefahr der Verweltlichung zu vermeiden, wurden seit dem 11./12. Jahrhundert zahlreiche Stifte mit einem straffen Gemeinschaftsleben nach dem Vorbild der Mönchs- und Nonnenklöster gegründet und ältere Stifte reformiert. Träger dieser Bewegung waren die Regularkanoniker. Der Leiter eines Stifts oder Kapitels führt den Titel Propst (lat. praepositus=Vorgesetzer).

Zisterziensermönche bei der Feldarbeit
Zisterziensermönche bei der Feldarbeit

Die meisten Klöster und Stifte sind in Orden zusammen geschlossen. Als Orden bezeichnet man Gemeinschaften, deren Mitglieder unter einem gemeinsamen Oberen und nach einer gemeinsamen Lebensordnung, die durch Ordensregeln, Konstitutionen und ähnliche Satzungen festgelegt ist, leben. Die einzelnen Mitglieder können in allen Bereichen des kirchlichen und öffentlichen Lebens tätig werden. In der katholischen Kirche werden heute folgende Hauptgruppen unterschieden:

  1. Mönchsorden (monastische Orden wie Benediktiner, Zisterzienser, Kartäuser, etc.)
  2. Bettelorden (Mendikanten) wie Dominikaner, Franziskaner, Augustiner-Eremiten
  3. Regularkanoniker (Augustiner Chorherren, Prämonstratenser etc.)
  4. Regularkleriker-Orden (im Wesentlichen die neuzeitlichen Orden wie Jesuiten, Theatiner, Barnabiten etc.)
  5. Geistliche Ritterorden (Johanniter, Templer, Deutscher Ritterorden etc.)

Nicht zu diesen Orden zählen jene Weltgeistlichen (Kanoniker, Dom- und Stiftsherren, Kanonissen), die in Kollegiatstiften und Domkapiteln zusammen wirken, aber kein strenges Gemeinschaftsleben nach einer Ordensregel führen.

 

Zur Entwicklung des abendländischen Mönchtums

Dem Mönchtum liegt das Ideal des asketischen Lebens in Armut, Bedürfnislosigkeit und Keuschheit zugrunde, das durch bestimmte Richtungen der antiken Philosophie wie die Stoa in das frühe Christentum Eingang fand. Als Mönch (von griechisch μóναχος = der allein Lebende) werden die Mitglieder der Mönchsorden mit Ortsgebundenheit (Stabilität) bezeichnet. In diesen Orden besitzt das innerklösterliche, monastisch-liturgische Leben den Vorrang gegenüber der Tätigkeit nach außen. Zu den Mönchsorden zählen innerhalb der katholischen Kirche die Benediktiner und ihre Zweige wie Zisterzienser, Trappisten oder Kartäuser. Im weiteren Sinn werden auch die Mitglieder der Bettelorden (Franziskaner, Dominikaner etc.) Mönche genannt, obwohl bei ihnen die Außentätigkeit überwiegt.

Der hl. Benedikt schreibt die Klosterregel. Darstellung in einem Codex des 12. Jhs.
Der hl. Benedikt schreibt die Klosterregel. Darstellung in einem Codex des 12. Jhs.

Der Mönch lebt im Regelfall in klösterlicher Gemeinschaft, manchmal auch als Eremit (Einsiedler). Nach einer Probezeit, dem Noviziat, legen die Mönche nach Vollendung des 18. Lebensjahres zunächst eine „zeitliche Profess“ (professio = Bekenntnis) auf drei bis sechs Jahre ab, der frühestens nach Vollendung des 21. Lebensjahrs die „ewige Profess“ auf Lebenszeit folgt. Mit der öffentlichen Ablegung der Gelübde verpflichtet sich der Mönch zur Übernahme der drei „Evangelischen Räte“ Armut, Keuschheit und Gehorsam. Die weibliche Entsprechung zum Mönch ist die Nonne (von mittellat. nonna = gottgeweihte Jungfrau). Viele Klöster und ebenso die meisten Stifte der Regularkanoniker wurden als Doppelklöster gegründet, die über einen Männer- und einen Frauenkonvent verfügten.

Die Anfänge des christlichen Mönchtums lagen im Orient, wo sich aus der altchristlichen Askese die anachoretische Lebensform (Anachorese = Rückzug aus dem weltlichen Leben) der Eremiten entwickelte. Der bedeutendste Vertreter dieser Richtung war Antonius der Große († 356) in Ägypten, nach dessen Vorbild sich Verbände von Anachoreten und Eremiten in Wüsten und Oasen bildeten. Im Gegensatz dazu vereinigte die koinobitische Lebensweise eine größere Zahl von Mönchen an einem Ort zu einem Leben in asketischer Gemeinschaft unter einheitlicher Leitung. Erster Organisator der frühen klösterlichen Siedlungen war der ägyptische Mönchsvater Pachomius († 347). Bischof Basilius von Cäsarea in Kappadokien († 379) wurde mit seinen „Mönchsregeln“ der theologische Lehrer dieser klösterlichen monastischen Lebensform. Besonders harte Askese zeichnete das Mönchtum in Syrien mit den Styliten (Säulenstehern) aus, die ihr strenges Leben ohne jeden Schutz auf der umrandeten kleinen Plattform einer Säule verbrachten.

In Europa fand das Mönchtum sowohl in seiner eremitischen Form (hl. Martin von Tours) als auch in seiner koinobitischen Art (Großkloster Lérins bei Cannes) Eingang. Vorbildlich wurde das Wirken der irischen Mönche, die als Missionare auf das Festland kamen und die ihnen vertraute Form des dominanten Klosters, das für alle religiösen Erfordernisse zu sorgen hatte, ins Frankenreich verpflanzten. Columban der Jüngere († 615), Gründer der Klöster Luxeuil (in Burgund) und Bobbio (bei Piacenza) schuf eine Klosterregel mit strengen Bußvorschriften, die weite Verbreitung fand.

In Italien wirkte Benedikt von Nursia (ca. 480/90-555/60) zunächst in Subiaco (östlich von Rom) und dann in Monte Cassino. Er schuf auf der Grundlage der älteren Magisterregel eine – im Vergleich zu Columban sehr gemäßigte – Mönchsregel, die vor allem durch die Vermittlung Papst Gregors des Großen Verbreitung fand. In den meisten fränkischen und bayerischen Klöstern wurde im Frühmittelalter eine Mischform aus der Columban- und der Benedikt-Regel befolgt, die man als irofränkisches Mönchtum bezeichnet. Erst seit dem 8. Jahrhundert schrieben fränkische Synoden die Einführung der Benedikt-Regel vor, die Abt Benedikt von Aniane auf den Aachener Synoden 816 und 817 mit Unterstützung Kaiser Ludwigs des Frommen in vielen Klöstern durchsetzte.

Reformbewegungen des benediktinischen Mönchtums

Am Ende des Frühmittelalters hatte das benediktinische Mönchtum in ganz Europa eine dominierende Stellung erreicht. Um dem im 9. Jahrhundert einsetzenden inneren Verfall des Mönchtums entgegenzuwirken, entstanden in Lothringen (Gorze, St. Maximin in Trier), Burgund (Cluny) und Italien Reformbewegungen, von denen die Cluniazensische Reform die mächtigste monastische Erneuerungsbewegung des Mittelalters wurde. Ziele waren die strenge Befolgung der Benedikt-Regel, die Zurückdrängung von weltlichen und bischöflichen Einflüssen und die Unterstellung unter den päpstlichen Schutz. Unter der Leitung des Großabtes von Cluny entstand im 10. und 11. Jahrhundert ein abgestufter Ordensverband, der allein in Frankreich ca. 1300 Klöster umfasste. In Bayern fand die Bewegung über das Kloster Hirsau im Schwarzwald unter Abt Wilhelm (1069-1091) Eingang. Für den Ostalpenraum wurde die Abtei Admont in der Steiermark zum großen Reformzentrum hirsauischer Prägung.

Unabhängig davon entstand eine „Reichsklosterreform“, die vom Kaiser und dem hohen Adel besonders gefördert wurde und ihr wichtigstes Zentrum in St. Maximin in Trier hatte. Über das Kloster St. Emmeram in Regensburg griff die Reichsklosterreform auch nach Salzburg aus, wo Erzbischof Friedrich I. 987 das Kloster St. Peter, das er bis dahin selbst geleitet hatte, vom Erzbistum trennte und mit eigenen Gütern ausstattete.

An der Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert gingen aus dem benediktinischen Mönchtum neue Reformorden hervor, die eigenständige Ziele verfolgten. Der Zisterzienserorden, der seinen Namen nach dem Mutterkloster Citeaux, lateinisch Cistercium, erhielt, war gekennzeichnet durch den Rückzug aus weltlichen Verbindungen, das Leben in einsamen Gegenden und die Eigenwirtschaft mit Hilfe des „Dritten Ordens“, der Laienbrüder oder Bartbrüder. Mit ihren landwirtschaftlichen Musterbetrieben in Form der Grangien wurden die Zisterzienser zum großen Rodungs- und Kolonisationsorden des Hochmittelalters.

Die Kartäuser, benannt nach dem Mutterkloster, der Grande Chartreuse (nördlich von Grenoble), versuchten die Ideale der Anachorese bzw. des Eremitentums und des koinobitischen Lebens zu verbinden. Jeder Mönch lebt in einem eigenen, an den Kreuzgang angebauten Häuschen mit Wohn-Schlafraum, Kapelle, Küche, Werkstatt und ummauertem Gärtchen. Die asketische Lebensform wird außerdem durch das strenge, nur am Sonntag und den Festtagen durchbrochene Schweigegebot, durch das Verbot von Fleischgenuss, den kahl geschorenen Kopf und die umfangreichen geistlichen Übungen (täglich ca. acht Stunden) betont.

Die Bettelorden (Mendikanten)

Der hl. Franziskus von Assisi predigt den Vögeln. Ausschnitt aus einem Fresko von Giotto
Der hl. Franziskus von Assisi predigt den Vögeln. Ausschnitt aus einem Fresko von Giotto

Der katholischen Kirche war es im Früh- und Hochmittelalter nicht gelungen, die armen Schichten der Bevölkerung dauerhaft zu integrieren. Stattdessen entstanden Armutsbewe­gungen, die immer wieder ins Ketzertum abglitten (z. B. die Fratizellen). Auch die ursprünglich als Reformbewegung anerkannten Waldenser wurden als Ketzer verurteilt und verfolgt. Der hl. Franziskus von Assisi (1181/82-1226) führte mit seinen Gefährten ein „Leben nach dem Evangelium“ in asketischer Armut nach dem Vorbild Jesu Christi und seiner Jünger. Obwohl das Papsttum die Bewegung des heiligen Franziskus anerkannt hatte und Honorius III. 1223 die verkürzte Regel bestätigte, kam es mit dem raschen Wachstum des jungen Ordens zum Armutsstreit und zur Spaltung. 1517 trennte Papst Leo X. die Franziskaner in die beiden selbständigen Orden der Observanten und Konventualen, die beide als Minderbrüder (Minoriten) bezeichnet werden. Als neue Reformbewegung entstand im frühen 16. Jahrhundert der Kapuzinerorden, den Papst Clemens VII. 1528 anerkannte. Da die Franziskaner ihren Lebensunterhalt durch Spenden erhielten und ihnen auch die Klostergebäude zur Verfügung gestellt wurden, bezeichnet man sie als „Bettelorden“ (Mendikanten). Besondere Bedeutung erlangten sie als Seelsorger und Prediger in den Städten sowie als Missionare in den überseeischen Gebieten. Der weibliche Orden, der auf die hl. Klara von Assisi zurückgeht, heißt Klarissen.

Als zweiter Bettelorden wurde jener der Dominikaner (Predigerorden) durch den hl. Dominikus von Osma (ca. 1170-1221) gegründet und von Papst Honorius III. 1216 anerkannt. Er fand seine besondere Aufgabe in der Predigt und in der Ketzerbekämpfung. Da die Dominikaner selbst vor allem aus den Schichten der armen Bevölkerung stammten, konnten sie ein spezielles Verfahren zum Aufspüren und Überführen von Ketzern entwickeln (Inquisition). Der Dominikanerorden blieb an Zahl wesentlich kleiner als die Franziskaner, durch seine strenge Verfassung und Organisation aber von Spaltungen verschont. Dominikaner gelangten in höchste kirchliche Positionen und stellten mit Albertus Magnus und Thomas von Aquin zwei der bedeutendsten Kirchenlehrer; auch an den Universitäten war ihr Einfluss groß. Mit Innozenz V. (1270) und Benedikt XI. (1303-1304) kamen frühzeitig zwei Päpste aus dem Dominikanerorden.

Konventmesse mit Konzelebration durch Erzabt und Konvent in der Marienkapelle von St. Peter in Salzburg
Konventmesse mit Konzelebration durch Erzabt und Konvent in der Marienkapelle von St. Peter in Salzburg

Aus der Vereinigung mehrerer italienischer Eremitengemeinschaften entstanden 1244/56 die Augustiner-Eremiten als dritter großer Bettelorden. Sie leben nach der Augustinusregel und verpflichten sich zu einer Lebensweise nach dem Vorbild des hl. Kirchenvaters Augustinus (354-430). Die Organisation des Ordens folgte dem Schema der Dominikaner. Aus der Reformbewegung der Observanten ging Johann von Staupitz († 1524) hervor, 1502-1512 Professor an der Universität Wittenberg, der Vorgesetzte und Freund Martin Luthers, der zum benediktinischen Mönchtum übertrat und Abt von St. Peter in Salzburg wurde. Das Auftreten Martin Luthers, der dem Erfurter Konvent angehörte, löste eine schwere Krise im Orden aus und führte zum Ende der deutschen Kongregation. Der Orden, der durch die Säkularisation 1803 erneut schwer getroffen wurde, widmet sich vor allem der Mission, der Predigt, der Erziehung studierender Jugend und der Wissenschaft.

Als vierter Bettelorden sind die Karmeliten aus einer am Berg Karmel im Heiligen Land lebenden Eremitengruppe hervorgegangen. Die anfangs stark anachoretisch geprägte Lebensform, ähnlich jener der Kartäuser, wurde 1247 dem Vorbild der Franziskaner und Dominikaner angepasst. Reformbestrebungen führten 1593 zu einer Spaltung des Ordens in die Beschuhten und die Unbeschuhten Karmeliten (Discalzeaten). Diese engagieren sich auch in der Missionsarbeit und der Wissenschaft. Die unbeschuhten Karmelitinnen sind einer der stärksten Frauenorden in der katholischen Kirche.

Regularkleriker

Als Regularkleriker bezeichnet man ganz allgemein Ordensgeistliche im Unterschied zum Weltklerus. Vor allem aber versteht man darunter die Mitglieder jener katholischer Orden, die im Zuge der Gegen-reformation und der katholischen Erneuerung im 16./17. Jahrhundert entstanden sind. Sie bevorzugen eine freiere Form des Ordenslebens, sind im Interesse ihrer Aufgaben nicht an ein bestimmtes Kloster gebunden, legen feierliche Gelübde ab, verrichten aber mit Ausnahme der Barnabiten kein gemeinsames Chorgebet. Sie widmen sich vor allem der Seelsorge, der Predigt und der Volksmission sowie der karitativen und publizistischen Tätigkeit.

Die größte Bedeutung unter den Regularklerikern besitzt der Jesuitenorden (Societas Jesu), der durch den hl. Ignatius von Loyola 1540 gegründet wurde und durch ein „viertes Gelübde“ zum besonderen Papstgehorsam verpflichtet ist. Die Jesuiten übernahmen im Auftrag des Papstes apostolische Sendungen und engagierten sich vor allem bei der Verbreitung und Verteidigung des Glaubens. Außer in der Missionsarbeit erlangten sie im Bereich von Wissenschaft und Bildung besondere Bedeutung. Ihre ursprünglich für die wissenschaftliche Ausbildung des Ordensnachwuchses geschaffenen Kollegien wurden für auswärtige Schüler geöffnet und zu vorbildlichen Studienanstalten, außerdem wurden etliche Universitäten, darunter Augsburg, Ingolstadt, Innsbruck und Graz, von den Jesuiten geleitet. Als Beichtväter zahlreicher Herrscherhäuser, darunter auch der Wittelsbacher, erlangten die Jesuiten großen politischen Einfluss. Nach der vom Papst 1773 verfügten Aufhebung kam es 1814 zur Wiederherstellung des Ordens. Heute engagieren sich die Jesuiten, die im Land Salzburg und im Gebiet der EuRegio nie auf Dauer Fuß fassen konnten, vor allem im Bereich der Jugendarbeit, der Schulbildung und der Wissenschaft.

Im Gegensatz zu den Jesuiten erhielten die Theatiner, die sich 1524 mit dem Ziel der religiösen Erneuerung des Klerus zusammenschlossen, bereits 1684 eine Niederlassung in Salzburg. Aufgabe der Barnabiten, die sich 1530 in Mailand konstituierten, sind die religiöse Reform, die Volksmission und die Jugenderziehung. Die deutschsprachige Provinz dieses Ordens ist im Zuge der Säkularisation am Beginn des 19. Jahrhunderts erloschen. Der 1582 gegründete Orden der Kamillianer widmet sich vor allem der Seelsorge in Krankenhäuern, Heilstätten und Altersheimen. Die deutsche Provinz engagiert sich besonders bei der Betreuung von Suchtkranken. Aufgabe der 1597 gegründeten Piaristen ist vor allem die Erziehung und Unterrichtung der Jugend; der Orden zeichnet sich durch eine große Zahl gelehrter Mitglieder und Freunde aus.

Regularkanoniker

Für Kanoniker, die als Weltgeistliche vor allem an den Kathedralkirchen zusammenlebten, hatte Bischof Chrodegang von Metz um 755 eine Regel verfasst. Sie wurde 817 durch die Aachener Regel ersetzt. Das Zusammenleben von Kanonikern, die über Eigenbesitz verfügen und das gemeinsame Chorgebet halten (Chorherren), hat sich bis heute in Form der Kollegiatstifte erhalten.

Theaterprospekt "Meeresszene mit Jonas und dem Wal" für die Theateraufführung an der Salzburger Benediktineruniversität
Theaterprospekt „Meeresszene mit Jonas und dem Wal“ für die Theateraufführung an der Salzburger Benediktineruniversität

Im späten 11. Jahrhundert entstanden als Mischform zwischen Kanonikern und Mönchen die Regularkanoniker, die ein strenges Gemeinschaftsleben auf der Grundlage der Augustinus-Regel führen, im Unterschied zu den Mönchen aber keine ewige Profess ablegen. Die Augustiner-Chorherren erhielten als besondere Aufgabe die Seelsorge übertragen. Den meisten Augustiner-Chorherrenstiften wurden zahlreiche Pfarren inkorporiert und von den Chorherren selbst betreut. Ein wichtiges Zentrum bildete der Salzburger Reformverband, dem unter Erzbischof Konrad I. mehr als 20 Stifte angehörten. Den zweiten Orden der Regularkanoniker bilden die Prämonstratenser, die vom hl. Norbert von Xanten, Erzbischof von Magdeburg (1080/85-1134) gegründet wurden. Der Orden ist nach dem Mutterkloster Prémontré (bei Laon) benannt. Auch die Prämonstratenser widmen sich vor allem der Seelsorge und dem Unterrichtswesen.

Geistliche Ritterorden

Die geistlichen Ritterorden entstanden im Heiligen Land, wo sie in Jerusalem zum Schutz des Tempels (Templer) und zur Betreuung des Spitals (Johanniter) eingesetzt waren. Der Deutsche Orden wurde anlässlich der Belagerung und Eroberung von Akkon 1189/90 als Hospitalbruderschaft gegründet. Die von einem Großmeister geleiteten Ritterorden waren in drei Gruppen gegliedert: Adelige Ritterbrüder, die für Pilgerschutz und Waffendienst sorgten und an die drei Gelübde des Gehorsams, der ehelosen Keuschheit und der Armut gebunden waren, Priesterbrüder, welche die geistlichen Funktionen wahrnahmen, und dienende Brüder für den Waffendienst und handwerkliche Arbeiten. Während der reiche Templerorden 1312 auf Druck des französischen Königs unter der Anschuldigung der Ketzerei und Sodomie vom Papst aufgehoben wurde, verlegten die Johanniter ihren Sitz nach dem Verlust der Positionen im Heiligen Land 1309 nach Rhodos und 1530 nach Malta. Sie bilden heute den souveränen Malteserorden. Der Deutsche Ritterorden schuf auf der Grundlage großer Landschenkungen und der Missions- und Kolonisationstätigkeit im Ostseeraum einen eigenen Ordensstaat (Preußen) mit dem Sitz des Hochmeisters auf der Marienburg. Malteserorden und Deutscher Ritterorden sind heute vor allem sozial und karitativ tätig.

Klöster und Stifte in der EuRegio

Die Klosterlandschaft der EuRegio war bis zum Ende der geistlichen Herrschaft in Salzburg (1803) durch die Kirchenpolitik der Salzburger Erzbischöfe und die Dominanz der alten Orden geprägt. In den unter dem Einfluss der bayerischen Herzöge aus dem Hause der Agilolfinger gegründeten Abteien St. Peter in Salzburg – heute das älteste Kloster im deutschen Sprachraum –, Herrenchiemsee und Mattsee herrschte anfangs eine Mischform aus irischem und benediktinischem Mönchtum. Da die Klöster in dieser Phase nicht zur Ortsgebundenheit verpflichtet waren, konnten sie sich in der Missionsarbeit in Karantanien und Pannonien engagieren. Der Zeitpunkt des Übergangs zur benediktischen Observanz ist für die einzelnen Abteien nicht genau festzulegen. Im Zuge der hochmittelalterlichen Kirchenreform, die am Ende des 10. Jahrhunderts in der Erzdiözese Salzburg Einzug hielt, erfolgten die Gründung der Abtei Seeon (994) und die Erneuerung von Michalbeuern (1072). Die besonderen Leistungen dieser alten Benediktinerabteien lagen anfangs in der Missionsarbeit, dann vor allem im Kunstschaffen, in der Seelsorge, im Bereich von Schule und Bildung sowie in der Wissenschaft.

Eine Kongregation von Schweizer, schwäbischen, bayerischen, österreichischen und Salzburger Benediktinerabteien unterhielt die 1622 gegründete Benediktineruniversität in Salzburg und stellte auch die Professoren. Berühmt waren die Theateraufführungen an der Benediktineruniversität, für die Wolfgang Amadeus Mozart bereits 1761 im zarten Alter von fünf Jahren als Tänzer auf der Bühne stand und sechs Jahre später das Stück „Apollo und Hyazinthus“ vertonte.

Die Äbtissin von Frauenchiemsee, M. Placida von Eichendorff, mit Krone und Bischofsstab (1920)
Die Äbtissin von Frauenchiemsee, M. Placida von Eichendorff, mit Krone und Bischofsstab (1920)

Die 713/15 gegründete Abtei Nonnberg ist das älteste Frauenkloster nördlich der Alpen. Als „Hauskloster“ der bayerischen Herzoge aus dem Hause der Agilolfinger war Nonnberg als adeliges Damenstift konzipiert und hat diesen Charakter einer ganzen Reihe von „Tochterklöstern“, die ihre erste Äbtissin vom Nonnberg erhielten (Göss in der Steiermark, St. Georgen am Längssee und Gurk in Kärnten, Sonnenburg im Pustertal, Erlakloster in Niederösterreich, St. Walburg in Eichstätt) mitgegeben. Auch das 782 von Herzog Tassilo III. und seiner Gattin Liutpirc gegründete Kloster Frauenchiemsee folgte ganz dem Nonnberger Vorbild. Jahrhunderte hindurch leisteten die adeligen Damen erfolgreich allen Reformversuchen Widerstand und setzten sich über Klausurvorschriften ebenso hinweg wie über das Verbot von Privatbesitz. Erst den Reformbestrebungen des 17. und 18. Jahrhunderts gelang es, auch in diesen Damenstiften die Benediktinerregel durchzusetzen. Aber noch bis ins 20. Jahrhundert erinnerten Kronen, die sowohl in Frauenchiemsee als auch in Nonnberg die Äbtissinnen trugen, an die einstige Sonderstellung.

Erzbischof Konrad I. von Salzburg (1106-1147) wandelte 1121 das adelige Salzburger Domkapitel in ein Stift der Augustiner Chorherren um und machte es zum Zentrum seiner großen Kirchen- und Seelsorgereform. Auf seine Initiative hin wurden nicht weniger als 17 Stifte entweder neu gegründet oder den Augustiner Chorherren übertragen. Im Gebiet der EuRegio zählten dazu St. Zeno in Reichenhall, Höglwörth und Baumburg sowie die alten Klöster Herrenchiemsee und Maximilianszelle in Bischofshofen, die in Augustiner Chorherrenstifte umgewandelt wurden. Die 1102 gegründete Propstei Berchtesgaden konnte als einziges Augustiner Chorherrenstift ein eigenes Land ausbilden, das ein halbes Jahrtausend lang seine Selbständigkeit bewahrte, der Propst zählte seit dem späten 15. Jahrhundert zu den Reichsfürsten. Wichtigste Aufgabe der Augustiner Chorherren war die Seelsorge in den zahlreichen inkorporierten Pfarren. Der Salzburger Dompropst und die Pröpste von Herrenchiemsee und Baumburg übten außerdem als Archidiakone eine Kontrollfunktion über den Pfarrklerus in ihren Archidiakonaten aus.

Eine dritte Gruppe bildeten die Kollegiatstifte, deren Kanoniker sich ebenfalls in der Seelsorge engagierten. Zu ihnen zählten Mattsee, das von den Passauer Bischöfen im 11. Jahrhundert in ein Kollegiatstift umgewandelt wurde, und das Stift in Mülln, das der Kardinal und Erzbischof Burkhard von Weißpriach 1465 gründete. Während das Müllner Stift bereits nach einigen Jahrzehnten einging, errichteten die Salzburger Erzbischöfe im 17. Jahrhundert weitere Kollegiatstifte in Laufen (1621/27), Maria Schnee („Schneeherren“) in Salzburg (1631), in Tittmoning (1633/34) und in Seekirchen (1679).

Schwester Angela von den Halleiner Schulschwestern bei der Reihenimpfung von Kindern in Bolivien.
Schwester Angela von den Halleiner Schulschwestern bei der Reihenimpfung von Kindern in Bolivien.

Durch die erzbischöfliche Klosterpolitik sowie den Einfluss der Benediktiner und der Augustiner Chorherren blieb anderen Orden der Zugang in das Land Salzburg lange verwehrt. Die Bettelorden, die im steirischen Bereich der Erzdiözese sehr früh vertreten waren, fanden erst in der Neuzeit Zugang in das Gebiet der EuRegio. Die Franziskaner wurden 1583 in die Stadt Salzburg berufen und im ehemaligen Kloster der Petersfrauen einquartiert. Sie übernahmen die Stadtpfarrkirche zur hl. Maria, die sie als „Franziskanerkirche“ bis heute betreuen. Eine weitere Niederlassung entstand 1699 in Berchtesgaden. Die Kapuziner, die  vor allem im Dienst der Gegenreformation eingesetzt wurden, kamen 1596 in die Stadt Salzburg und errichteten in Laufen, in Traunstein, in Radstadt und in Werfen weitere Niederlassungen. Erzbischof Paris Lodron übergab 1636 das Loreto-Kloster in Salzburg an die Kapuziner-Tertiarinnen. Die Augustiner Eremiten übernahmen 1605 das ehemalige Kollegiatstift in Mülln und erhielten in Hallein, Tittmoning und Freilassing weitere Stützpunkte. Die Karmeliten waren in Bad Reichenhall vertreten.

Eine vergleichsweise geringe Rolle spielten die Regularkleriker. Während die Theatiner seit 1684 in der Stadt Salzburg eine Niederlassung besaßen, scheiterten die Pläne zur Errichtung einer Jesuiten-Universität. Die Englischen Fräulein, die das weibliche Gegenstück zu den Jesuiten bilden, sich aber erst seit einigen Jahren Congregatio Jesu nennen dürfen, sind in Trostberg und Bad Reichenhall vertreten.

In den drei letzten Jahrhunderten haben vor allem jene Orden, die sich in der Schulbildung, der Krankenpflege und der Sozialfürsorge sowie in der Missionsarbeit engagieren, neue Niederlassungen im Gebiet der EuRegio gegründet. Im Bereich von Schule und Erziehung sind neben den Englischen Fräulein vor allem die Ursulinen in Salzburg (1695), die Halleiner Schulschwestern (1723) und die Chorfrauen vom hl. Augustinus in Goldenstein bei Elsbethen (1878) zu nennen. Die Herz-Jesu-Missionare unterhalten in Salzburg-Liefering ein angesehenes Gymnasium, und das Missionshaus St. Rupert in Bischofshofen, das von den Steyler Missionaren betreut wird, dient als Privatgymnasium vor allem der Ausbildung von Missionaren. Noch in zahlreichen weiteren Orten der EuRegio engagieren sich die Englischen Fräulein, die Schulschwestern, die Ursulinen, die Franziskanerinnen, die Schwestern vom Guten Hirten und andere geistliche Gemeinschaften im Unterrichts- und Erziehungswesen.

Speziell der Missionsarbeit in Afrika widmen sich die von der seligen Gräfin Maria Ledochowska gegründeten Missionsschwestern vom hl. Petrus Claver in Lengfelden bei Bergheim, missionarisch tätig sind außerdem die Pallottiner mit ihrer Niederlassung auf dem Mönchsberg in Salzburg und die Missionare vom Kostbaren Blut in Salzburg-Aigen. Die Barmherzigen Brüder ließen sich 1923 im ehemaligen Kloster der Theatiner in Salzburg nieder und führen dort ein Spital. Die Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul unterhalten in Ruhpolding das Krankenhaus Vinzentinum mit Altenheim und die Franziskanerinnen in Bad Reichenhall das Innozentiaheim.

Darüber hinaus sind aber auch Schwestern des Allerheiligsten Heilands, Franziskanerinnen verschiedenster Richtungen, Barmherzige Schwestern, Schwestern der Krankenfürsorge, Schwestern der hl. Familie, Missionarinnen Christi und weltliche Schwestern päpstlichen Rechts an fast allen Spitälern, Alten- und Pflegeheimen im Gebiet der EuRegio tätig. Ohne den aufopfernden Einsatz der jüngeren Orden und Klerikergemeinschaften könnte heute eine flächendeckende Krankenpflege und Altenfürsorge nicht mehr gewährleistet werden.

 

Literatur:

Norbert Backmund, Die Chorherrenorden und ihre Stifte in Bayern, Passau 1966.

Heinz Dopsch,  Klöster und Stifte, in: Geschichte Salzburgs – Stadt und Land, Bd. I/2, hg. von Heinz Dopsch, Salzburg 1983, S. 1002-1053.

Karl Suso Frank,  Geschichte des christlichen Mönchtums, Darmstadt 51993.

Germania Benedictina III/1-3: Die benediktinischen Mönchs- und Nonnenklöster in Österreich und Südtirol, 3 Bde., St. Ottilien 2000-2002.

Max Heimbucher,  Die Orden und Kongregationen der katholischen Kirche, 2 Bde., Paderborn 31933/34, Neudruck 1980.

Pirmin Lindner,  Monasticon Metropolis Salisburgensis antiquae, Salzburg 1907.

Franz Ortner,  Die katholische Kirche bis zum Ende des geistlichen Fürstentums (1803), in: Geschichte Salzburgs II/3, Salzburg 1991, S. 1371-1428.

Georg Schwaiger (Hg.),  Mönchtum, Orden, Klöster. Von den Anfängen bis zur Ge-genwart, München 21994.

Stefan Weinfurter,  Salzburger Bistumsreform und Bischofspolitik im 12. Jahrhun-dert. Der Erzbischof Konrad I. und die Regularkanoniker (Kölner Historische Ab-handlungen 25), Köln 1975.

 

Seelackenmuseum – St. Veit im Pongau

Kommen Sie mit auf eine 4000-jährige Entdeckungsreise zu den ersten Siedlungen, bronzezeitlichen Friedhöfen und den Bergwerken des Mittelalters. Erfahren Sie, was Löffel aus Amerika mit der Protestantenvertreibung zu tun haben und warum Thomas Bernhard hier „Die Kälte. Eine Isolation“ schrieb!

Besonders für Kinder gibt es viel zu entdecken: Wie kann man einen Christbaum weiterverwenden? Was machte man, wenn es im Winter zu kalt war, um nach draußen aufs Plumpsklo zu gehen? Wie wird aus einem Stein Kupfer für eine Euromünze? Und warum haben die Römer bei uns eine Lampe liegen lassen?

Das Seelackenmuseum ist mit dem Museumsverein St.Veit Teil des Erz der Alpen UNESCO Global Geoparks und bietet mit seinen Schwerpunkten Geschichte, Bergbau & Archäologie, bäuerliches Leben und Thomas Bernhard spannende Einblicke für Groß und Klein.

Im Kurpark gelegen besteht das Ensemble aus dem Wallnerbauernhaus, der Seelackenmühle, einem Getreidekasten, Bauerngarten und Bienenschaukasten. Die nahe gelegene Ruheoase mit Kneipanlage und der Kinderspielplatz runden das Angebot ab.

Aktuelle Informationen zu Preisen, Öffnungszeiten, Führungen, Miete unserer Räumlichkeiten und Anreise finden Sie unter:
museumsverein-stveit.com.

 

 

 

 

 

Autor/in: Seelackenmuseum St. Veit

Kinderalm / Kloster Maria im Paradies – St. Veit im Pongau

Kloster Maria im Paradies in St. Veit © K. Birnbacher
  1. Der Orden der Monialen von Bethlehem wurde am 1. November 1950 in Rom bei der Verkündigung des Dogmas der Aufnahme Mariens in den Himmel gegründet. Die Schwestern, die Jesus in die Wüste gefolgt sind, haben als ihren Ordensvater den hl. Bruno, den Gründer des Karthäuserordens im 11. Jahrhundert, empfangen. Im Zentrum ihres Lebens steht die Anbetung der Heiligsten Dreifaltigkeit in Einsamkeit und in liturgisch brüderlicher Gemeinschaft. In dieser Anbetung ist ihre Berufung hinein genommen in das Geheimnis der Gottesmutter Maria im Herzen der Kirche.
  2. Über Kontakte des Salzburger Weihbischofs Jakob Mayr wurde 1985 der Orden in St. Veit im Pongau auf der Kinderalm in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Lungenheilstätte angesiedelt, die im Besitz der Erzdiözese Salzburg war. Nach dem Bau des „Unteren Hauses“ des Klosters und mit Anwachsen der Gemeinschaft wurde 1995 mit dem Bau des „Oberen Hauses“ begonnen – unterstützt von zahlreichen Spendern und mit Hilfe des Architekten Matthias Mulitzer.
  3. In der Klausur des Klosters leben derzeit 23 Schwestern, die ihr Leben in Freude Gott allein weihen und sich bekehren wollen durch das Feuer Seiner Liebe. Das „Untere Haus“ jedoch ist offen für jeden Pilger der Wüste, der teilnehmen möchte an diesem Leben der Anbetung der Eucharistie und der Liturgie.

St. Vinzenzheim-Barmherzige Schwestern Schernberg – Schwarzach

St. Vinzenzheim in Schwarzach-Schernberg © K. Birnbacher
  1. Das St. Vinzenzheim wurde 1846, zwei Jahre nach der Gründung des Schwarzacher Krankenhauses, durch Kardinal Friedrich Fürst von Schwarzenberg gegründet. Da das Schwarzacher Krankenhaus innerhalb kürzester Zeit überfüllt war und es sich zeigte, dass die chronisch Kranken nicht ständig im Schwarzacher Krankenhaus behalten werden konnten, erwarb Kardinal Schwarzenberg das verfallene Schloss Schernberg, das ca. eine halbe Gehstunde vom Schwarzacher Krankenhaus entfernt auf einer Anhöhe liegt. Kardinal Schwarzenberg ließ in dem aus dem 12. Jahrhundert stammenden Bau ein Pflegeheim für geistig Behinderte und alte Menschen einrichten und übergab es den Barmherzigen Schwestern mit dem ausdrücklichen Wunsch, dass dieses Haus immer diesem Zweck dienen möge.
  2. Als 1846 dort fünf Schwestern begannen, gab es im Land Salzburg noch kein psychiatrisches Krankenhaus. Zum Schloss gehörte auch eine Landwirtschaft. Diese sollte als Arbeitstherapie für Menschen, die körperlich noch einsatzfähig waren, dienen. Somit konnte sich das Heim auch großteils selbst versorgen. Während des 1. Weltkrieges betreuten die Schwestern ca. 140 HeimbewohnerInnen und es gab bis dahin keine Unterstützung aus öffentlicher Hand. Das Nazi-Regime bereitete 1941 der Behindertenbetreuung ein jähes Ende. In drei Transporten wurden 151 HeimbewohnerInnen gewaltsam abgeholt und großteils zur Vergasung nach Niedernhart (Schloss Hartheim) gebracht. Nur wenige der Behinderten konnten sich durch Flucht in den Wald vor dem Abtransport retten. Sr. Anna Berta von Königsegg, die damalige Provinzoberin, setzte sich energisch gegen das Euthanasieprogramm der Nazis ein und verbot den Schernberger Schwestern jegliche Mithilfe am Abtransport der HeimbewohnerInnen. Dafür wurde Sr. Königsegg zweimal ins Gefängnis geworfen und schließlich des Landes verwiesen. Im selben Jahr 1941 wurden die Schwestern auch enteignet und das Heim als Flüchtlingslager genutzt. Nach 1945 erhielten die Schwestern das verwahrloste Schloss zurück und begannen wieder mit ihrer wertvollen Arbeit.
  3. Derzeit sind in Schernberg 12 Schwestern tätig. Das St. Vinzenzheim stellt ein „Werk“ der Kongregation der Barmherzigen Schwestern dar. In der Rechtsform einer Körperschaft öffentlichen Rechtes betreuen die Schwestern insgesamt 163 geistig behinderte Menschen.

Kard. Schwarzenberg’sches Krankenhaus / Barmherzige Schwester – Schwarzach

Krankenhaus der Barmherigen Schwestern in Schwarzach © K. Birnbacher
  1. In den Salzburger Gebirgsgauen fehlten zu Beginn des 19. Jahrhunderts karitative Einrichtungen gänzlich. Das ehemalige Missionshaus der Benediktiner aus dem 17. Jahrhundert wurde aus diesem Grund von Kardinal Friedrich Fürst von Schwarzenberg den Barmherzigen Schwestern übergeben und am 20. August 1844 nach einem feierlichen Gottesdienst als Krankenhaus eröffnet. Die Gründung des Schwarzacher Krankenhauses durch Kardinal Schwarzenberg darf als das erste größere soziale Projekt des 19. Jahrhunderts im Land Salzburg gelten. Dem Gründer-Kardinal schwebte ein sozial-karitativer Orden nach Vorbild des hl. Vinzenz von Paul vor. Deshalb siedelte er 1844 sechs im Mutterhaus in München ausgebildete „Barmherzige Schwestern“ in Schwarzach an. Sie waren Salzburger Bürgertöchter und gehörten noch nicht zu der vom heiligen Vinzenz gegründeten Schwesterngemeinschaft. Ihre Generaloberin war Sr. Ambrosia Magdalena Preisinger, ebenfalls eine Salzburger Bürgertochter. Erst 1863 wurde das Mutterhaus in Salzburg-Mülln eröffnet. 1882 erfolgte die Vereinigung der Salzburger Schwesterngemeinschaft mit der weltweiten Genossenschaft der „Töchter der christlichen Liebe“, besser bekannt als „Barmherzige Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul“ oder „Vinzentinerinnen“.
  2. Künstlerisch ist die moderne Krankenhauskapelle von Bedeutung, die im Jahr 1994 neu gestaltet wurde. Die alte, barocke Kirche der ehemals benediktinischen Missionsstation aus dem 18. Jahrhundert dient heute als Pfarrkirche von Schwarzach.
  3. Derzeit leben und arbeiten 12 Barmherzige Schwestern im Krankenhaus Schwarzach. Mit 500 Betten und über 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist das Krankenhaus Schwarzach heute das zweitgrößte Krankenhaus im Land Salzburg.

Benediktinererzabtei St. Peter – Stadt Salzburg

Benediktinererzabtei St. Peter in Salzburg © K. Birnbacher
  1. St. Peter ist das älteste noch heute bestehende Kloster im deutschen Sprachraum. Um das Jahr 696 kam der hl. Bischof Rupert von Worms über Regensburg und Seekirchen nach Salzburg und gründete das Kloster, dem er als Abt-Bischof vorstand. Auch nach der Errichtung eines Bistums in Salzburg 739 bildete dieses mit St. Peter eine Einheit. Die Mönche lebten nach einer regula mixta mit Elementen aus der Kolumbanregel und der Benediktregel.
    Die Geburt Christi. Ganzseitige Miniatur aus dem Antiphonar von St. Peter, um 1160 © K. Birnbacher
    Die Geburt Christi. Ganzseitige Miniatur aus dem Antiphonar von St. Peter, um 1160 © K. Birnbacher

    Unter dem aus Irland stammenden Bischof Virgil wurde 784 das berühmte Verbrüderungsbuch von St. Peter angelegt, das belegt, mit welchen religiösen Zentren und Herrscherhäusern die junge Kirche von Salzburg Beziehungen unterhielt. Mit Erzbischof Arno (785-821) setzte sich die fränkisch-römische Auffassung von Kirche und Mönchtum durch. Auch eine erste Schreibschule ist damals in Salzburg nachweisbar. Die Benediktregel wurde wohl erst 987 zur Norm, als im Zuge der hochmittelalterlichen Kirchenreform Erzbistum und Abtei getrennt wurden. Mit Tito (987-1025) aus dem Reformkloster St. Emmeram in Regensburg erhielt St. Peter erstmals einen eigenen Abt. Nach dem Vorbild der Abtei Admont in der Steiermark wurde 1116 die Hirsauer Reform eingeführt. Unter deren Einfluss entstanden um 1130 die Petersfrauen, eine Gemeinschaft von Nonnen, die der Jurisdiktion des Abtes von St. Peter unterstanden. Diese Frauengemeinschaft, die auch ein eigenes Skriptorium vorzuweisen hatte, bestand bis zu ihrer gewaltsamen Auflösung 1583.

    Illuminierte Handschrift, Missale, 1430 © K. Birnbacher
    Illuminierte Handschrift, Missale, 1430 © K. Birnbacher

    Prachtvolle illuminierte Handschriften wie das berühmte Antiphonar von St. Peter sind ein Zeugnis für die besondere Blüte des Klosters im 12. Jahrhundert. Damals errichteten die Mönche von St. Peter auch den Almkanal, einen begehbaren mittelalterlichen Stollen zur Wasserführung durch den Mönchsberg, der eine Pionierleistung europäischer Bautechnik darstellt. 1431 wurde die Melker Reform eingeführt, die Mönche besannen sich wieder auf die authentischen Ursprünge ihres Lebens nach der Benediktregel. Kardinal Matthäus Lang setzte 1522 die Wahl des Augustiner-Eremiten Dr. Johannes von Staupitz, des Ordensoberen, Freundes und Seelenführers von Martin Luther, zum Abt von St. Peter durch.

    Der Kreuzgang liegt im Klausurbereich von St. Peter © K. Birnbacher
    Der Kreuzgang liegt im Klausurbereich von St. Peter © K. Birnbacher

    Erzbischof Paris Lodron errichtete 1622 eine Universität, die er den Benediktinern anvertraute. Sie bestand bis 1810 und prägte entscheidend das Leben in St. Peter. Bekannter als das wissenschaftliche Engagement sind die Beziehungen des Klosters zu Wolfgang Amadeus Mozart und Johann Michael Haydn, die eine große Anzahl von Werken für das Kloster komponierten. Heute beherbergt das Stift die J. M. Haydn – Gedenkstätte.Die Abtei überstand die Säkularisation 1803, aber die Mönche mussten zunehmend pastorale Verantwortung übernehmen, so auch 1824 den Wallfahrtsort Maria Plain.

    Der Stiftshof von St. Peter © K. Birnbacher
    Der Stiftshof von St. Peter © K. Birnbacher

    Mit großem Sachverstand legte man in dieser Zeit kunsthistorische und naturwissenschaftliche Sammlungen an. Die Äbte von St. Peter hatten auch bedeutenden Anteil an der Gründung der Österreichischen Benediktinerkongregation. Abt Willibald Hauthaler (1901 – 1922) gab das Salzburger Urkundenbuch heraus und Abt Petrus Klotz errichtete unter großen Opfern 1926 das Kolleg St. Benedikt, ein Studienhaus für Benediktiner. Dafür wurde dem Kloster 1927 der Titel einer Erzabtei verliehen. Die Weltwirtschaftskrise zwang das Kloster zum Verkauf seiner bedeutendsten Kunstschätze. In der Nazidiktatur war St. Peter 1942 – 1945 aufgehoben. Nach 1945 konnte das Kloster wiedererstehen. Das II. Vatikanische Konzil ermöglichte der Gemeinschaft nach 1965 wertvolle innere und äußere Reformen.

  2. Kirche und Kloster wurden nach der Trennung vom Erzbistum 987 an der heutigen Stelle errichtet.
    Die Sonnenuhr im Stiftshof © K. Birnbacher
    Die Sonnenuhr im Stiftshof © K. Birnbacher

    Konventgebäude und Kreuzgang liegen im Klausurbereich und sind daher nicht öffentlich zugänglich. Stiftskirche, Stiftshof, Kolleghof sowie der weltberühmte Friedhof können hingegen besichtigt werden. Bedeutend sind der mittelalterliche Handschriftenschatz und die Kunstsammlungen des Klosters sowie der Reichtum an liturgischem Gerät.

    Die Heilige Familie, J.M. Schmidt (gen. Kremser Schmidt) © K. Birnbacher
    Die Heilige Familie, J.M. Schmidt (gen. Kremser Schmidt) © K. Birnbacher

    Die nicht öffentlich zugängliche Prälatur birgt eine Reihe wertvoller Gemälde und Möbel. Die aus dem 12. Jahrhundert stammende Stiftskirche wurde als Zentrum der Mönchsgemeinschaft immer wieder mit kostbarem Interieur ausgestattet und ist heute vom Stil des Rokoko und Frühklassizismus geprägt.

    Die Altarblätter von Johann Martin Schmidt, der leichte Stuck von Benedikt Zöpf und der fröhliche Figurenschmuck von Lorenz Hörmbler geben dem Sakralbau menschliche Wärme.

    Das Brunnenhaus © K. Birnbacher
    Das Brunnenhaus © K. Birnbacher
  3. Derzeit besteht der Konvent von St. Peter aus 22 Mönchen, die in unterschiedlichsten Aufgabenfeldern arbeiten. Vornehmster Dienst ist der feierliche Vollzug des Gotteslobes in Chorgebet und Eucharistiefeier. Der Großteil der Mönche arbeitet in der Seelsorge der inkorporierten Pfarren und der Wallfahrt Maria Plain, wie auch in pastoralen Sonderaufgaben der Stadt Salzburg. Das Kloster führt im Auftrag der Bischofskonferenz das Österreichische Liturgische Institut.

Kongretation Unserer Lieben Frau vom Guten Hirten (Guthirtinnen) St. Josef – Stadt Salzburg

Kloster vom Guten Hirten "St. Josef" © K. Birnbacher
  1. In unmittelbarer Nachbarschaft zum 1674 vom Handelsmann Abraham Zillner erworbenen Josephihof (heute Hotel Castellani), von dem sich der Name eines ganzen Stadtviertels Josefiau ableitet, befindet sich an der Hellbrunner Straße das Kloster vom Guten Hirten „St. Joseph“. Im Jahre 1882 hatte Theresia Piller, eine ehemalige Ordensschwester der Guten Hirtinnen, zusammen mit einigen anderen Frauen im Geist christlicher Nächstenliebe ein soziales Werk begonnen, das verlassenen und in Bedrängnis geratenen jungen Frauen Hilfe, Geborgenheit und Zuflucht bieten sollte. Durch Unterstützung des Josefsvereines waren der ehemalige Lanserhof und die umliegenden Grundstücke erworben und auch eine Kirche erbaut worden, die am 17. Juni 1886 von Erzbischof Albert Eder geweiht wurde. Als das Werk in finanzielle Schwierigkeiten geriet, stiftete unerwartet der ungarische Prälat Stephan Dionys Cserveny von Zador 260.000 Gulden und ermöglichte so 1888 die Gründung des „Hauses der Zuflucht“. Im Jahr 1935 schlossen sich die Frauen der Gemeinschaft der „Kongregation Unserer Frau von der Liebe des Guten Hirten“ an, der ursprünglich die Gründerin Theresia Piller bereits angehörte. Diese Gemeinschaft wurde 1835 von der hl. Maria Eufrasia Pelletier (1796-1868) gegründet und führt sich spirituell auf den hl. Johannes Eudes (1601-1680) zurück.
  2. Die Kirche wurde 1968 nach Plänen der Architektin Inge Kromp-Schmidt neu gebaut und 1969 von Erzbischof Rohracher geweiht.
  3. Der Weg mit Christus, dem Guten Hirten, macht die Schwestern offen und bereit, auf die Nöte der Mitmenschen zu antworten. Frauen und Kinder in Notsituationen, Mädchen und Frauen in der Prostitution, Strafgefangene und -entlassene, Drogenabhängige, Obdachlose und Aidskranke erfahren durch die Schwestern besondere Zuwendung. Die Schwestern führen eine Wirtschaftsschule, einen Lehrbetrieb und einen Kindergarten. In den Räumlichkeiten ist auch das interkulturelle StudentInnenheim St. Josef untergebracht, das von der Kath. Hochschulgemeinde und dem Afroasiatischen Institut gemeinsam geführt wird. Derzeit gehören zum Kloster ca. 20 Schwestern.

Benediktinerinnenabtei – Stadt Salzburg, Nonnberg

Benediktinerinnenabtei Nonnberg
  1. Die Abtei Nonnberg ist das älteste, seit der Gründung in den Jahren 713/715 bestehende Nonnenkloster Mitteleuropas, das auf eine ungebrochene Kontinuität zurückblicken kann. Als Gründer gilt der aus Worms stammende hl. Rupert von Salzburg. Er weihte das vom Bayernherzog Theodbert direkt unter der Herzogsburg auf halber Höhe des Festungsberges erbaute Kloster und eine Kirche zu Ehren der Jungfrau Maria und setzte dort seine Nichte Erentrudis als erste Äbtissin ein.
    Glasgemälde im gotischen Chor Christi Geburt. Peter Hemmel v. Andlau ca. 1480
    Glasgemälde im gotischen Chor Christi Geburt. Peter Hemmel v. Andlau ca. 1480

    Als erstes Hauskloster der agilolfingischen Herzogsfamilie diente Nonnberg vor allem als Ausbildungs- und Versorgungsstätte für herzogliche Gemahlinnen und Prinzessinnen sowie Töchter des hohen Adels. Regintrud, die Witwe Herzog Theodberts, Imma, die Witwe Herzog Tassilos II., und Hiltrud, die Witwe Herzog Odilos, leiteten nach dem Tod ihrer Gatten als Äbtissinnen die Geschicke dieses Stiftes. Die Frauenabtei, die in der Frühzeit ihres Entstehens als adeliges Damenstift zu bezeichnen ist, folgte zunächst wohl einer regula mixta (Mischregel).
    Obwohl seit dem 9. Jahrhundert die Benediktsregel als spirituelle Norm vorherrscht, wurde diese immer sehr großzügig ausgelegt. Die Damen verfügten über Privatbesitz, persönliche Bedienstete und konnten bis zur Ablegung strenger Gelübde wieder ins weltliche Leben zurückkehren. Die genaue Befolgung der tridentinischen Klausurvorschriften wurde in Nonnberg und dessen Tochterklöstern erst seit dem 17. Jahrhundert durchgesetzt.
    Als Hauskloster der Agilolfinger wurde Nonnberg vom bayerischen Herzog wesentlich reicher ausgestattet als das Männerkloster St. Peter.

    Benedikt von Nursia, romanisches Fresko, 1150
    Benedikt von Nursia, romanisches Fresko, 1150

    Besonders dicht lagen die Güter im Rupertiwinkel und im Flachgau, wo die Namen Nonnreith und Elixhausen (verballhornt aus Äbtissinhausen) bis heute an die Abtei erinnern. Um das Jahr 1000 wurde nach einem Brand mit Unterstützung Kaiser Heinrichs II. eine romanische Basilika errichtet. Zahlreiche Frauenklöster, die im 11. Jahrhundert gegründet wurden, empfingen als „Tochterklöster“ ihre ersten Äbtissinnen und damit auch die Lebensformen eines adeligen Damenstifts benediktinischer Prägung aus Nonnberg (Göss, Gurk, St. Georgen a. L., Sonnenburg im Pustertal, Erlakloster, Traunkirchen, St. Walburg in Eichstätt).
    Im Hochmittelalter entstanden im Skriptorium prachtvolle illuminierte Handschriften. Die Bedeutung des Frauenklosters wurde 1242 durch die Verleihung der bischöflichen Würdezeichen (Stab, Handschuhe, Brustkreuz) an Äbtissin Gertraud II. von Stein und ihre Nachfolgerinnen auch äußerlich aufgewertet.

    Glasgemälde im gotischen Chor Christi Geburt. Peter Hemmel v. Andlau ca. 1480
    Glasgemälde im gotischen Chor Christi Geburt. Peter Hemmel v. Andlau ca. 1480

    Zu den Pontifikalien zählte auch der Faltstuhl (Faldistorium), von dem Nonnberg eines der wertvollsten Exemplare besitzt. Erzbischof Eberhard II. (1200-1246) erhob die Äbtissin von Nonnberg im Namen des Papstes in den Salzburger Prälatenstand. Durch einen Brand wurden 1423 große Teile der Kirche und des Klosters zerstört. Auf den Fundamenten der romanischen Basilika entstand 1464–1506 nach Plänen von Hans und Wolfgang Wiesinger die heutige spätgotische Abteikirche. Im 17./18. Jahrhundert erlebte Nonnberg erneut eine kulturelle Blüte, die sich auch in einer reichen Figuralmusik widerspiegelt.

  2. Auf dem Weg zum Nonnberg findet man eine Nachbildung des sogenannten „Nonnberger Hundes“, eines verwitterten romanischen Löwens, der als Grenzstein für das Nonnberger Immunitätsgebiet diente. Der weitläufige Klosterkomplex setzt sich aus der Stiftskirche Maria Himmelfahrt, Kreuzgang, Kapitelsaal, Konvent, Küchenhof, Refektorium, Alte Abtei, Johanneskapelle, Beichtvaterstöckl, Hofrichterstöckl, Mesnerstöckl, Nonnbergertor, Oberhof, Pfisterei, Lourdesgrotte und Pietàkapelle zusammen. Die Stiftskirche zur hl. Maria  gilt in ihren klaren gotischen Formen als eines der schönsten und stimmungsvollsten Gotteshäuser Salzburgs.
    Hl. Erentrudis, Steinguss, Ende 13. Jh.
    Hl. Erentrudis, Steinguss, Ende 13. Jh.

    Im Tympanon des südlichen Kirchenportals ist Maria mit dem Kind dargestellt. In der westlichen Vorhalle befinden sich die 1858 entdeckten romanischen Fresken aus der Zeit um 1150, die in rundbogigen Nischen Heilige wie Gregor d. Gr. oder Benedikt von Nursia zeigen. Hinter dem Hochaltar liegt das von Peter Hemmel von Andlau in Straßburg angefertigte, vom Salzburger Ratsherrn Augustin Clanner in Auftrag gegebene Glasfenster, das den Stifter in adeliger Tracht zeigt und für den Kirchenneubau 1480 geschaffen wurde. Der spätgotische Hochaltar der Stiftskirche aus dem Jahre 1515 stand ursprünglich in der Pfarrkirche Scheffau. Die Johanneskapelle birgt einen der Schule des Veit Stoß zugeschriebenen Altar mit Szenen aus dem Marienleben. Im Bereich  der Klausur befinden sich eine Reihe weiterer Kunstschätze, wie das um 1242 entstandene Faldistorium mit Schnitzereien aus Walrosszahn, ein Pastorale der Äbtissin Gertraud II. von Stein (um 1242) oder der romanische Kruzifixus von ca. 1160.

    Romanisches Kreuz, ca. 1160
    Romanisches Kreuz, ca. 1160

    Zu den bedeutenden Goldschmiedearbeiten zählen das Erentrudisreliquiar (1316) und der kostbare Schrein aus dem Jahr 1674. Aus dem 1598 ausgebrannten romanischen Salzburger Dom kam Ende des 16. Jahrhunderts ein gotisches Mystikerkreuz auf den Nonnberg.

  3. Seit dem 19. Jahrhundert war das Kloster nicht mehr ausschließlich adeligen Frauen vorbehalten. Heute gehören dem Konvent etwa 25 Schwestern an. Die Nonnen sind neben ihrer Hauptaufgabe, dem feierlichen Gotteslob in gregorianischem Choral, in verschiedenen Bereichen wie Landwirtschaft, Kunsthandwerk und Wissenschaft tätig.

Barmherzige Schwestern – Stadt Salzburg, Mülln/Salzachgässchen

Das Provinzhaus der Barmherzigen Schwestern nahe dem Ufer der Salzach
  1. Die vom heiligen Vinzenz von Paul und der heiligen Louise von Marillac 1633 zu Paris gegründete Genossenschaft der Töchter der christlichen Liebe, gewöhnlich als „Barmherzige Schwestern“ bezeichnet, wurde 1844 in der Erzdiözese Salzburg durch Kardinal Friedrich Fürst von Schwarzenberg eingeführt. In diesem Jahr siedelte er sechs im Mutterhaus in München ausgebildete Schwestern in Schwarzach an. Sie gehörten noch nicht zu der vom heiligen Vinzenz gegründeten Schwesterngemeinschaft. Ihre Generaloberin war Sr. Ambrosia Magdalena Preisinger, eine Salzburger Bürgertochter.
    Innenansicht der Klosterkirche der Barmherzigen Schwestern
    Innenansicht der Klosterkirche der Barmherzigen Schwestern

    Erst 1863 wurde das Mutterhaus in Salzburg-Mülln (heute Salzachgässchen) eröffnet. 1882 erfolgte die Vereinigung der Salzburger Schwesterngemeinschaft mit der weltweiten Genossenschaft der Töchter der christlichen Liebe.

  2. 1863 wurde im Salzburger Salzachgässchen erstmals auch eine kleine Kirche errichtet, die wegen des raschen Anwachsens der Gemeinschaft dem großen neugotischen Bau von 1884/1885 weichen musste. 1889 erhielt das Gotteshaus ein Türmchen mit drei Glocken. Diese Kirche erfuhr in den Jahren 1958-1960 nach den Plänen der Architektin Inge Kromp-Schmidt eine grundlegende Veränderung. Die Stirnwand beherrscht eine überlebensgroße Statue der „virgo potens“ (Maria als die mächtige Jungfrau) aus römischem Travertin des Innsbrucker Bildhauers Josef Staud.
  3. Ziel der Provinzgemeinschaft ist der Armendienst im weitesten Sinn: Dienst an kranken, alten, sozial schwachen, behinderten, vereinsamten Menschen, an Kindern im Kindergarten, in Pfarr-, Jugend- und Altenpastoral. Heute sind im Gebiet der EuRegio ca. 100 Schwestern in fünf Häusern tätig. Im Salzburger Salzachgässchen leben ca. 50 Schwestern.

Herz Jesu Missionare – Stadt Salzburg, Liefering

Privatgymnasium der Herz Jesu Missionare in Salzburg © K. Birnbacher
  1. Im Jahr 1655 hatten sich zwei Salzburger Domherren, die Brüder Johann Dietrich und Karl Ferdinand Baron von Muggenthal, das Schlösschen „Schönleiten“ gebaut, das nach ihrem Tod durch verschiedene Hände ging und zuletzt als landwirtschaftliches Gut im Eigentum der Salzburger Bäckerfamilie Heilmayr war. Die 1854 von P. Julius Chevalier gegründeten Herz-Jesu-Missionare errichteten im Kontext der deutschen Südsee-Mission 1888 das Missionshaus Liefering. Nach Überwindung großer Schwierigkeiten konnten die Patres Baral, ein Franzose, und Ilge, ein Rheinländer, das Gut „Schönleiten“ um 35.000 Gulden erwerben. Die Patres wurden noch lange von den Lieferingern die „Heilmayr-Herrn“ genannt. Der Hauptzweck dieser Niederlassung war die Heranbildung von Missionaren. Deshalb wurde 1890 das „Kleine Liebeswerk“ gegründet. Schon bald waren bauliche Veränderungen und Erweiterungen notwendig: 1895 entstand die Klosterkirche, 1904 der Schulbau und 1912 das Internat. Im November 1938 wurde die Schule von den Nazis aufgehoben und die Deutsche Wehrmacht zog ein. Doch wurden die Ordensleute nicht gänzlich vertrieben. Auf dem Feld neben dem Ökonomiegebäude wurde ein Barackenlager errichtet.
  2. Nach dem Krieg belegte die amerikanische Besatzungsmacht Schule und Barackenlager mit Flüchtlingen, hauptsächlich aus der Ukraine. Als diese allmählich in die USA ausgewandert waren, konnte an Neu- und Umbauten gedacht werden: 1951 entstand der Turnsaal (heute als Physiksaal genutzt), 1956 der Erweiterungsbau des Internats, 1967 wurde die Kirche durch die Architektin Inge Kromp-Schmidt umgebaut, 1971-72 folgte der Internatsbau mit Turnhalle und 1973 der Umbau der Schule. 2001 wurde eine große Mehrzweckhalle errichtet.
  3. Die ca. 15 Herz-Jesu-Missionare von Liefering führen heute in Trägerschaft ein großes und sehr angesehenes Privatgymnasium mit ca. 600 Schülern. Weiters betreuen sie den Wallfahrtsort und das Besinnungshaus Maria Kirchental bei Lofer im Pinzgau. Außerdem wirken sie als Missionare im Kongo, in Brasilien und seit 1992 auch in Nitra in der Slowakei.

Eucharistinerinnen – Stadt Salzburg, Herrnau

Glasbetonfenster von Max Weiler in der Kapelle © K. Birnbacher
  1. Die Schwestern von der Hl. Eucharistie wurden nach dem Ersten Weltkrieg in Nordböhmen/Tschechien von Mutter Maria Annuntiata Chotek gegründet. Der Glaubensschwund, die Amtsniederlegung vieler Priester und die Orientierungslosigkeit durch die politischen Unruhen und den gesellschaftlichen Umbruch nach dem Ersten Weltkrieg wurden für sie zu einer Herausforderung, sich für die Wiederverchristlichung ihrer böhmischen Heimat einzusetzen. Bischof Dr. Josef Groß von Leitmeritz unterstützte und förderte die Gründung der Gemeinschaft, die am 21. November 1937 kirchlich anerkannt wurde. 1946 musste die Gemeinschaft Nordböhmen verlassen und fand in Salzburg neue Heimat.
  2. Zunächst im Rupertinum (heute Museum der Moderne) notdürftig untergebracht, wurden die Schwestern später in der Pfarre Herrnau angesiedelt. Dort entstand in den Jahren 1958-1962 einer der architektonisch gewagtesten kirchlichen Gebäudekomplexe der Nachkriegszeit in Salzburg. An die vielgliedrige Anlage, aus der vor allem die Pfarrkirche St. Erentrudis mit dem monumentalen Glasfenster von Margret Bilger
    Mutter Gottes von Jakob Adlhart © K. Birnbacher
    Mutter Gottes von Jakob Adlhart © K. Birnbacher

    hervorsticht, ist das Kloster der Schwestern von der Hl. Eucharistie und die sehenswerte Klosterkapelle angebaut. Die von Robert Kramreiter-Klein errichtete Klosterkapelle ist als Rundbau gestaltet und strahlt eine besondere Mystik aus. Ein von Max Weiler geschaffenes Glasfenster (Thematik: Lamm Gottes) erhebt höchsten künstlerischen Anspruch. Bedeutend ist auch eine ausdruckstarke, von Jakob Adlhart geschaffene Mutter Gottes.

  3. Zur Gemeinschaft gehören heute ca. 20 Schwestern, die im Kloster Anbetung halten bzw. in verschiedenen Pfarren als Pfarr- bzw. Pastoralassistentinnen tätig sind.

Emsburg – Stadt Salzburg

Die Emsburg in Salzburg ist seit 1948 das Mutterhaus der Halleiner Schulschwestern. © K. Birnbacher

Halleiner Schwestern Franziskanerinnen (ehem. Halleiner Schulschwestern)

  1. Das Schloss Emsburg wurde 1618 vom salzburgischen Hauptmann Johann Sigmund von Mabon erbaut. 1625 wurde das Schloss zu einem adeligen Sitz erhoben und bekam eine Braugerechtsame. Fürsterzbischof Johann Ernst von Thun stiftete den Besitz 1701 dem von ihm neu gegründeten militärischen Ruperti-Ritterorden. In der Folge wurden alle Türen und Fensterläden mit dem Ordenskreuz bemalt, weshalb das dazugehörige Wirtschaftsgebäude bis heute den Namen „Kreuzhof“ führt. Nach der Aufhebung des Ordens 1811 kam das Gebäude 1816 an das Kloster St. Peter, das die Landwirtschaft einige Jahre führte und das Gebäude bald an Graf Hugo Lamberg, Landeshauptmann von Salzburg 1872-1880, verkaufte, der einige Um- und Neubauten hinzufügte. Seit 1948 ist Schloss Emsburg Sitz des Generalates der Halleiner Schulschwestern, die ihr angestammtes Mutterhaus in Hallein durch die NS-Diktatur und durch Kriegsschäden verloren hatten. Die Gründerin der Halleiner Schulschwestern, Maria Theresia Zechner (1697-1763), eine angesehene Bürgersfrau aus Hallein, stellte ihre Kräfte und ihr Vermögen in den Dienst armer Mädchen, die keine Bildungsmöglichkeiten hatten.
    Halleiner Schulschwestern in der alten Tracht der Halleiner Bürgerfrauen, die von 1723 - 1847 als Ordenstracht diente © K. Birnbacher
    Halleiner Schulschwestern in der alten Tracht der Halleiner Bürgerfrauen, die von 1723 – 1847 als Ordenstracht diente © K. Birnbacher

    Mit dem Erbteil ihres Vaters kaufte sie 1723 das „Lechnerhaus“, das heute als „Wiege“ der Halleiner Schulschwestern gilt. Zechner und ihre Gefährtinnen lebten zunächst als sog. Drittordensschwestern (franziskanische Laienbewegung) arm unter armen Kindern. Die lediglich aus gleich gesinnten Frauen bestehende Gemeinschaft erhielt schließlich 1823 bischöflich approbierte Statuten.

  2. 1845 holte Kaiserin-Mutter Carolina Augusta die Schwestern nach Wien-Erdberg und im Jahre 1847 erhielten die Schwestern, die ursprünglich eine graue Bürgerstracht trugen, die erste Klosterkleidung. Nachdem sie 1902 erstmals gedruckte Statuten erhielten, wurden die Halleiner Schulschwestern 1904 dem Franziskanerorden aggregiert.
  3. Seit 1934 wirken die Schwestern in Bolivien.
    Halleiner Schulschwestern bei der Missionsarbeit in Bolivien - Klassenzimmer in el Chochis © K. Birnbacher
    Halleiner Schulschwestern bei der Missionsarbeit in Bolivien – Klassenzimmer in el Chochis © K. Birnbacher

    Von dort aus wurden auch verschiedene Niederlassungen in Argentinien gegründet. Die Schwestern arbeiten in Österreich und Südamerika bei Kindern und jungen Menschen, in der Kranken- und Altenpflege sowie in verschiedenen pastoralen Aufgaben. Außer dem Mutterhaus in Schloss Emsburg gibt es noch sieben Gemeinschaften in der Erzdiözese Salzburg (Abtenau, Altenmarkt, Hallein [Haushaltungsschule, Kindergarten, Mädchenpensionat], Kahlsperg, Dürrnberg, St. Johann, Bad Vigaun) und mehrere Filialen in Südamerika (Bolivien und Argentinien). Weil die Gemeinschaft kleiner wird, wurde das Mutterhaus Emsburg 2010 an eine Privatperson verkauft. Ein kleineres Generalat wird bei Schloss Kahlsperg in Oberalm neu gebaut und soll 2012 bezogen werden. Zur Gemeinschaft gehören ca. 70 Schwestern. Das Kloster ist öffentlich nicht zugänglich.

 

 

Missionare vom kostbaren Blut – Stadt Salzburg, Aigen

Villa der Missionare vom kostbaren Blut © K. Birnbacher
  1. Die Missionare vom kostbaren Blut wohnen seit 1947 in einer Villa, die 1863 von Baumeister Valentin Ceconi als Landhaus gebaut und 1864 an Walburga Weinwurm verkaufte wurde. 1883 erwarb Gräfin Berta Lamberg diese Villa samt Grundstück. Ihr Mann, Graf Hugo Lamberg, erweiterte die Parkanlagen und fügte zur Villa einen Anbau mit zwei Achsen und einem Turm hinzu. 1923 ging die Villa in den Besitz von Baron Georg von Trapp, einem Enkel von Graf Lamberg, über. Dieser wohl berühmteste Eigentümer der Villa baute das Dachgeschoß für seine sieben Kinder aus und bewohnte sie bis 1938. Da der ehemalige Korvettenkapitän des Ersten Weltkrieges den Dienst in Hitlers Kriegsmarine verweigerte, floh Baron Trapp mit seinen Angehörigen in die USA, wo er mit seiner singenden Familie unter der Leitung von Msgr. Franz Wasner zu Weltruhm gelangte. Am 9. März 1939 mussten die Missionare vom kostbaren Blut mit den 40 Studenten ihres Paulus-Kollegs ihr Haus am Mayburger Kai verlassen und wurden von den Nazis vorübergehend in der Trappvilla untergebracht. Im Juli 1940 mussten sie die Villa räumen, weil Heinrich Himmler, der Reichsleiter SS, das Haus beschlagnahmte.
  2. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelang es den Missionaren vom kostbaren Blut mit Hilfe der amerikanischen Provinz, die Trapp-Villa käuflich zu erwerben. Das Haus diente nunmehr der Gemeinschaft als Studienseminar und als Hauptsitz der deutschsprachigen Provinz. 1959 erwog man einen Neubau, der in den Jahren 1962-1964 durch die bedeutende „Arbeitsgruppe 4“ (Architekten Kurrent, Spalt, Holzbauer) umgesetzt wurde. Am 1. Oktober 1964 wurde die Kapelle des neuen Kollegs, die in Form eines Amphitheaters im Zentrum des Neubaus liegt, geweiht. Bedingt durch den personellen Rückgang des Kollegs wird dieser architekturgeschichtlich bedeutende Bau seit 1993 vermietet und ist öffentlich nicht zugänglich.
  3. Das Kolleg St. Josef ist Sitz des Provinzialats für Österreich und zugleich Ausbildungsort für die jungen Missionare vom kostbaren Blut. Das Kolleg ist ausgestattet mit Konferenz- und Meditationsräumen, moderner Technik und Übernachtungsmöglichkeiten für bis zu 25 Personen. Es kann von Priestern und Laien für Seminare und Tagungen in einer Atmosphäre von Ruhe und Gebet genutzt werden.

Es gibt hier eine neue Studie zur Geschichte der Villa. Dort kann man den Textteil der Studie kostenlos als pdf herunterladen.

Maria Plain / Superiorat und Wallfahrtskirche – Bergheim

Maria Plain, Basilika mit Kalvarienberg © K. Birnbacher
  1. Das Kloster und die Wallfahrt gehen auf die Verehrung eines Marienbildes zurück, das 1633 beim Brand eines Hauses in Regen (Bayern) unversehrt blieb. Durch den Adeligen Rudolf von Grimming kam das Bild auf den Plainberg bei Salzburg. 1652 wurde für dieses Bild eine hölzerne Kapelle gebaut. Erzbischof Max Gandolph von Khuenburg (1668-1687) legte 1671 den Grundstein für eine große Kirche, die er am 12. August 1674 weihen konnte. Die Wallfahrtsstätte übergab er bereits 1672 den Benediktinern, die an der Salzburger Universität tätig waren. 1732 wurde das originale Gnadenbild in die Kirche übertragen und schließlich 1751 durch Erzbischof Andreas Jakob Graf Dietrichstein (1747-1753) gekrönt. Als 1810 die Salzburger Benediktineruniversität von der bayerischen Regierung aufgelöst wurde, übergab 1824 die österreichische Regierung Maria Plain stiftungsgemäß an die Abtei St. Peter in Salzburg, die seither die Wallfahrtstätte betreut. 1952 hat Papst Pius XII. die Wallfahrtskirche zur „Basilika minor“ erhoben.
  2. Der eigentliche Wallfahrtsweg mit 15 barocken Rosenkranzsäulen beginnt in der Salzburger Elisabeth-Vorstadt und verläuft über Itzling und die Plainbrücke zum Fuß des Kalvarienberges. Von hier führt eine schlichte barocke Stiege über vier, 1686-1692 entstandene Kapellen (Ölberg, Geißelung, Dornenkrönung und Kreuztragung) zur überdachten Kreuzigungsgruppe. Eine fünfte, erst 1739 entstandene Kapelle, enthält eine Beweinung Christi, vermutlich von Franz Schwantaler. Die Wallfahrtskirche selbst thront mit ihrer leicht überhöhten Doppelturmfassade weithin sichtbar auf dem Plainberg. Über einen begehbaren Schwibbogen bindet das 1676 erbaute Klostergebäude an die Basilika
    Das Gnadenbild von Maria Plain © K. Birnbacher
    Das Gnadenbild von Maria Plain © K. Birnbacher

    an. Die Wallfahrtsbasilika wurde in den Jahren 1671 – 1673 nach Plänen von Giovanni Antonio Dario errichtet. Die qualitätsvolle Innenausstattung, die sich um das am Hochaltar in einem kostbaren Silberrahmen befindliche Gnadenbild fügt, wurde von verschiedenen bayerischen und österreichischen Klöstern gestiftet und repräsentiert einen Überblick über wichtige Künstler des Barock (Frans de Neve, Jakob Gerolt, Michael Zürn d. J., Hans Thomas, Simeon Fries, Thomas Schwanthaler, Christoph Lederwasch, Martin Johann Schmidt, gen. Kremser Schmidt, etc.).

  3. Die Haupttätigkeit der Patres von Maria Plain konzentriert sich auf die Wallfahrtsseelsorge. Derzeit versehen drei Benediktiner aus St. Peter in Salzburg diese Aufgabe. Maria Plain ist als Wallfahrtsstätte, aber auch als Naherholungsziel bei der Bevölkerung der EuRegio sehr beliebt.

ehem. Augustiner-Chorherrenstift Höglwörth – Anger

Das ehemalige Kloster Höglwörth liegt am gleichnamigen See.
  1. Das Augustiner-Chorherrenstift Höglwörth entstand zwischen 1123 und 1129 und gehört zu der von Erzbischof Konrad I. von Salzburg initiierten Kanonikerreform des 12. Jh. Erster namentlich nachweisbarer Propst war Tagibert. Graf Werigand von Plain stiftete den Grund, auf dem das Kloster errichtet wurde, das später den Plainern als Grablege diente. Gemäß einem (allerdings gefälschten) Privileg Papst Eugens III. stand dem Salzburger Domkapitel die Einsetzung des Propstes von Höglwörth zu. Wichtigste Aufgabe des kleinen Konvents war, wie bei fast allen Regularkanonikern, die Seelsorge in den inkorporierten Pfarren. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts hatte Höglwörth annähernd den gleichen Grundbesitz wie im 18. Jahrhundert. Als 1803 das alte Fürsterzbistum Salzburg aufgelöst wurde, garantierte der Salzburger Kurfürst Ferdinand III. von Toscana den Fortbestand des Stiftes. Noch 1804 wurde mit Gilbert Grab ein letzter Propst bestellt. Ab dem Jahre 1810 kam es immer mehr zu finanziellen und disziplinären Schwierigkeiten, die 1817 zur Aufhebung des Stiftes führten.
  2. Die Stiftskirche von Höglwörth gehört zu den schönsten Kirchen des Rupertiwinkels. Ihre Innenaustattung – vor allem der Stuck von Benedikt Zöpf aus dem Jahr 1765 – gibt dem Innenraum eine helle Frische. Das Deckenfresko von Franz Nikolaus Streicher stellt die Glorie des Ordensvaters Augustinus dar. Besonders das monumentale Hochaltarblatt der Verklärung Christi von Francesco Vanni verdient Augenmerk. Die frühklassizistischen Altäre von Wolfgang Hagenauer unter der Empore stammen aus 1784, das Heilige Grab in seiner heutigen Form aus dem Jahr 1836.
Das "Heilige Grab" in der Karwoche
Das „Heilige Grab“ in der Karwoche

Über das barocke Torbogenhaus betritt der Besucher die Halbinsel, auf der das Stift liegt. Die Kirche mit ihrem charakteristischen Zwiebelturm wurde auf den Fundamenten des romanischen Vorgängerbaues im 17. Jh. errichtet. Der polygonale Stiftshof ist durch zwei Tortürme begrenzt. Ein kleiner zweiter Innenhof, der Grabdenkmäler der Pröpste beherbergt, sowie der Psallierchor sind nicht zugänglich. Die Klostergebäude sind seit 1824 in Privatbesitz und können nicht besichtigt werden. Die Stiftskirche wurde in den letzten Jahren mustergültig restauriert und dient der Pfarrei Anger als Filialkirche. Alle drei Jahre zieht das berühmte Heilige Grab in der Karwoche Tausende von Besuchern an.

Marienwallfahrtskirche – Anger, Vachenlueg

Marienwallfahrtskirche Vachenlueg © K. Birnbacher

Die Marienwallfahrtskirche Vachenlueg geht auf die ehemalige Burgkapelle der Herren von Haunsperg zurück. Die Burg, die im Jahre 1722 vom Augustiner-Chorherrenstift Höglwörth erworben wurde, diente nach dem Erlöschen der Haunsperger als Ökonomiehof des Stifts. Nach Auflösung des Stifts 1817 wurde die Burg an Privatpersonen veräußert. Zuletzt erwarb sie im 19. Jahrhundert der Paramentenschneider Franz Edfelder.

Durch Bauschäden bedingt, wurde die alte Kapelle abgerissen und im Jahre 1848 durch einen neoromanischen Bau ersetzt. Der reich gegliederte Innenraum wurde vor allem durch Klosterarbeiten von Franz Edfelder ausgestaltet.

Das Gnadenbild im Altar von Vachenlueg © K. Birnbacher
Das Gnadenbild im Altar von Vachenlueg © K. Birnbacher

Im Hochaltar befindet sich eine Kopie des Gnadenbildes von Altötting, die noch aus der alten Schlosskapelle stammt. Die beiden Sakristeitüren seitlich des Hochaltares zeigen die Vermählung Mariens und den Tod des hl. Josef, Arbeiten des Tittmoninger Kunstmalers Johann Georg Weibhauser von 1855. Votivtafeln, teilweise von hohem künstlerischen Wert, dokumentieren die im 19. Jahrhundert wieder einsetzende Wallfahrt. Das Patrozinium ist am Fest Mariae Opferung (heutige Bezeichnung: Unsere liebe Frau von Jerusalem, 21. November).

ehem. Kapuzinerkloster – Traunstein

Ehemaliges Kapuzinerkloster in Traunstein © C. Soika
  1. Am 14. September 1687 wurde in Traunstein der Grundstein für ein Kapuzinerkloster gelegt. Diesem historischen Vorgang ging aber ein langwieriger Weg voraus. In der Zeit der Gegenreformation, als in Bayern der Katholizismus als Staatsreligion manifestiert wurde, bemühte sich auch Herzog Maximilian, der spätere Kurfürst, die Religiosität der Bürger zu fördern. Ein Mittel dazu waren auch Klostergründungen.
    Hoch angesehen war in der damaligen Zeit der Orden der Kapuziner, ein Reformzweig der Franziskaner, dessen Hauptziel die Verkörperung der christlichen Armutsideale darstellte.  Eine landesherrliche Verfügung führte 1627 die ersten Kapuziner nach Traunstein, die jährlich zu hohen Kirchenfesten kurze Zeit blieben, um vorhandene Defizite der lokalen geistlichen Institutionen auszugleichen und Seelsorge zu betreiben.

    Innenraum der Klosterkirche 1920 © C. Soika
    Innenraum der Klosterkirche 1920 © C. Soika

    Um ihr geistliches Wirken auch während ihrer Abwesenheit zu gewährleisten, initiierten sie in Traunstein, so wie sie sich auch allerorten gern mit Fronleichnamsbruderschaften assoziierten, die Gründung einer Corpus-Christi-Bruderschaft. Immer mehr Bürger schrieben sich in die Bruderschaft ein. Das Ansehen der Kapuziner wuchs  beständig, insbesondere durch ihren selbstlosen Einsatz im Pestjahr 1635, und erweckte den sehnlichen Wunsch der Traunsteiner Bevölkerung nach ihrer ständigen Anwesenheit.
    Die offizielle Genehmigung dazu ließ aber noch bis  zum Jahr 1686 auf sich warten, da Kompetenzgerangel der umliegenden Klöster, Konkurrenzplanungen anderer Orden sowie die Furcht der Obrigkeit vor zusätzlichen finanziellen Belastungen des Staates immer wieder zu Verzögerungen führten. Letztlich aber ersetzte dann sogar ein Klosterneubau vor den Toren der Stadt mit der zugehörigen Kirche, die 1690 feierlich konsekriert wurde, das bisherige bescheidene Hospiz der Kapuziner.

    Die Klosterkirche heute © C. Soika
    Die Klosterkirche heute © C. Soika

    Die Säkularisation bedeutete 1806 auch für die Traunsteiner Kapuziner das Ende. Die Kirche wurde exsekriert und die Klostergebäude wurden teils abgerissen, teils profaner Nutzung zugeführt.  1857 bis 1978 waren Englische Fräulein im Schuldienst und im Kindergarten tätig. Bereits 1857 hatte der Staat die verbliebenen Gebäude erworben, lediglich die Klosterkirche blieb noch bis 1986 in Kirchenbesitz. Dann erwarb sie die Stadt Traunstein für einen symbolischen Preis.

  2. Im Erscheinungsbild erinnert lediglich das Kirchengebäude an die ehemalige Klosteranlage. Es wird heute für kulturelle Zwecke wie Ausstellungen, Konzerte oder Lesungen genutzt. An den Innenwänden zeigt die für Ausstellungszwecke leer gräumte Kirche noch die farbenfrohe Ausmalung von 1920. Bei der Außenansicht fällt der erst 1866 als Dachreiter aufgesetzte Glockenturm auf, der als ein Meisterwerk der Zimmermannskunst im vorhandenen Dachstuhl abgestützt wurde. Er sollte dem Kirchenbau, der nach der Säkularisation als Getreidespeicher verwendet wurde, mehr das Aussehen einer Kirche verleihen.

ehem. Benediktinerabtei – Seeon-Seebruck

Benediktinerkloster mit Kirche St. Lambert in Seeon © C. Soika
  1. Das ehemalige Benediktinerkloster Seeon mit der Kirche St. Lambert, den zugehörigen Kapellen und den Konventsbauten gehört zu den kulturhistorisch bedeutendsten Denkmälern Bayerns und besticht zudem durch seine äußerst malerische Lage am Seeoner See. Das Gründungsjahr des Klosters wird in der Überlieferung mit 994 angegeben. Der bayerische Pfalzgraf Aribo I. hatte in der Seeoner Gegend von seinem Vater einige Güter geerbt und gründete an der Stelle einer alten Burg eine Benediktinerabtei, die dem hl. Märtyrerbischof Lambert von Maastricht geweiht war. Das Kloster entstand im Zeichen der hochmittelalterlichen Kirchenreform in enger Zusammenarbeit mit dem hl. Wolfgang von Regensburg. Es wurde von Mönchen aus dem Kloster St. Emmeram in Regensburg besiedelt und erhielt schon 999 von Kaiser und Papst zahlreiche Privilegien.
    Seeon unterhielt schon bald nach der Gründung eine berühmte Mal- und Schreibschule.

    Romanische Kreuzigungsgruppe © C. Soika
    Romanische Kreuzigungsgruppe © C. Soika

    Aus dieser „Seeoner Schule“ existieren heute noch prachtvolle illuminierte Handschriften in den großen Bibliotheken im Vatikan, in Paris, Wien und München. Seeon war zudem immer eine Stätte der Wissenschaft und besonders in der Barockzeit auch der Musik. Das Kloster besaß ein eigenes Orchester, und so verwundert es nicht, dass Wolfgang Amadeus Mozart hier oft zu Gast und mit dem Abt freundschaftlich verbunden war. Eine bis zur Aufhebung des Klosters 1803 noch vorhandene große Bibliothek weist zudem auf die rege literarische Tätigkeit der Seeoner Mönche hin, die schon mit den Gedichten des Abtes Gerhard (ca. 1000-1020) einsetzte.

  2. Die Klosteranlage war im Laufe der Jahrhunderte ständigen Veränderungen unterworfen. Das Kloster der Gründungszeit hatte zunächst nur bescheidene Unterkünfte für die Mönche und eine kleine Kirche aufzuweisen. Gegen Ende des 11. Jahrhunderts wurde dann ein größerer Neubau des Klosters im romanischen Stil ausgeführt. Dieser Bau bestand jedoch nur ein knappes Jahrhundert, und schon um 1180 errichtete man die im wesentlichen noch heute bestehende Kirche mit einer dreischiffigen Vorhalle samt Obergeschoß, den zwei Türmen und der dreifachen Apsis als Abschluss im Osten. Der Burghausener Baumeister Konrad Pürkhel baute die Kirche Anfang des 15. Jahrhunderts um.Einzigartig ist die Ausmalung der Kirche mit den Renaissancefresken von 1579. Besonders beeindruckt die auf einem Querträger hoch oben im Deckengewölbe des Mittelschiffes angebrachte romanische Kreuzigungsgruppe mit überlebensgroßen Figuren. Diese waren nach der Säkularisation für lange Zeit in einer Dorfkapelle der Umgebung untergebracht. So blieben sie erhalten und kamen erst vor wenigen Jahren wieder nach Seeon zurück. In der Barbarakapelle, die von dem bedeutenden Abt Honorat Kolb in der Barockzeit errichtet wurde, steht gleich beim Eingang in der Raummitte das Stifterhochgrab von Aribo I., eine meisterhafte Steinmetzarbeit aus der Zeit um 1400. An den Wänden der Kapelle sind die Grabplatten der Äbte des 15. und 16. Jahrhunderts aufgereiht.Die gesamte nähere Umgebung wurde vom Kloster geprägt, wie ein ehemaliger Eiskeller zum Bierkühlen oder der Name „Weinberg“ eines Südhanges gegenüber dem Kloster noch zeigen.Zum gesamten Komplex des Klosters gehören auch einige Gebäude in der näheren Umgebung, wie der Mayerhof als Ökonomiegebäude oder die ehemalige Klosterapotheke. Unmittelbar benachbart ist die Kirche St. Walburgis des ehemaligen Nonnenklosters in Seeon, das offenbar nur kurze Zeit existierte. In dem einschiffigen gotischen Bau konnten von dessen einst reicher Innenausmalung bei der kürzlich erfolgten Renovierung große Teile freigelegt werden. Um das Gotteshaus herum befindet sich die Begräbnisstätte der russischen Adelsfamilie von Leuchtenberg, in der auch Mitglieder der Zarenfamilie der Romanows bestattet sind, mit den charakteristischen Kreuzformen der russisch-orthodoxen Kirche. Heute ist im Klostergebäude das Kultur- und Bildungszentrum des Bezirks Oberbayern untergebracht.

ehem. Englische Fräulein – Trostberg, Schedling

Edelsitz Schloss Schedling bei Trostberg © C. Soika
  1. Am nördlichen Rand der Stadt Trostberg liegt der ehemalige Edelsitz Schloss Schedling. Nachdem die Marktgemeinde Trostberg 1855 die Hofmark Schedling erworben hatte, konnten sieben Jahre danach die Englischen Fräulein die Führung der Mädchenschule und einer Kinderbewahranstalt im ehemaligen Schloss übernehmen. Auch nach der Schließung der eigenen Mädchenschule in den Klosterräumen im Jahre 1954 unterrichteten die Nonnen noch bis 1992 an verschiedenen Trostberger Schulen. Stets blieb das Institut dabei eine Außenstelle der Englischen Fräulein mit der Zentrale in München-Nymphenburg. Schon 1988  wurde der gesamte Besitz Schloss Schedling eigentumsrechtlich von den Englischen Fräulein an die Stadt Trostberg rückübertragen.
    Deckengemälde in der Schlosskapelle © C. Soika
    Deckengemälde in der Schlosskapelle © C. Soika

    Das restaurierte Gebäude beherbergte dann mehrere Jahre eine Montessorischule.

  2. In der Außenansicht dominierend ist die große Kapelle mit zum Teil belassenen ehemaligen Fassadenmalereien und einem überlebensgroßen Kruzifixus an der Giebelseite. Das heute gut sichtbare Türmchen der Kapelle wurde 1897 erbaut und mit Glocken bestiftet. Eine davon, die so genannte Elisabeth-Glocke, ist heute noch vorhanden und wird täglich um 12 Uhr mittags geläutet. Der Garten beherbergt als besonders sehenswerte Abteilung einen Rosengarten mit zum Teil äußerst seltenen Rosenarten.Von überregionaler kunstgeschichtlicher Bedeutung ist das große Deckenfresko des Trostberger Rokokomalers Franz Josef Soll in der ehemaligen Schlosskapelle Schedling. Er schuf hier 1779 sein Meisterwerk. Als Thema wählte er den hl. Karl Borromäus als Kardinal von Mailand beim Besuch der Pestkranken.